Schmitz fin­det al­les bes­ser

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER SPORT -

Der 27 Jah­re al­te Mit­tel­feld­spie­ler der Fortu­na freut sich auf die kom­men­de Sai­son, er lobt die Qua­li­tät der Mann­schaft, das Trai­ner­team, den Trai­nings­auf­bau.

THOMAS SCHUL­ZE BE­RICH­TET AUS DEM WESTERWALD Es gibt ihn al­so doch noch bei Fortu­na: den Spie­ler, der den Mund auf­macht und sich traut zu sa­gen, was gut ist und was schlecht ist, der nicht klein­laut al­les glät­tet. Lu­kas Schmitz prä­sen­tiert sich im Trai­nings­la­ger im Westerwald als Per­sön­lich­keit mit Rück­grat, selbst­be­wusst mit ei­ge­ner Mei­nung. „Das hat aber nicht mit mei­nem Sta­tus zu tun oder dass ich jetzt zu den äl­te­ren Spie­lern ge­hö­re“, sagt er. „Auch ich bin nur ein Jahr äl­ter als vor ei­nem Jahr.“

An das ver­gan­ge­ne Jahr er­in­nert sich Schmitz ei­gent­lich nicht so ger­ne, mit Aus­nah­me des Sai­son­en­des: „Da ha­ben wir zu­sam­men­ge­fun­den, da ging es um den Klas­sen­er­halt, da ha­ben wir ein gu­tes Fun­da­ment ge­legt.“

Er spricht lie­ber über das, was jetzt ist, weil das aus sei­ner Sicht ziem­lich po­si­tiv ist. „Wir ha­ben ei­ne cha­rak­ter­lich gu­te Mann­schaft zu­sam­men“, sagt er. Dass der ehe­ma­li­ge Schal­ker mit 27 Jah­ren zu den ge­stan­de­nen Spie­lern ge­hört, ist für ihn kein Pro­blem, viel­mehr nimmt er die Rol­le an und füllt sie auch aus: „Vor­bild für die jun­gen Spie­ler ist man durch sein Ver­hal­ten und nicht mit quat­schen.“Und in Oli­ver Fink sei ei­ne In­te­gra­ti­ons­fi­gur zum Ka­pi­tän er­nannt wor­den.

Das ist aber nur ein ver­steck­tes Lob für Trai­ner Fried­helm Fun­kel. Schmitz wird noch wei­t­aus deut­li­cher und lobt aus­drück­lich die Ar­beit im Trai­nings­la­ger in Wiesensee. „In der Vor­be­rei­tung wird der Grund­stein für ei­ne er­folg­rei­che Sai­son ge­legt“, sagt er. „Je här­ter die Vor­be­rei­tung, des­to bes­ser ist das Ge­fühl, mit dem man in die Spie­le geht.“Und die Vor­be­rei­tung sei in die­sem Jahr deut­lich bes­ser. „Im Vor­jahr ha­ben wir lan­ge auf dem Platz ge­stan­den, aber von der In­ten­si­tät her ist das nicht zu ver­glei­chen. Es ist al­les bes­ser ge­wor­den - die Mann­schaft, das Trai­ner­team, der Trai­nings­auf­bau, das ist rich­tig gut.“Viel deut­li­cher kann die Kri­tik am frü­he­ren Trai­ner Frank Kra­mer kaum for­mu­liert wer­den. Selbst den Ein­wand, Co-Trai­ner Pe­ter Her­mann sei doch vor ei­nem Jahr auch da­bei ge­we­sen, fegt Schmitz vom Tisch: „Da konn­te er sich nicht so ein­brin­gen wie jetzt.“

Doch Schmitz ist kein Schön­red­ner, der von ro­si­gen Zei­ten träumt. „Die Vor­be­rei­tung zählt dem­nächst nicht“, sagt er. „Da brau­chen wir Er­geb­nis­se. Wir müs­sen punk­ten, um gut in die Sai­son zu kom­men. Dann kön­nen wir ei­ne deut­lich bes­se­re Sai­son spie­len. Da­zu müs­sen wir na­tür­lich To­re er­zie­len, egal wer.“

In der ver­gan­ge­nen Sai­son Ke­rem De­mir­bay der bes­te Of­fen­siv­spie­ler, doch aus­ge­rech­net er ist nun nicht mehr da. „Ja, aber sonst sind noch al­le da­bei, die am En­de den Klas­sen- er­halt ge­si­chert ha­ben“, sagt Schmitz. „Wir ha­ben vie­le ge­stan­de­ne Spie­ler, die den Rah­men vor­ge­ben, und vor­ne kön­nen die Jun­gen un­be­küm­mert auf­spie­len. Sie ha­ben den Vor­teil, dass die Er­war­tun­gen an sie ge­rin­ger sind. Und vom Er­folg pro­fi­tie­ren al­le – auch die­je­ni­gen, die auf der Bank sit­zen. Roh­de hat bei den Bay­ern zum Bei­spiel fast nur auf der Bank ge­ses­sen und wech­selt jetzt für zehn Mil­lio­nen nach Dort­mund.“Wenn das kei­ne Mo­ti­va­ti­on ist.

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