Ver­dacht auf Raub­kunst im Fall Gur­litt er­här­tet

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - KULTUR -

BER­LIN (dpa) Neu­es im Fall Cor­ne­li­us Gur­litt: Re­cher­chen ei­nes Ex­per­ten­teams ha­ben den Ver­dacht auf Na­zi-Raub­kunst in 91 wei­te­ren Fäl­len er­här­tet. Das teil­te das Pro­jekt „Pro­ve­ni­en­z­re­cher­che Gur­litt“in Ber­lin mit. Dar­un­ter sind nach An­ga­ben von Pro­jekt­lei­te­rin Andrea Ba­re­sel-Brand un­ter an­de­rem Wer­ke von Hen­ri de Tou­lou­se-Lautrec, Max Lie­ber­mann, Ed­vard Munch oder ei­ne Rem­brandt-Gra­fik. Das Pro­jekt küm­mert sich in der Nach­fol­ge der „Task­force Schwa­bin­ger Kunst­fund“, die ih­re Ar­beit zum Jah­res­wech­sel ein­stell­te, um die um­strit­te­ne Kunst­samm­lung. Von den 680 Wer­ken, de­ren Her­kunft die Task­force nicht ab­schlie­ßend klä­ren konn­te, ha­ben die Ex­per­ten des Pro­jekts bis­lang 502 Wer­ke un­ter­sucht. Die Re­cher­chen sei­en noch nicht ab­ge­schlos­sen, be­ton­te Ba­re­selBrand. „Es ist nur ein Zwi­schen­stand.“Die Task­force hat­te nur bei elf raub­kunst­ver­däch­ti­gen Wer­ken die Her­kunft lü­cken­los klä­ren kön­nen. Le­dig­lich in fünf Fäl­len ließ sich ein­deu­tig NS-Un­recht nach­wei­sen.

Der spek­ta­ku­lä­re Kunst­fund in Gur­litts Schwa­bin­ger Woh­nung hat­te 2013 welt­weit Schlag­zei­len ge­macht und ei­ne hit­zi­ge De­bat­te um den Um­gang mit von den Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ge­raub­ten Kunst­wer­ken in Deutsch­land ent­facht.

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