Ka­len­der­blatt 19. Ju­li 1954

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: KA­BEL EINS

Die Ver­öf­fent­li­chung sei­ner ers­ten Sing­le ver­dank­te El­vis Pres­ley nur zu ei­nem Teil sei­ner un­ver­gleich­li­chen Stim­me. Ei­ne gro­ße Rol­le spiel­te da­bei auch der Zu­fall – und ein sehr auf­merk­sa­mer Plat­ten­pro­du­zent. Zwei­mal hat­te El­vis be­reits bei Sam Phil­lips, der in Mem­phis das klei­ne Stu­dio „Sun“be­trieb, vor­ge­sun­gen. Ein­mal hat­te er auf ei­ge­ne Kos­ten ei­ne Plat­te auf­ge­nom­men. Der Le­gen­de nach war es ein Ge­schenk für sei­ne Mut­ter. So rich­tig über­zeugt war Phil­lips von dem jun­gen Mann, der sein Geld als Last­wa­gen­fah­rer ver­dien­te, noch nicht. Trotz­dem hör­te er ihn sich noch ein­mal an und brach­te ihn mit zwei Mu­si­kern zu­sam­men, die ei­nen Sän­ger für ih­re noch zu grün­den­de Band such­ten. Wie­der woll­te der Fun­ke nicht über­sprin­gen. Phil­lips war kurz da­vor auf­zu­ge­ben, trotz des un­über­hör­ba­ren Ta­l­ents des Sän­gers. Dann schnapp­te sich Pres­ley in ei­ner Pau­se ei­ne Gi­tar­re und be­gann, den Song ei­nes Schwar­zen zu sin­gen: „That’s All Right (Ma­ma)“von Ar­thur Cru­dup. Die Mu­sik von wei­ßen und schwar­zen Ame­ri­ka­nern war zu die­ser Zeit noch streng von­ein­an­der ge­trennt. Phil­lips war be­geis­tert und schick­te die Auf­nah­me an ei­nen lo­ka­len Ra­dio­sen­der. Der Disc­jo­ckey spiel­te den Song gleich mehr­fach. Als die Plat­te am 19. Ju­li 1954 ver­öf­fent­licht wur­de, gab es zahl­lo­se Vor­be­stel­lun­gen. El­vis war zwar noch nicht der „King“, sei­ne Kar­rie­re aber hat­te be­gon­nen.

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