Ho­he Haft­stra­fen für Über­fall auf Ju­we­lier am Wehr­hahn

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(RP) Fast zwei Jah­re nach dem bru­ta­len Raub­über­fall auf ein Ju­we­lier­ge­schäft am Wehr­hahn sind in Schles­wig-Hol­stein acht Män­ner zu teils ho­hen Haft­stra­fen ver­ur­teilt wor­den – we­gen die­ser Tat und wei­te­rer Über­fäl­le. Die Män­ner müs­sen zwi­schen knapp drei und zehn Jah­ren in Haft, we­gen schwe­ren Rau­bes, ge­fähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung oder der Ver­ab­re­dung zum schwe­ren Raub. Ein wei­te­rer An­ge­klag­ter wur­de zu ei­ner Haft­stra­fe von ei­nem Jahr und neun Mo­na­ten we­gen Dieb­stahls ver­ur­teilt, zwei An­ge­klag­te wur­den vom Ge­richt frei­ge­spro­chen.

Den Män­nern war vor­ge­wor­fen wor­den, in klei­nen Grup­pen und wech­seln­der Zu­sam­men­set­zung am hell­lich­ten Tag un­ter an­de­rem den Ju­we­lier am Wehr­hahn (im Au­gust 2014) und ein Pfand­leih­haus in Kiel über­fal­len und Schmuck und Bar­geld im Wert von meh­re­ren 100.000 Eu­ro er­beu­tet zu ha­ben. Der Düs­sel­dor­fer La­den­be­sit­zer hat­te an je­nem Nach­mit­tag schwers­te Kopf­ver­let­zun­gen er­lit­ten, als zwei Män­ner ihn in sei­nem Ge­schäft über­fie­len, ihn fes­sel­ten und da­bei wie­der­holt wuch­tig auf ihn ein­schlu­gen. Er wä­re wohl ver­blu­tet, wenn er nicht ge­ra­de noch recht­zei­tig ent­deckt wor­den wä­re. Die Tä­ter konn­ten mit Schmuck für meh­re­re 1000 Eu­ro ent­kom­men, ei­ner von ih­nen hin­ter­ließ je­doch beim Über­sprin­gen der Ver­kaufs­the­ke den Ab­druck sei­nes Hand­bal­lens.

Als Wo­chen spä­ter dann je­ne Pfand­lei­he in Kiel, Schles­wig-Hol­stein, aus­ge­raubt wur­de – da­bei wur­de ein An­ge­stell­ter ge­fes­selt und mit Elek­tro­scho­ckern ge­quält, die Tä­ter er­beu­te­ten Schmuck für rund ei­ne hal­be Mil­li­on Eu­ro –, stell­te die Kri­po fest: Der Hand­ab­druck aus Düsseldorf passt zu ei­nem der Ver­däch­ti­gen, die zwi­schen 22 und 40 Jah­re alt sind und in Li­tau­en beim Mi­li­tär aus­ge­bil­det wur­den. Im ver­gan­ge­nen Herbst muss­te der Ju­we­lier selbst in Kiel ge­gen die Män­ner aus­sa­gen.

Der Mam­mut-Pro­zess mit rund 60 Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten be­gann im ver­gan­ge­nen Ok­to­ber. Er wur­de aus Platz­man­gel und we­gen der nö­ti­gen ho­hen Si­cher­heits­vor­keh­run­gen in den Räu­men des Ober­ver­wal­tungs­ge­rich­tes in Schles­wig ab­ge­hal­ten, zu­stän­dig ist aber das Land­ge­richt Kiel.

Die Staats­an­walt­schaft hat­te für die An­ge­klag­ten Haft­stra­fen zwi­schen drei Jah­ren und elf Jah­ren und elf Mo­na­ten ge­for­dert. Die Ver­tei­di­ger plä­dier­ten für sechs der An­ge­klag­ten auf Frei­spruch.

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