Ban­ken bau­en Fi­lia­len ab

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT - VON THORS­TEN BREITKOPF

All­ge­mein sinkt die Zahl der Ban­knie­der­las­sun­gen ra­pi­de. Düsseldorf trifft es be­son­ders hart. Die Deut­sche Bank hat an­ge­kün­digt, vier Fi­lia­len zu schlie­ßen, die Stadt­spar­kas­se schließt 18. Die Bank SEB hat sich kom­plett zu­rück­ge­zo­gen.

Düsseldorf ist tra­di­tio­nell nach Frank­furt die zwei­te deut­sche Ban­ken­me­tro­po­le. Ne­ben gro­ßen In­sti­tu­ten wie Wes­tLB, WGZ Bank, Trink­aus oder IKB hat­te Düsseldorf auch stets ein um­fang­rei­ches Netz an Fi­lia­len für Pri­vat­kun­den. Doch die­se Zei­ten nei­gen sich dem En­de ent­ge­gen. Deutsch­lands größ­tes Kre­dit­in­sti­tut, die Deut­sche Bank, hat den mas­sivs­ten Rück­zug aus der Flä­che seit vie­len Jahr­zehn­ten be­schlos­sen. Bis En­de 2017 wer­den 188 Fi­lia­len in Deutsch­land ge­schlos­sen. Bei der Bank al­ler­dings spricht man von Zu­sam­men­le­gung. Mit 51 zu schlie­ßen­den Nie­der­las­sun­gen in NRW wird das be­völ­ke­rungs­reichs­te Bun­des­land über­pro­por­tio­nal ge­trof­fen.

In Düsseldorf ste­hen vier Fi­lia­len der Deut­schen Bank vor dem Aus. Die Kun­den der Fi­lia­le Wehr­hahn (Ja­co­bi­weg 1) wer­den künf­tig von der Haupt­stel­le an der Kö­nigs­al­lee be­treut. Die Kun­den der Nie­der­las­sung Flin­gern (Do­ro­the­en­stra­ße 1) sol­len zum Brehm­platz wech­seln. Golz­hei­mer Deut­sche-Bank-Kun­den (Kai­sers­wer­t­her Stra­ße 239) wer­den bald von der Fi­lia­le De­ren­dorf (Col­len­bach­stra­ße 2) be­treut. Die Ober­bil­ker Fi­lia­le an der Köl­ner Stra­ße 295 schließt zu­guns­ten der Fi­lia­le in El­ler (Gum­bert­stra­ße 111). Vor knapp drei Jah­ren wur­de die Nie­der­las­sung an der Bil­ker Al­lee un­weit der Bil­ker Kir­che zu­ge­macht. Es ver­blei­ben noch elf Ge­schäfts­stel­len des Kre­dit­in­sti­tuts in der NRW-Lan­des­haupt­stadt.

Durch die Stel­len­schlie­ßun­gen kommt es zu Jo­bab­bau. „Vom Ab­bau im Ge­schäft mit Pri­vat- und Fir­men­kun­den sind rund 2500 Voll- zeit­stel­len be­trof­fen. Die Deut­sche Bank wird den Stel­len­ab­bau so so­zi­al­ver­träg­lich wie mög­lich um­set­zen. Mit­ar­bei­ter wer­den wei­ter qua­li­fi­ziert und freie Ar­beits­plät­ze im Kon­zern wer­den ver­mit­telt“, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Bank. Wie sich der Jo­bab­bau auf Düsseldorf aus­wir­ke, wis­se sie noch nicht.

Mit die­ser mas­si­ven Fi­li­al­schlie­ßungs­wel­le steht der eins­ti­ge Bran­chen­pri­mus nicht al­lein da. Auch die Stadt­spar­kas­se Düsseldorf, be­kannt für ihr be­son­ders dich­tes Fi­li­al­netz, hat ver­kün­det, mas­siv Bank- So vie­le Fi­lia­len gibt es in Düsseldorf An­zahl der Fi­lia­len 2014 ge­plan­te An­zahl in 2017/18

Deut­sche Bank

Com­merz­bank

Stadt­spar­kas­se

Volksbank

Post­bank 15 Fi­lia­len 11 22 21 64 46 13 13 11 10 stel­len dicht­zu­ma­chen. Bis En­de Ju­ni soll­ten die Nie­der­las­sun­gen Han­saal­lee, Os­ten­dorf­stra­ße und Me­di­en­ha­fen/Ham­mer Stra­ße schlie­ßen. Die Geld­au­to­ma­ten an der Ham­mer Stra­ße blei­ben zu­nächst er­hal­ten, wer­den spä­ter von ei­ner Au­to­ma­ten­fi­lia­le in der Nä­he des Ei­gel­stein ab­ge­löst. En­de Sep­tem­ber soll dann die Fi­lia­le am Hand­wei­ser ge­schlos­sen und durch SB-Ter­mi­nals er­setzt wer­den. Die Mit­ar­bei­ter und ih­re je­wei­li­gen Kun­den wer­den auf be­nach­bar­te Fi­lia­len ver­teilt. Bis zum Jahr 2019 soll die Zahl der Ge­schäfts­stel­len von einst 64 auf dann 46 sin­ken.

Die Com­merz­bank wirbt da­mit, kei­ne wei­te­ren Fi­lia­len zu schlie­ßen. 2015 war die in Friedrichstadt ge­schlos­sen wor­den, da­mit ver­blei­ben noch 21 Düs­sel­dor­fer Nie­der­las­sun­gen. Die Post­bank, ei­ne Toch­ter der Deut­schen Bank, hat En­de Ju­ni ih­re Fi­lia­len auf zehn in Düsseldorf re­du­ziert und das Fi­nanz­cen­ter an der Graf-Adolf-Stra­ße dicht­ge­macht. Die SEB Bank zog sich ganz aus Düsseldorf zu­rück. Die Volksbank wirbt da­mit, kei­ne Fi­lia­len zu schlie­ßen.

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