Gaf­fer be­dro­hen Po­li­zis­ten

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK -

In Dort­mund woll­ten sich Schau­lus­ti­ge ei­nes Un­falls nicht ver­trei­ben las­sen.

DORT­MUND (csh) Hun­der­te Gaf­fer ha­ben in Dort­mund ei­nen Po­li­zei­ein­satz nach ei­nem schwe­ren Ver­kehrs­un­fall be­hin­dert. „Sie woll­ten mög­lichst nah an die Ret­tungs­maß­nah­men her­an­kom­men, um die­se mit ih­rem Han­dy-Fil­men zu kön­nen“, sag­te ein Spre­cher der Dort­mun­der Po­li­zei. Als die Be­am­ten die Schau­lus­ti­gen auf ihr Fehl­ver­hal­ten hin­wie­sen, wur­den sie von ei­ni­gen be­lei­digt und be­droht. Nach An­ga­ben der Po­li­zei soll zum Bei­spiel ein Schau­lus­ti­ger ei­nem Be­am­ten ge- droht ha­ben: „Ich weiß ja, wo du ar­bei­test. Gleich oh­ne dei­ne Waf­fe und dei­ne Kol­le­gen se­hen wir uns wie­der, dann pas­siert was.“

Die Be­am­ten muss­ten ei­nen Po­li­zei­hund ein­set­zen, um die auf­ge­brach­te Men­ge zu­rück­zu­drän­gen. Platz­ver­wei­se wa­ren vor­her igno­riert wor­den. Doch we­gen der un­über­sicht­li­chen Si­tua­ti­on konn­te die Po­li­zei nur ei­ne Straf­an­zei­ge stel­len.

Bei dem Un­fall wa­ren zwei Au­tos zu­sam­men­ge­sto­ßen. Ei­ne Fah­re­rin muss­te aus dem Wa­gen geschnitten wer­den. Mit schwers­ten Ver­let­zun­gen kam sie in ein Kran­ken­haus.

Weil in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten die Fäl­le von „Un­fall-Gaf­fern“, die Ret­tungs­ar­bei­ten be­hin­dern, stark zu­ge­nom­men ha­ben, for­dern Po­li­ti­ker be­reits Ge­fäng­nis­stra­fen für Schau­lus­ti­ge, die das Leid an­de­rer fil­men und fo­to­gra­fie­ren. Bis­lang wird Gaf­fen als Ord­nungs­wid­rig­keit be­straft – je nach Schwe­re mit Buß­gel­dern zwi­schen 20 und 1000 Eu­ro.

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