Rit­ter muss den Kampf jetzt auf­neh­men

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER SPORT -

Der 21 Jah­re al­te Of­fen­siv­spie­ler hat sich bei Bo­rus­sia Mö­chen­glad­bach nicht durch­ge­setzt. Bei der Fortu­na muss er den Sprung zum Fuß­ball-Pro­fi schaf­fen – oder er ver­schwin­det als ewi­ges Ta­lent in den un­te­ren Klas­sen.

THO­MAS SCHUL­ZE BE­RICH­TET AUS DEM WES­TER­WALD Ta­lent al­lei­ne reicht nicht. Die­se Er­fah­rung hat schon so manch ein Fuß­bal­ler mit bes­ten An­la­gen ge­macht, der sich trotz vie­ler Qua­li­tä­ten nicht durch­set­zen konn­te. Für Neu-For­tu­ne Mar­lon Rit­ter hat sich die Si­tua­ti­on jetzt zu­ge­spitzt. Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach hat den 21 Jah­re al­ten of­fen­si­ven Mit­tel­feld­spie­ler aus­sor­tiert. Der Bun­des­li­gist hat ihm den Sprung in den Erst­li­g­aka­der ver­wehrt. Er sei nicht flei­ßig ge­nug, nicht be­reit, sich zu quä­len, hieß es dort.

Mit die­ser Sicht kon­fron­tiert, gibt sich der ge­bür­ti­ge Es­se­ner auf der Ter­ras­se des Lind­ner Ho­tel im Trai­nings­la­ger am Wie­sen­see im Wes­ter­wald selbst­be­wusst. „24 To­re spre­chen für sich“, sagt der Tor­schüt­zen­kö­nig der Re­gio­nal­li­ga West. Tat­säch­lich ist sei­ne Bi­lanz be­ein­dru­ckend, denn in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren hat er re­gel­mä­ßig ge­trof­fen: 44 To­re er­zielt und 17 wei­te­re für Bo­rus­sia Mön­chen­glad­bach II vor­be­rei­tet. Trotz­dem war für ihn bei den Foh­len kein Platz. Die Kri­tik ha­be er re­gis­triert, sie mo­ti­vie­re ihn, und er räumt auch ein: „Das sieht vi­el­leicht manch­mal lust­los aus, aber das ist mein Spiel.“

Fortu­na gibt Mar­lon Rit­ter ei­ne Chan­ce und hofft, dass er den Sprung schafft. Des­halb ha­ben ihn die Flin­ger­ner mit ei­nem Drei-Jah­res-Ver­trag aus­ge­stat­tet. Trai­ner Fried­helm Fun­kel weiß um die Qua­li­tä­ten des Spie­lers, aber auch um sei­ne Schwä­chen. „Mar­lon ist ein über­ra­gen­der Fuß­bal­ler“, sag­te er. „Er wird jetzt na­tür­lich noch mehr läu­fe­risch und ath­le­tisch ge­for­dert, da muss er sich noch ver­bes­sern und stei­gern. Aber er hat ein gu­tes Au­ge, ein sehr gu­tes Pass­spiel und gu­te Stan­dards. Das muss und wird er in den nächs­ten Wo­chen auch noch ver­bes­sern.“

All das be­stä­tigt Rit­ter – teils ger­ne, teils zäh­ne­knir­schend. „Das Lob des Trai­ners tut na­tür­lich gut. Es geht hier al­les schnel­ler zu, es ist auch här­ter und in­ten­si­ver“, sagt er und kommt dann wie­der auf sei­ne Stär­ken zu spre­chen, die er ein­brin­gen möch­te. Da­zu ge­hö­ren die Stan­dards wie Ecken und Frei­stö­ße. „So ein Stan­dard kann ein Spiel ent­schei­den.“

Dass er die­se be­herrscht, hat er be­reits im Test­spiel in Strae­len be­wie­sen. Und das kommt nicht von un­ge­fähr. „Ich ha­be mir das bei Juan Aran­go an­ge­schaut, der hat­te auch ei­nen lin­ken Fuß. Dann ha­be ich ver­sucht, das nach­zu­ma­chen, und nach dem Trai­ning im­mer ge­übt.“Aber im End­ef­fekt sei es egal, wer die To­re schießt: „Haupt­sa­che, wir ge­win­nen.“Und Rit­ter ist froh, bei der Fortu­na zu sein: „War­um soll­te ich wo­an­ders hin­ge­hen, wenn ich so ei­nen Ver­ein vor der Haus­tür ha­be – mit der Tra­di­ti­on, die­sen Fans.“Sei­ne Zie­le for­mu­liert er ge­ra­de­zu be­schei­den: „Wir wol­len ei­ne bes­se­re Sai­son spie­len als die ver­gan­ge­ne. Ich hof­fe, dass ich spie­len wer­de und das ein oder an­de­re Tor ma­che.“Mar­lon Rit­ter trägt bei Fortu­na die Num­mer zehn. Bei sei­nen Qua­li­tä­ten ei­gent­lich selbst­ver­ständ­lich – oder?

FO­TO: CHRIS­TOF WOLFF

Mar­lon Rit­ter (l.) be­haup­tet sich hier bei ei­ner Zwei­kampf-Übung im Trai­nings­la­ger im Wes­ter­wald ge­gen Chris­ti­an Gart­ner.

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