Je­der Vier­te bricht Wehr­dienst ab

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK -

Sie ha­ben an­ge­mahnt, dass die Bun­des­wehr fa­cet­ten­rei­cher wer­den muss. Wie ist die Trup­pe im Ver­hält­nis Män­ner und Frau­en, Mi­gran­ten und Ein­hei­mi­sche auf­ge­stellt?

Bis vor 25 Jah­ren war die Bun­des­wehr ei­ne Ar­mee, die fast aus­schließ­lich aus jun­gen deut­schen Män­nern be­stand. Wir müs­sen aber ein Spie­gel der Ge­sell­schaft wer­den und ma­chen da­bei auch Fort­schrit­te. In­zwi­schen hat je­der Sechs­te in der Bun­des­wehr ei­nen Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund. Wir ha­ben 9000 Men­schen mit Be­hin­de­rung in der Bun­des­wehr. Un­ter­schied­li­che Er­fah­run­gen und Kom­pe­ten­zen der Sol­da­ten hel­fen uns auch in den welt­wei­ten Ein­sät­zen, wo wir uns auf an­de­re Kul­tu­ren ein­stel­len und sen­si­bel mit den un­ter­schied­lichs­ten Grup­pen um­ge­hen müs­sen. Wie zu­frie­den sind Sie mit dem Fach­kräf­te­an­ge­bot?

Wie al­le Ar­beit­ge­ber müs­sen wir uns an­stren­gen. Die Be­wer­ber­zah­len sind re­la­tiv kon­stant, ob­wohl die Jahr­gän­ge klei­ner wer­den. Das ist gut. Wir ver­zeich­nen Zu­nah­men beim Frau­en­an­teil, bei den frei­wil­lig Wehr­dienst­leis­ten­den, aber auch bei be­son­ders ge­such­ten Fach­kräf­te-Grup­pen. Es hilft, dass das An­se­hen der Bun­des­wehr als Ar­beit­ge­ber ge­ne­rell ge­stie­gen ist. Blei­ben ge­nug Ab­sol­ven­ten aus dem frei­wil­li­gen Wehr­dienst bei der Trup­pe?

Gu­te 20 Pro­zent ver­pflich­ten sich nach dem Frei­wil­li­gen­dienst als Zeit- oder Be­rufs­sol­dat. Das ist ein ho­her Wert. Un­zu­frie­den bin ich aber noch mit der Ab­bre­cher­quo­te von rund ei­nem Vier­tel im frei­wil­li­gen Wehr­dienst. Die hoch mo­ti­vier­ten jun­gen Leu­te wol­len bei der Bun­des­wehr ge­for­dert wer­den. Da müs­sen wir uns als Ar­beit­ge­ber noch mehr an­stren­gen.

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