Platz für Po­ké­mon-Fans

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON H. GERWIG UND D. RICH­TERS

Stadt stellt Bän­ke auf der Gi­rar­det-Brü­cke auf. Am 20. Au­gust ist ein gro­ßes Tref­fen ge­plant.

Mitt­ler­wei­le ge­hö­ren sie fast zum Stadt­bild: Po­ké­mon-Go-Spie­ler auf der Su­che nach den ani­mier­ten Mons­ter­chen. Zu er­ken­nen sind sie für Nicht-Ein­ge­weih­te dar­an, dass sie sto­isch auf ihr Smart­pho­ne bli­cken und sich ger­ne auf der Gi­rar­det-Brü­cke, die auf Hö­he der Trink­aus­stra­ße die bei­den Sei­ten der Kö­nigs­al­lee ver­bin­det, in Mas­sen ver­sam­meln. Im Au­gust könn­ten es Tau­sen­de mehr wer­den: Über das so­zia­le Netz­werk Face­book hat sich ei­ne Grup­pe ver­ab­re­det, am 20. Au­gust ge­mein­sam in Düs­sel­dorf auf Jagd zu ge­hen. Rund 4500 Men­schen in­ter­es­sie­ren sich be­reits für die Ver­an­stal­tung, 1000 Spie­ler ha­ben zu­ge­sagt. Der Hy­pe um die klei­nen Mons­ter fin­det eben nicht nur vi­ral, son­dern auch ganz re­al statt, wie bei­spiels­wei­se auf der Kö.

„Die Gi­rar­det-Brü­cke ist ein per­ma­nen­ter Po­ké­stop“– so er­klärt der jun­ge Mons­ter­jä­ger Alex­an­der Pfei­fer das Phä­no­men: „Hier kann man den gan­zen Tag wich­ti­ge Ge­gen­stän­de für das Spiel sam­meln. Die braucht man, um Po­ké­mons ein­fan­gen zu kön­nen.“Im über­tra­ge­nen Sin­ne sind die Po­ké­stops al­so die Tank­stel­len der Po­ké­mon-Jä­ger.

Die Stadt­ver­wal­tung re­agiert in­so­fern, als dass sie jetzt Bän­ke an der Brü­cke auf­stellt. In den Som­mer­fe­ri­en be­hin­der­ten sie nicht den Ver­kehr, so ei­ne Spre­che­rin von Ober­bür­ger­meis­ter Thomas Gei­sel. Wei­te­re Maß­nah­men, et­wa ei­ne Sper­rung der Stra­ße oder Food­trucks, sind sei­tens der Stadt nicht vor­ge­se- hen. „Der Ver­an­stal­ter kann aber ei­ne Ver­an­stal­tung an­mel­den und ei­ne Son­der­nut­zung be­an­tra­gen“, das sei das üb­li­che Ver­fah­ren, sagt die Spre­che­rin. Die Stadt wün­sche den Po­ké­mon-Go-Spie­lern viel Spaß und viel Er­folg.

Der neue Trend ba­siert auf dem gleich­na­mi­gen Spiel für Com­pu­ter­kon­so­len aus den 1990er Jah­ren. Das Ziel ist, mög­lichst vie­le klei­ne Mons­ter, die Po­ké­mon, ein­zu­fan­gen. Da sich die­se an ver­schie­de­nen Or­ten der Stadt tum­meln, sieht man ver­mehrt jun­ge Men­schen mit ih­ren Han­dys su­chend durch die Stra­ßen zie­hen. Im Prin­zip tun die Spie­ler al­so das, was Men­schen schon vor tau­sen­den von Jah­ren ge­tan ha­ben: Ja­gen und Sam­meln.

Seit ei­ni­gen Ta­gen kön­nen die Spie­ler Spots wie die auf der Gi­rar­det-Brü­cke über den so­ge­nann­ten „Po­ké­map­per“or­ten (un­ter https:// po­ke­map­per.co/). Die in­ter­ak­ti­ve Kar­te kann von je­dem be­lie­bi­gen Nut­zer on­line per Klick er­wei­tert wer­den. Welt­weit sind so be­reits tau­sen­de Po­ké­mon-Spots ein­ge­tra­gen wor­den, die über bun­te Mar­kie­run­gen zu er­ken­nen sind. Häu­fen sich die­se an be­stimm­ten Stel­len, lässt das auf ei­nen be­son­ders er­gie­bi­gen Hots­pot schlie­ßen. An ei­nem ein­fach mar­kier­ten Ort muss al­ler­dings nicht zwin­gend we­ni­ger los sein. Auch für Düs­sel­dorf zeigt die Kar­te ei­ni­ge viel­ver­spre­chen­de Stel­len an. Au­ßer der Kö­nigs­al­lee sol­len zum Bei­spiel am Ben­ra­ther Schloss, im Ost­park (Gra­fen­berg) und im Flo­ra­park (Un­ter­bilk) gu­te Jagd­grün­de sein.

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