Jun­ge For­scher prä­sen­tie­ren Ide­en

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON UTE RASCH

Sie wol­len ei­ne Ur­in­stamm­zell­bank grün­den oder Fir­men da­bei hel­fen, ih­ren Kun­den­ser­vice zu ver­bes­sern – Nach­wuchs-Wis­sen­schaft­ler über­zeug­ten beim Uni-Wett­be­werb.

Die An­kün­di­gung klang schon mal viel­ver­spre­chend: „Wir ma­chen aus ih­rem klei­nen Ge­schäft et­was Gro­ßes“, so tra­ten jun­ge Wis­sen­schaft­ler beim Ide­en­wett­be­werb der Uni an, um ih­ren Plan vor­zu­stel­len. Sie wol­len die ers­te Ur­in­stamm­zell­bank welt­weit grün­den. Ins­ge­samt prä­sen­tier­ten dies­mal 45 Teams ih­re Ge­schäfts­ide­en, ei­ni­ge wa­gen sich noch wäh­rend des Stu­di­ums an ei­ne Fir­men­grün­dung.

Sie be­an­tra­gen ge­ra­de För­der­mit­tel und sind auf Part­ner­su­che, um dann mög­lichst bald an den Start zu ge­hen: ei­ne Grup­pe von jun­gen Wirt­schafts­wis­sen­schaft­lern und In­for­ma­ti­kern, die mit ei­nem ehr- gei­zi­gen Ziel an­tre­ten. Sie ha­ben ei­ne in­tel­li­gen­te Soft­ware ent­wi­ckelt, die den Kun­den­ser­vice von Un­ter­neh­men ver­bes­sern soll. Der Wirt­schafts­wis­sen­schaft­ler Da­ri­us Sha­yan Nas­ab er­läu­tert die Idee im Schnell­durch­gang: „Sie stel­len plötz­lich fest, dass ihr In­ter­net deut­lich lang­sa­mer ist als sonst und ha­ben kei­ne Ah­nung, was der Grund ist.“Al­so An­ruf beim An­bie­ter, was nun folgt, kennt je­der: end­lo­se War­te­schlei­fe, schließ­lich er­reicht man je­man­den, wird wei­ter ver­bun­den, er­klärt im­mer wie­der sein Pro­blem.

Das Team von „AI Bo­tics“hat ei­ne Soft­ware ent­wi­ckelt, die man sich als ei­nen klei­nen Ro­bo­ter vor­stel­len kann: „Bo­ti“. Er über­nimmt den Erst­kon­takt zum Kun­den, ist in der La­ge, ein­fa­che Fra­gen zu be­ant­wor­ten. Kann er das nicht, ver­mit­telt er zum rich­ti­gen An­sprech­part­ner. „Bo­ti wird nicht mü­de, kann 24 St­un­den im Ein­satz sein“, so sei­ne Schöp­fer. Die­se Soft­ware sei auch für den Ver­sand­han­del und ei­gent­lich für je­des Un­ter­neh­men ein­setz­bar, das Pro­ble­me mit dem Kun­den­ser­vice hat. Ei­ne Ge­schäfts­idee, die die Ju­ry mit dem ers­ten Preis be­lohn­te.

Gut ge­schla­fen heu­te Nacht? 25 Pro­zent al­ler Men­schen kön­nen da nur mü­de la­chen, sie wer­den von Schlaf­stö­run­gen ge­plagt. Und drei Mil­lio­nen lei­den an Tin­ni­tus. Die­se Zah­len wa­ren die Grund­la­ge, da­zu stieß ei­ne Idee aus USA: „Mit Tö­nen in be­stimm­ten Fre­quen­zen lässt sich das Ge­hirn sti­mu­lie­ren, das ha­ben meh­re­re Stu­di­en be­wie­sen“, er­läu­tert El­mar Lins, Mit­grün­der und Ge­schäfts­füh­rer von „Fo­kus.FM“.

Das Un­ter­neh­men er­probt sein Ge­schäfts­mo­dell so­eben an ers­ten Test­kun­den. Spä­ter soll dann auf ei­ner On­li­ne-Platt­form Mu­sik an­ge­bo­ten wer­den, die mit den ent­spre­chen­den Tö­nen kom­bi­niert wur­den, ho­he Fre­quen­zen wür­den eher die Kon­zen­tra­ti­on des Ge­hirns stär­ken, tie­fe Fre­quen­zen die Mü­dig­keit för­dern. El­mar Lins: „Tin­ni­tus lässt sich da­durch nicht hei­len, aber man nimmt ihn an­ders wahr.“

Noch in der Pla­nungs­pha­se ist die künf­ti­ge Ur­in­stamm­zell­bank, die von Pro­fes­sor Ja­mes Ad­jaye und drei jun­gen Wis­sen­schaft­lern am In­sti- tut für Stamm­zell­for­schung und Re­ge­ne­ra­ti­ve Me­di­zin ge­plant wird. Die­ses Team hat ei­ne Me­tho­de ent­wi­ckelt, um aus dem Urin Stamm­zel­len zu fil­tern. „Un­ser Ziel ist es, mög­lichst jun­ge, ge­sun­de Zel­len ein­zu­frie­ren, um sie bei Be­darf zu nut­zen“, so Lu­kas Spitz­horn. Et­wa, wenn ein Or­gan schwer ge­schä­digt ist und der Pa­ti­ent auf ei­ne Trans­plan­ta­ti­on war­tet. „Wir ha­ben be­reits nach­ge­wie­sen, dass sich die­se Stamm­zel­len zu Kno­chen­zel­len ent­wi­ckeln kön­nen.“Spe­zi­ell auf­be­rei­tet hät­ten sie wohl auch das Po­ten­zi­al, sich in Or­gan­zel­len zu ver­wan­deln, um das er­krank­te Or­gan zu re­ge­ne­rie­ren. So klingt Zu­kunft – und brach­te dem Team beim Ide­en­wett­be­werb den Pu­bli­kums­preis.

FO­TO: HAN­NAH HEIMBUCHNER

Mi­scha Hes­se (v.l.), Ar­ne Berg­feld, Da­ri­us Sha­yan Nas­ab und Pas­hu­tan Mo­da­re­si wa­ren beim Wett­be­werb er­folg­reich.

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