Kein gu­tes Si­gnal vom Rechts­staat

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER STADTPOST -

Die Staats­an­walt­schaft hat kei­ne fal­sche Ent­schei­dung ge­trof­fen. Sie hat nach gel­ten­dem Recht die Atta­cke auf ei­ne Ex-Freun­din in de­ren Woh­nung nicht an­ders be­wer­tet als ei­ne Mes­ser­ste­che­rei un­ter Klein­kri­mi­nel­len. Das ist rech­tens.

Trotz­dem ist die Ent­schei­dung, ei­ne Tö­tungs­ab­sicht von vorn­her­ein zu ver­nei­nen, ge­ra­de in die­sem Fall nicht gut. Ein Zi­vil­rich­ter et­wa wird sich schwer tun, dem Op­fer sei­nen Pei­ni­ger per Fern­hal­te­ver­fü­gung vom Hals zu hal­ten, wenn da „nur“von Kör­per­ver­let­zung die Re­de ist. Wenn schon die An­klä­ger die kleinst­mög­li­che De­fi­ni­ti­on für ei­ne Mes­ser­at­ta­cke un­ter Le­bens­part­nern wäh­len, wie sol­len dann Rich­ter häus­li­che Ge­walt so ernst neh­men wie sie ist? Vom Si­gnal an an­de­re Ge­walt­tä­ter gar nicht erst zu re­den. Ste­fa­ni Geilhausen

@rheinische-post.de chen Ver­such. Die Ein­lei­tung von Er­mitt­lun­gen durch ei­ne Mord­kom­mis­si­on sei da­her nicht zu be­grün­den, und auch ein Haft­be­fehls­an­trag we­gen ei­nes ver­such­ten Tö­tungs­de­likts hät­te vorm Un­ter­su­chungs­rich­ter kaum Chan­cen ge­habt.

Der 44-Jäh­ri­ge ist ges­tern Abend nach Ab­schluss sei­ner Ver­neh­mung nach Hau­se ent­las­sen wor­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.