Ach du Schreck!

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER RHEINKIRMES - VON AR­NE LIEB

Das Gru­seln kommt nie aus der Mo­de. Aber wa­ru

Schon wie­der gibt es auf der Kir­mes mit dem „En­coun­ter“und dem „Hor­ror-La­za­rett“zwei neue Gru­sel-At­trak­tio­nen – und die Schlan­gen vor dem Ein­gang sind am Abend lang. Das gilt auch für die bei­den eta­blier­ten Geis­ter­bah­nen „Da­e­mo­ni­um“und „Geis­ter­stadt“. Wor­auf kommt es beim Gru­seln an – und wie­so kommt es nie aus der Mo­de? Wir ha­ben drei ganz un­ter­schied­li­che Ex­per­ten ge­fragt. Der Schau­stel­ler „Die Leu­te su­chen ei­nen Kick, so ein­fach ist das. Ich ha­be den ,En­coun­ter’, ei­ne voll­au­to­ma­ti­sche Gru­sel-Show, ja erst vor kur­zem selbst ge­baut. Da muss­te ich ler­nen, wor­auf es an­kommt. Dun­kel­heit ist na­tür­lich wich­tig, aber auch das rich­ti­ge Ti­ming. Im ,En­coun­ter’ gibt es Tricks in den Sit­zen, zum Bei­spiel ha­ben die Zu­schau­er das Ge­fühl, es krib­belt um ih­re Bei­ne. Erst woll­te ich ei­ne An­la­ge bau­en, in der die Leu­te sich rich­tig gru­seln. Dann aber ha­be ich fest­ge­stellt, dass die meis­ten das gar nicht wol­len. Ich bin auch selbst über­haupt kein Hor­ror-Freak, mir schla­gen zu har­te Fil­me aufs Ge­müt. Al­so will ich, dass die Leu­te auch la­chen. Wich­tig ist für bei­des die rich­ti­ge Dra­ma­tur­gie. Die An­la­ge lässt sich auf die Mil­li­se­kun­de ge­nau pro­gram­mie­ren, und stän­dig än­de­re ich noch ir­gend­was. Das ist wie ei­ne Nin­ten­do-Kon­so­le für mich. Span­nend zu be­ob­ach­ten ist, wie un­ter­schied­lich die Leu­te re­agie­ren. Die meis­ten se­hen zu­frie­den aus. Ges­tern Abend aber wa­ren zwei Mäd­chen da, die rich­tig in Pa­nik ge­ra­ten sind und noch wäh­rend der Show raus­woll­ten. Ich ha­be sie ge­trös­tet. Für das Ge­schäft war der Vor­fall na­tür­lich toll, die nächs­te Show war voll. Aber ich hat­te schon Mit­leid.“Karl Häs­ler, 55 Jah­re, ist er­fah­re­ner Schau­stel­ler und Chef der Kir­mes-Neu­heit „En­coun­ter“. Der For­scher „Schon Kin­der set­zen sich frei­wil­lig Si­tua­tio­nen aus, in de­nen sie Angst ha­ben, et­wa in­dem sie mit ei­ner Spin­ne spie­len, nachts auf den Fried­hof ge­hen oder mit der Geis­ter­bahn fah­ren. Sie spü­ren in­stink­tiv, dass sie ler­nen müs­sen, mit

Der mensch­li­che Er­schre­cker sorgt vor der Tür d

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