Gru­seln als Frei­zeit­spaß

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON JU­LIA BRABECK

Ge­spens­ter, ir­re Clowns und der Sen­sen­mann be­rei­ten im Gru­sel­la­by­rinth in Bot­trop den Be­su­chern vie­le schau­ri­ge Schre­cken.

Das Gru­seln be­ginnt be­reits auf dem Park­platz. Schau­ri­ge Mu­sik schallt über das Are­al, Was­ser plät­schert aus ei­nem tief­schwar­zen, mit ei­ner Fi­gur des To­des ge­krön­ten Brun­nen, und selt­sa­me Ge­stal­ten hu­schen um­her. „Me­men­to Mo­ri“(„Be­den­ke, dass du sterb­lich bist“) grüßt ein Schild. Wie von Zau­ber­hand öff­net sich ei­ne gro­ße Me­tall­tür. Der Be­su­cher be­tritt ei­ne rie­si­ge Hal­le, von der er zu­nächst nicht viel er­kennt. Die Au­gen müs­sen sich erst ein­mal an das Däm­mer­licht ge­wöh­nen. Wäh­rend der Gast sich noch ori­en­tiert, tritt be­reits Sen­sen­mann Hel­mut hin­ter ihn und legt sei­ne kal­te Ske­lett­hand auf die Schul­ter. Das sorgt ga­ran­tiert für die ers­ten Krei­scher, de­nen noch vie­le fol­gen sol­len. Es ist die Be­grü­ßung im Bot­tro­per Gru­sel­la­by­rinth, das in der al­ten Wasch­kaue auf der ehe­ma­li­gen Ze­che Pro­sper II ein­ge­rich­tet wur­de.

Seit An­fang 2015 wird den Be­su­chern auf 3000 Qua­drat­me­tern ein Gän­se­haut-Spek­ta­kel ge­bo­ten. Vor den Au­gen der Gäs­te er­wacht ein gi­gan­ti­sches Ge­mäl­de ei­ner al­ten Geis­ter­vil­la zum Le­ben, und der buck­li­ge Igor führt die Be­su­cher mit­ten in das Aben­teu­er hin­ein. In Grup­pen bis zu 25 Per­so­nen wer­den die Gäs­te durch 16 Sze­na­ri­en und La­by­rin­the ge­lei­tet und auch selbst zu Prot­ago­nis­ten ei­ner Gru­sel­ge­schich­te. Die­se dreht sich um das Mäd­chen Ma­rie, wel­ches sich im Land der Schat­ten auf der Su­che nach ih­rer to­ten Mut­ter in ei­ner düs­te­ren Alp­traum­welt ver­irrt und von den Be­su­chern in die Ge­gen­wart zu­rück­ge­holt wer­den muss.

Rund 100 Mi­nu­ten dau­ert je­der Durch­lauf, der durch sehr auf­wen­dig aus­ge­stat­te­te Räu­me führt. Zahl­rei­che Darstel­ler ge­stal­ten die Sze­nen und lei­ten das Pu­bli­kum für den wei­te­ren Fort­gang der Ge­schich­te an. Auch wenn das Gru­seln und die Span­nung an ers­ter Stel­le ste­hen – es gibt im­mer Zeit zum Durch­at­men, es wird im­mer wie­der für er­lö­sen­de Mo­men­te ge­sorgt. Die Show hat es in sich, auch wenn auf kras­se oder blu­ti­ge Hor­ror-Sze­nen ver­zich­tet wird.

Über­all trei­ben Geis­ter, Ge­spens­ter, Zom­bies und Gru­sel­fi­gu­ren ihr Un­we­sen. Egal, wie sehr der Be­su­cher auf der Hut ist, tau­chen die­se We­sen plötz­lich aus dem Nichts auf und sor­gen für Er­schre­cken. Hin­zu kommt in den im­mer wie­der dunk­len Räu­men ein ir­res La­chen, ein Knur­ren, wil­des Ge­schrei – meist sehr laut und un­er­war­tet. Auch er­schei­nen gräss­li­che Frat­zen plötz­lich im Licht­ke­gel, oder Hän­de grei­fen un­er­war­tet nach den Bei­nen.

Be­son­ders gru­se­lig ist die Su­che nach dem Weg durch zwei stock­fins­te­re La­by­rin­the. Da hilft ei­gent­lich nur, sich be­herzt an sei­nen Vor­gän­ger zu hal­ten – ein­mal, um Zu­sam­men­stö­ße zu ver­mei­den, aber auch, um sich nicht so ver­lo­ren zu füh­len. Im oh­ne­hin ver­wir­ren­den rie­si­gen Spie­gel­la­by­rinth sorgt spä­ter noch ein durch­ge­knall­ter Clown für zu­sätz­li­ches Herz­ra­sen.

Am En­de des Rund­gangs er­folgt die Auf­lö­sung der gan­zen Gru­sel­ge­schich­te. Das ist für die jun­gen Be­su­cher wahr­schein­lich not­wen­dig und be­ru­hi­gend, aber für die Er­wach­se­nen et­was zu lang­at­mig, auch wenn da­bei be­ein­dru­cken­de tech­ni­sche Ef­fek­te ge­zeigt wer­den, mit de­ren Hil­fe ei­ne gan­ze Brü­cke schein­bar zum Ein­sturz ge­bracht wird.

Wer möch­te, kann sich noch bei den klei­nen grü­nen Ko­bol­den im „Fins­ter­la­den“mit vie­len gru­se­li­gen De­ko­ra­ti­ons­ar­ti­keln, Mas­ken und Pe­rü­cken für die nächs­te Hal­lo­ween-Par­ty ein­de­cken. Zu­dem be­steht die Mög­lich­keit, sich zu­sam­men mit Hor­ror­dar­stel­lern in ei­nem Sarg fo­to­gra­fie­ren zu las­sen, be­vor man aus der Fins­ter­nis wie­der ins Ta­ges­licht zu­rück­kehrt.

Marek Fis ist „Un­ter Ar­rest“

RP-FO­TO: HANS-JÜR­GEN BAU­ER

Sen­sen­mann, Zom­bie oder der buck­li­ge Igor: Im Gru­sel­la­by­rinth brau­chen Be­su­cher star­ke Ner­ven.

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