De­gen­kolb ha­dert mit ver­pass­ter „Rie­sen­chan­ce“

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

BERN (sid) John De­gen­kolb stapf­te wuten­brannt zum Te­am­bus, doch das un­ver­hoff­te Wie­der­se­hen mit Söhn­chen Leo-Ro­bert ließ den Frust über den knapp ver­pass­ten Tour-Etap­pen­sieg blitz­schnell ver­flie­gen. „Ich freue mich seit zwei Wo­chen dar­auf, ihn wie­der­zu­se­hen. Das ist wirk­lich ei­ne Rie­sen-Über­ra­schung“, sag­te der Ge­ra­er, als ihm Ehe­frau Lau­ra den Stepp­ke in den Arm drück­te. De­gen­kolbs vier­ter Platz war auf ein­mal kein so gro­ßes The­ma mehr.

Als sich der slo­wa­ki­sche Welt­meis­ter Pe­ter Sa­gan für den Sieg auf der 16. Etap­pe nach Bern, nach der die Spit­zen­grup­pe des Ge­samt­klas­se­ment un­ver­än­dert war, fei­ern ließ, konn­te De­gen­kolb sei­nen Är­ger al­ler­dings nicht ganz ver­heh­len. „Das war ei­ne Rie­sen­chan­ce, des­halb bin ich ex­trem ent­täuscht“, sag­te er. Dass der 27-Jäh­ri­ge über­haupt wie­der um Sie­ge mit­fährt, ist ein klei­nes Wun­der. An­fang Fe­bru­ar hat­te sich „De­ge“bei ei­nem Trai­nings­un­fall in Spa­ni­en schwer ver­letzt. „Es geht wie­der viel bes­ser, ich kann wie­der ganz vor­ne mit­hal­ten“, sag­te De­gen­kolb, der be­reits am Sams­tag Etap­pen­vier­ter ge­wor­den war. Im Fi­na­le fehl­te dem Ge­ra­er das ent­schei­den­de Quänt­chen. „Die Bei­ne hät­te ich ge­habt, um durch­zu­zie­hen, aber es fehl­te noch das Selbst­ver­trau­en“, sag­te De­gen­kolb.

Welt­meis­ter Sa­gan spiel­te er­neut sei­ne gan­ze Cle­ver­ness aus. Als der Nor­we­ger Alex­an­der Kristoff schon wie der si­che­re Sie­ger aus­sah und schon ju­benld die Faust zeig­te, riss der Slo­wa­ke noch mit ei­nem „Ti­ger­sprung“sein Rad nach vor­ne und lag auf dem Ziel­fo­to ei­nen Hauch vor Kristoff. Mar­cel Kit­tel hat­te rund 25 km vor dem Ziel den An­schluss ver­lo­ren, sein Sprint-Ri­va­le And­re Grei­pel war auf der Ziel­ge­ra­den eben­falls nicht mehr zu se­hen.

Der drei­ma­li­ge Zeit­fahr-Welt­meis­ter To­ny Mar­tin hat­te sich nach 15 Ki­lo­me­tern mit sei­nem Team­kol­le­gen Ju­li­an Ala­phil­ip­pe ab­ge­setzt. 25 Ki­lo­me­ter vor dem Ziel fiel der Fran­zo­se zu­rück, kurz dar­auf war es auch um Mar­tin ge­sche­hen – nach 170 Ki­lo­me­tern in vor­ders­ter Front.

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