Vol­les Pro­gramm in den gro­ßen Fe­ri­en

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON NI­CO­LE ESCH UND TORS­TEN THIS­SEN

Bas­teln im Mu­se­um, ei­ne his­to­ri­sche Schnit­zel­jagd und Kin­der­thea­ter. Die Stadt macht zur­zeit be­son­ders den Kleins­ten Spaß.

Haus­num­mern gibt es erst seit den Fran­zo­sen. Das kön­nen Ni­ki­ta und Je­ka­the­ri­na nicht wis­sen, aber sie kön­nen die Zei­chen su­chen, an de­nen die Men­schen vor den Fran­zo­sen die Häu­ser er­kannt ha­ben. Die wa­ren oft in den Tür­bo­gen ein­ge­ar­bei­tet oder an Mau­ern, oft hat­ten die Zei­chen ir­gend­et­was mit der Schiff­fahrt zu tun. „Wer kann sich vor­stel­len war­um?“, fragt Ka­ri­na De­cken­brock. Ni­ki­ta und Je­ka­the­ri­na wis­sen es nicht. „Das lag am Rhein und an der Düs­sel, den bei­den Flüs­sen in der Stadt, sagt De­cken­brock. Ni­ki­ta nickt und macht sich schon wie­der auf die Su­che nach ei­nem neu­en Zei­chen.

De­cken­brock ver­an­stal­tet im Auf­trag des Schiff­fahrts­mu­se­um die Schnit­zel­jagd durch die Alt­stadt. „An­ker, Schif­fe und Fi­sche an Häu­sern“, lau­tet das The­ma. Und da­von gibt es über­ra­schend vie­le an den Wän­den.

Wer als Kind ei­nen Teil der Fe­ri­en oder so­gar die gan­zen in Düs­sel­dorf ver­bringt, muss sich nicht lang­wei­len. Das Pro­gramm, das die Mu­se­en und In­sti­tu­tio­nen der Stadt bie­ten kann sich se­hen las­sen. Und hilft viel­leicht auch ein biss­chen dar­über weg, wenn we­gen des schlech­ten Wet­ters der Tag am Un­ter­ba­cher See aus­fällt.

Oxa­na Zu­bov, die Mut­ter von Je­ka­the­ri­na, et­wa kann in die­sem Jahr nicht in Ur­laub fah­ren, das war klar, die Fa­mi­lie ist ge­ra­de um­ge­zo­gen, gro­ße Rei­sen sind da dies­mal nicht drin. Den­noch hat sie in den Fe­ri­en ih­rer Toch­ter ei­ni­ges ge­plant. Ge­mein­sam mit ih­rer Freun­din Ma­ria Ko­pa­ne­va und de­ren Sohn Ni­ki­ta wa­ren sie auch schon im Film­mu­se­um, wo die Kin­der ei­nen ech­ten Film ge­dreht ha­ben. Be­son­ders lobt Ko­pa­ne­va die Ar­beit des Goe­theMu­se­ums. „Da gibt es ei­ne Frau, die das wun­der­bar mit den Kin­dern macht“, sagt sie. Denn ei­nes ha­be sie fest­ge­stellt: „Nicht je­der, der Füh­run­gen macht, kann auch mit Kin­dern. Das ist schon spe­zi­ell.“

Im K20 über­nimmt die Auf­ga­be heu­te Xe­nia Im­ro­va. Sie sitzt mit ei­ner Grup­pe Kin­der im Bra­si­li­aRaum von Do­mi­ni­que Gon­za­le­zFo­ers­ter auf dem grü­nen Tep­pich. Auch hier geht es dar­um, die Kin­der teil­ha­ben zu las­sen, sie sol­len den Raum füh­len und selbst Ide­en ent­wi­ckeln. Da­zu müs­sen sie nicht die Ge­schich­te der bra­si­lia­ni­schen Haupt­stadt ken­nen und auch nicht Rai­ner-Wer­ner Fass­bin­der, der in dem „un­ge­müt­li­chen, brau­nen Raum“ei­ne Rol­le spielt. Die Füh­rung soll Spaß ma­chen. Da­zu ge­hört, dass Ju­le, Jo­ny, K, An­na und So­phie spä­ter auch selbst bas­teln, Kunst er­schaf­fen.

Der Spaß spielt auch in Flin­gern ei­ne Rol­le. Im Rah­men von „as­phalt“, dem Som­mer­fes­ti­val der Küns­te, bie­tet das Staats­thea­ter von Karls­ru­her das Stück „Frerk, Du Zwerg“an. Vie­le Kin­der sind zu Be­ginn der Vor­stel­lung zu­rück­hal­tend, Sprach­wit­ze wer­den häu­fig nicht ver­stan­den, doch dar­auf kommt es letzt­lich nicht an. Es geht um Sze­nen wie die­se: Zwer­ge, die sich auf den Rand ei­ner Müs­li­scha­le set­zen. Frerk fragt sich, was sie da wohl ma­chen. „Die sit­zen auf dem Klo“, ru­fen ei­ni­ge Kin­der. Als dann auch noch Ro­si­nen, Streu­obst und Kür­bis­ker­ne aus­ge­schie­den wer­den, ist die Freu­de per­fekt. Und even­tu­el­le Hem­mun­gen, die man­che Er­wach­se­ne bei Kul­tur­ein­rich­tun­gen ha­ben sind weg, „Das war toll“, meint Lu­cas (5). Und auf dem Heim­weg spre­chen vie­le noch über das Stück.

Xe­nia Im­ro­va lässt die Kin­der die Räu­me se­hen und füh­len. Von links: Ju­le (10 Jah­re), Jo­ny (9 Jah­re), Ka (7 Jah­re), An­na (6 Jah­re) und So­phie (9 Jah­re)

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