Ka­len­der­blatt 20. Ju­li 2001

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: DPA

Es war das ins­ge­samt 27. Tref­fen der G8. Ita­li­ens Mi­nis­ter­prä­si­dent Sil­vio Ber­lus­co­ni hat­te die Staats­chefs der an­de­ren G8-Staa­ten in die Ha­fen­stadt Ge­nua ein­ge­la­den. Doch in Er­in­ne­rung blieb der Gip­fel nicht we­gen po­li­ti­scher Be­schlüs­se, son­dern we­gen der Ge­walt­es­ka­la­ti­on, die in den Stra­ßen Ge­nu­as statt­ge­fun­den hat­te. Am 20. Ju­li 2001, dem zwei­ten Tag des Tref­fens, at­ta­ckier­ten Hun­dert­schaf­ten der Po­li­zei ei­nen fried­li­chen Pro­test­zug. Sie wa­ren we­gen an­ge­kün­dig­ter Ak­tio­nen des so­ge­nann­ten „Schwar­zen Blocks“in Alarm­be­reit­schaft. In ei­ner Sei­ten­stra­ße rann­te der 23-jäh­ri­ge Car­lo Gi­u­lia­ni mit ei­nem Feu­er­lö­scher in der Hand auf ei­nen Po­li­zei­wa­gen zu. Ein 20-jäh­ri­ger Po­li­zist fühl­te sich be­droht, schoss und traf Gi­u­lia­ni an der Schlä­fe. Der jun­ge Mann starb, und die Ge­walt in Ge­nua ge­riet end­gül­tig au­ßer Kon­trol­le. Am Tag dar­auf ver­sam­mel­ten sich rund 300.000 Gip­fel­geg­ner. Die Po­li­zei re­agier­te mit äu­ßers­ter Här­te. Un­ter an­de­rem wur­de ei­ne Schu­le ge­stürmt, in der De­mons­tran­ten zum Schla­fen un­ter­ge­bracht wor­den wa­ren. Men­schen wur­den sys­te­ma­tisch miss­han­delt und ge­fol­tert. Die ju­ris­ti­sche Au­f­ar­bei­tung der Vor­fäl­le dau­er­te Jah­re. De­mons­tran­ten wie auch Po­li­zis­ten wur­den zu teil­wei­se ho­hen Haft­stra­fen ver­ur­teilt. Der jun­ge Po­li­zist, der Gi­u­lia­ni er­schos­sen hat­te, ging aber straf­frei aus. Das Ge­richt ent­schied, dass es sich bei der Tat um Not­wehr ge­han­delt ha­be.

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