ANA­LY­SE

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS -

Ein­mal mehr hat ein Ex-Sol­dat in den USA auf Po­li­zis­ten ge­schos­sen, ein­mal mehr war es ein Afro­ame­ri­ka­ner, ein­mal mehr gießt Do­nald Trump, der Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat der Re­pu­bli­ka­ner, rhe­to­ri­sches Öl ins Feu­er.

ne­hin schon an­ge­spann­te po­li­ti­sche At­mo­sphä­re in den USA wird sich noch wei­ter auf­la­den, al­lein schon, weil sich der Kampf ums Wei­ße Haus sei­ner hei­ßes­ten Pha­se nä­hert. In Cleve­land ta­gen seit heu­te die Re­pu­bli­ka­ner, um Do­nald Trump of­fi­zi­ell ins Du­ell ge­gen Hil­la­ry Cl­in­ton zu schi­cken. In ei­nem Um­feld, das die Ame­ri­ka­ner täg­lich mit neu­en Hi­obs­bot­schaf­ten rech­nen lässt. Dass dies al­les Was­ser auf Trumps Müh­len lenkt, lässt sich be­reits jetzt un­schwer er­ken­nen.

Kaum wa­ren die Nach­rich­ten aus Ba­ton Rouge über die Ti­cker ge­lau­fen, schlug der Im­mo­bi­li­en­mo­gul auch schon den Bo­gen zur glo­ba­len Aus­ein­an­der­set­zung mit dem is­la­mis­ti­schen Ter­ror, ein­mal mehr im auf­fäl­li­gen Kon­trast zum Prä­si­den­ten Ba­rack Oba­ma, der die Wo­gen zu glät­ten ver­such­te und vor ei­nem über­hitz­ten po­li­ti­schen Dis­kurs warn­te. „Wir ver­su­chen, ge­gen den IS zu sie­gen, und nun mor­den un­se­re ei­ge­nen Leu­te un­se­re Po­li­zei. Un­ser Land ist ge­spal­ten und au­ßer Kon­trol­le“, twit­ter­te Trump. Sol­che Wor­te zie­len al­lein auf die ei­ge­ne Kli­en­tel, auf wei­ße Wäh­ler, de­nen der Un­ter­neh­mer nicht oh­ne Wir­kung ein­re­det, ihr Land be­fin­de sich auf ei­ner schie­fen Bahn, die USA sei­en die gro­ßen Ver­lie­rer der Glo­ba­li­sie­rung, es wer­de al­les noch schlim­mer, wenn nicht end­lich ei­ner das Ru­der her­um­rei­ße.

In va­gen An­deu­tun­gen sug­ge­riert Do­nald Trump, dass auch der de­mo­gra­fi­sche Wan­del, ein­her­ge­hend mit dem wach­sen­den Ein­fluss von La­ti­nos, Afro­ame­ri­ka­nern und Im­mi­gran­ten aus Asi­en, nichts Gu­tes für die Re­pu­blik Ge­or­ge Wa­shing­tons, Abra­ham Lin­colns und Ro­nald Rea­gans be­deu­tet. Es ist die St­un­de der Spal­ter, die sich mit je­dem neu­en Amok­lauf be­stärkt füh­len in ih­ren düs­te­ren Be­dro­hungs­sze­na­ri­en.

Von den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka je­den­falls kann im Wahl­jahr 2016 kei­ne Re­de sein. Was für ein Kon­trast zum Jahr 2008! Was für ein Kon­trast zum Ver­such des Brü­cken­schlags über po­li­ti­sche Grä­ben hin­weg, den da­mals kei­ner mit­rei­ßen­der be­schwor als Ba­rack Oba­ma.

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