BMW-Fah­rer ver­letzt Ver­kehrs­ka­det­ten

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER STADTPOST - VON AR­NE LIEB

Der Fah­rer steu­er­te sein Fahr­zeug ge­gen die Bei­ne ei­nes Ver­kehrs­hel­fers (19), nach­dem der ihn an ei­ner Sper­rung an der Kir­mes an­ge­hal­ten hat­te. Die Po­li­zei zog den Füh­rer­schein ein. Be­ob­ach­ter be­kla­gen im­mer här­te­re Sit­ten im Ver­kehr.

Of­fen­bar aus Ver­är­ge­rung über ei­ne ge­sperr­te Stra­ße am Kir­mes­platz hat ein 25 Jah­re al­ter BMW-Fah­rer ei­nen Ver­kehrs­ka­det­ten an­ge­fah­ren. Er ließ laut Po­li­zei am Mon­tag ge­gen 21 Uhr sein Fahr­zeug ge­gen die Bei­ne des 19 Jah­re al­ten Ver­kehrs­hel­fers rol­len und füg­te ihm leich­te Bles­su­ren zu. Dann wen­de­te er und floh – konn­te al­ler­dings schnell er­mit­telt wer­den. Als die Po­li­zei ges­tern Mit­tag den Hal­ter des Fahr­zeugs zu Hau­se auf­such­te, traf sie dort auch den Fah­rer an. Denn der stammt laut Po­li­zei aus des­sen en­gem Um­feld, dürf­te al­so ein Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ger sein. Die Po­li­zei zog den Füh­rer­schein ein, es lau­fen Er­mitt­lun­gen we­gen des Ver­dachts der ge­fähr­li­chen Kör­per­ver­let­zung.

Die Ver­kehrs­ka­det­ten im Al­ter von 14 bis 22 Jah­ren re­geln eh­ren­amt­lich den Ver­kehr am Haupt­ein­gang der Rh­ein­kir­mes an der Ober­kas­se­ler Brü­cke. Sie kon­trol­lie­ren die Be­su­cher­strö­me an der Hal­te­stel­le „Lueg­platz“, aber auch die Zu­fahrt zu der Stra­ße, die un­ter der Brü­cke vor­bei­führt. Die­se ist ab 18 Uhr nur noch für Li­ni­en­bus­se of­fen – was der BMW-Fah­rer aber nicht ak­zep­tie­ren woll­te, of­fen­bar hoff­te er auf ei­nen Park­platz di­rekt ne­ben dem Haupt­ein­gang. Die Ka­det­ten ver­wei­sen in sol­chen Fäl­len auf den of­fi­zi­el­len Kir­mes-Park­platz an der Mes­se, denn di­rekt ne­ben dem Fest­platz gibt es kei­ne Mög­lich­keit, das Au­to ab­zu­stel­len.

Der jun­ge Fah­rer woll­te das nicht ak­zep­tie­ren. Er be­schimpf­te den Ka­det­ten, der ge­mein­sam mit ei- nem an­de­ren Ju­gend­li­chen sei­nen Di­enst tat. Schließ­lich steu­er­te er sein Fahr­zeug ge­gen den Ju­gend­li­chen. Dann soll er ihn so­gar noch wei­ter be­schimpft ha­ben. Am En­de wen­de­te der BMW-Fah­rer und floh. Al­ler­dings hat­ten Zeu­gen das Kenn­zei­chen des in Düsseldorf zu­ge­las­se­nen Au­tos no­tiert und auch das Ge­sicht des Ver­däch­ti­gen ge­se­hen.

Ne­ben der straf­recht­li­chen Fol­gen droht dem Fah­rer nun auch der Ent­zug des Füh­rer­scheins. In sol­chen Fäl­len ist es üb­lich, dass die Po­li­zei das Stra­ßen­ver­kehrs­amt in­for­miert, das dann prüft, ob die Per­son zum Füh­ren ei­nes Kraft­fahr­zeugs ge­eig­net ist. Ober­bür­ger­meis­ter Tho­mas Gei­sel und Ver­kehrs­de­zer­nent Ste­phan Kel­ler ver­ur­teil­ten aufs Schärfs­te das rück­sichts­lo­se Ver­hal­ten des Au­to­fah­rers. „Die vor­sätz­li­che Ge­fähr­dung des Hel­fers ist ab­so­lut nicht hin­nehm­bar und muss ent­spre­chend hart ge­ahn­det wer­den“, sag­te Gei­sel und lob­te zu­gleich den Ein­satz der Ka­det­ten.

Ei­nen so hef­ti­gen Vor­fall hat es bei der Kir­mes noch nicht ge­ge­ben, aber die Ver­kehrs­ka­det­ten wer­den häu­fig das Op­fer von wü­ten­den Au­to­fah­rern, die sich nicht mit Um­lei­tun­gen oder Park­ver­bot ab­fin­den wol­len – und die ju­gend­li­chen Eh­ren­amt­ler an­ge­hen. „Die Rück­sichts­lo­sig­keit nimmt zu“, sagt Lei-

RP-FO­TO: HANS-JÜR­GEN BAU­ER

An die­ser Stra­ßen­sper­re stopp­te der 19-Jäh­ri­ge den BMW-Fah­rer. Der woll­te sich von dem Ver­kehrs­ka­det­ten aber nicht an der Wei­ter­fahrt hin­dern las­sen, be­rich­ten Au­gen­zeu­gen.

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