Mehr Klar­heit bei Pau­schal­rei­sen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON JAN DREBES

Ver­brau­cher sol­len bes­ser er­ken­nen kön­nen, was für ei­ne Art Rei­se sie bu­chen.

BERLIN Wer haf­tet für den Scha­den Rei­sen­der, wenn et­wa ei­ne Air­line, ein Ho­tel oder ein Au­to­ver­mie­ter in die In­sol­venz rutscht? Bei Pau­schal­rei­sen ist es der Ver­an­stal­ter, bei ein­zeln ge­buch­ten Leis­tun­gen der Plei­tier selbst. Da­mit Ver­brau­cher die­ses Haf­tungs­ri­si­ko beim Bu­chen ei­ner Rei­se künf­tig bes­ser be­rück­sich­ti­gen kön­nen, hat das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Jus­tiz und Ver­brau­cher­schutz ei­nen Ge­setz­ent­wurf zur Re­form der Pau­schal­rei­se­richt­li­nie vor­ge­legt. Dem­nach sol­len Kun­den ei­nes Rei­se­bü­ros oder On­li­ne-Por­tals künf­tig bes­ser er­ken­nen kön­nen, ob sie ei­ne Pau­schal­rei­se kau­fen oder nicht.

Hin­ter­grund ist, dass die EU die 1990 er­las­se­ne Richt­li­nie re­for­miert hat und den Mit­glied­staa­ten zur Um­set­zung vor­gibt. Vor­aus­sicht­lich wer­den die Re­geln hier­zu­lan­de ab Ju­li 2018 gel­ten. Mit der Re­form sol­len die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen an den mitt­ler­wei­le durch das Netz ge­präg­ten Markt an­ge­passt wer­den.

So hat­ten die Be­trei­ber von On­li­ne-Platt­for­men aus Sicht des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums ge­wis­se Vor­tei­le ge­gen­über Rei­se­bü­ros, weil sie ein­zel­ne Leis­tun­gen wie Flug, Ho­tel und Au­to deut­lich leich­ter als ver­meint­li­che Pau­schal­rei­se an­bie­ten konn­ten. Künf­tig soll dem je­doch vor­ge­beugt wer­den: Dann muss für je­de die­ser Leis­tun­gen se­pa­rat be­zahlt wer­den, um dem Kun­den zu ver­deut­li­chen, dass es sich bei dem An­ge­bot eben nicht um ei­ne Pau­schal­rei­se mit be­son­ders ho­hem Haf­tungs­schutz han­delt. Für Rei­se­bü­ros gilt das genau­so: Sie müs­sen ih­ren Kun­den künf­tig bei so­ge­nann­ten „ver­bun­de­nen Rei­se­leis­tun­gen“für den Flug, das Ho­tel und das Au­to ge­trenn­te Rech­nun­gen schrei­ben. In der Bran­che stößt das auf er­heb­li­che Kri­tik und auch aus Brüssel kom­men Ein­wän­de, man ha­be sich das neue Re­gel­werk an man­chen Stel­len deut­lich ein­fa­cher vor­stel­len kön­nen.

Ein ent­schei­den­der Un­ter­schied für Ver­brau­cher be­steht auch dar­in, dass sie künf­tig zwi­schen Bu­chung und 20 Ta­ge vor dem Rei­se­an­tritt nach­träg­li­che Preis­er­hö­hun­gen von acht Pro­zent ak­zep­tie­ren müs­sen, be­vor sie von dem ge­schlos­se­nen Ver­trag zu­rück­tre­ten kön­nen. Bis­her galt ei­ne Gren­ze von fünf Pro­zent. Au­ßer­dem: Wem das schrift­lich mit­ge­teilt wird und wer dann kei­nen Ein­spruch ein­legt, gilt als ein­ver­stan­den. Gerd Bil­len, Staats­se­kre­tär im Mi­nis­te­ri­um, zieht ins­ge­samt ein po­si­ti­ves Fa­zit. Es ge­be für Ver­brau­cher künf­tig mehr Klar­heit bei Pau­schal­rei­sen.

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