CSU-Chef See­ho­fer lehnt Erb­schaft­steu­er-Flat­rate ab

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

BER­LIN (mar) CSU-Chef Horst See­ho­fer hat den Vor­stoß von Grü­nen­Chef Cem Öz­de­mir zu­rück­ge­wie­sen, al­le Er­ben künf­tig pau­schal mit 15 Pro­zent zu be­steu­ern. „Da wird über­se­hen, dass die meis­ten, die heu­te kei­ne Steu­er be­zah­len, dann plötz­lich steu­er­pflich­tig wer­den. Die wer­den sich be­dan­ken“, sag­te See­ho­fer in Mün­chen. Steu­er­er­hö­hun­gen kä­men mit der CSU nicht in Fra­ge, sie sei­en in die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode völ­lig aus­ge­schlos­sen: „Wir wer­den zu kei­ner Re­gel die Hand rei­chen, die ge­eig­net ist, Ar­beits­plät­ze zu ge­fähr­den.“

Öz­de­mir hat­te sich für ei­ne so­ge­nann­te Flat­rate aus­ge­spro­chen, die Er­ben in ei­nem Zei­t­raum von 15 Jah­ren zah­len soll­ten. Bei ei­nem sol­chen Mo­dell wür­den al­le Aus­nah­men ab­ge­schafft, Frei­be­trä­ge aber bei­be­hal­ten. Der Erb­schaft­steu­er­satz von 15 Pro­zent wür­de für al­le gel­ten – für Fir­mener­ben eben­so wie für Er­ben von Pri­vat­ver­mö­gen. Ifo-Chef Cle­mens Fu­est hat­te un­längst ei­ne Flat­rate von acht Pro­zent vor­ge­schla­gen.

Die Grü­nen ha­ben über die zehn Lan­des­re­gie­run­gen, an de­nen sie be­tei­ligt sind, bei der Erb­schaft­steu­er­re­form ein ge­wich­ti­ges Wort mit­zu­re­den. Im Bun­des­rat war kei­ne Mehr­heit für die be­reits vom Bun­des­tag ver­ab­schie­de­te Re­form zu­sam­men­ge­kom­men. Der Ge­setz­ent­wurf liegt nun im Ver­mitt­lungs­aus­schuss. Das Ver­fas­sungs­ge­richt hat­te die Pri­vi­le­gi­en für Be­triebs­er­ben als zu weit­ge­hend ge­kippt und der Po­li­tik nun bis En­de Sep­tem­ber Zeit für ei­ne Re­form ge­ge­ben.

Die Frak­ti­ons­vi­zes von Uni­on und SPD, Ralph Brink­haus und Cars­ten Schnei­der, se­hen die Län­der am Zug. „Für ei­ne Be­wer­tung des wei­te­ren Ver­fah­rens müs­sen die Län­der ih­re For­de­run­gen nun nä­her er­läu­tern. Wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sein Ur­teil bis da­hin nä­her kon­kre­ti­siert, kann das für das wei­te­re Ver­fah­ren hilf­reich sein“, sag­te Schnei­der. „Es ist nun erst ein­mal Sa­che der Län­der, ei­nen ab­ge­stimm­ten, mehr­heits­fä­hi­gen und ver­fas­sungs­fes­ten Re­form­vor­schlag vor­zu­le­gen“, sag­te auch Brink­haus.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.