Lang­fris­ti­ge Schul­den des Staa­tes deut­lich ge­sun­ken

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK -

BERLIN (mar) Dank der ro­bus­ten Kon­junk­tur und der ho­hen Be­schäf­ti­gung ist die lang­fris­ti­ge Ge­samt­ver­schul­dung des Staa­tes deut­lich ge­sun­ken. Die so­ge­nann­te Nach­hal­tig­keits­lü­cke, die das Frei­bur­ger For­schungs­zen­trum Ge­ne­ra­tio­nen­ver­trä­ge ein­mal pro Jahr er­rech­net und die sich aus den sicht­ba­ren und ver­steck­ten Staats­schul­den er­gibt, ist von 238 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts im ver­gan­ge­nen Jahr auf 212 Pro­zent im lau­fen­den Jahr zu­rück­ge­gan­gen. Das er­klär­te der Lei­ter des In­sti­tuts, Bernd Raf­fel­hü­s­chen, ges­tern in Berlin. Die un­ge­steu­er­te Zu­wan­de­rung von 1,2 Mil­lio­nen Men­schen ha­be die Ge­ne­ra­tio­nen­bi­lanz, die Raf­fel­hü­s­chen im Auf­trag der Stif­tung Markt­wirt­schaft er­mit­telt, je­doch ver­schlech­tert. Oh­ne Flücht­lings­wel­le wä­re die Nach­hal­tig­keits­lü­cke un­ter 200 Pro­zent ge­fal­len.

In den Haus­hal­ten von Bund, Län­dern und Ge­mein­den so­wie den So­zi­al­ver­si­che­run­gen sei­en nur 75 Pro­zent der wah­ren Staats­ver­schul­dung ab­les­bar, so Raf­fel­hü­s­chen. Hin­zu kä­men noch die lang­fris­ti­gen Leis­tungs­ver­spre­chen des Staa­tes, et­wa Ren­ten- und Pfle­ge­ver­si­che­rungs­zah­lun­gen oder die Be­am­ten­pen­sio­nen. Die­se nicht sicht­ba­re Staats­schuld ma­che 137 Pro­zent der jähr­li­chen Wirt­schafts­leis­tung aus. Die ge­sam­te Staats­schuld sum­mie­re sich auf 6,2 Bil­lio­nen Eu­ro. Mehr An­stren­gun­gen beim Schul­den­ab­bau wä­ren wün­schens­wert.

Oh­ne Flücht­lings­wel­le wä­re die Staats­schuld um knapp 900 Mil­li­ar­den Eu­ro ge­rin­ger, sag­te Raf­fel­hü­s­chen. Al­ler­dings trü­gen die Zu­wan­de­rer lang­fris­tig auch zu ei­ner hö­he­ren Wirt­schafts­leis­tung bei. Die tat­säch­li­chen fis­ka­li­schen Kos­ten hin­gen vom Ge­lin­gen der In­te­gra­ti­on der Flücht­lin­ge in den Ar­beits­markt ab. Je schlech­ter sie in­te­griert wer­den könn­ten, des­to hö­her lie­ge die re­sul­tie­ren­de Staats­schuld.

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