Deut­sche Bank wird die Post­bank nicht los

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON MICHAEL BRAUN

An­geb­lich denkt das Un­ter­neh­men über ei­ne Wie­der­ein­glie­de­rung der Pri­vat­kun­den-Toch­ter nach.

FRANKFURT Die Deut­sche Bank er­wägt of­fen­bar ei­ne Wie­der­ein­glie­de­rung der Post­bank. „Das wird durch­ge­rech­net“, heißt es im Um­feld der Bank. Ei­gent­lich woll­te der deut­sche Bran­chen­füh­rer sei­ne Pri­vat­kun­den-Toch­ter los­wer­den. Aber we­der schei­nen sich Ak­ti­en­in­ves­to­ren zu mel­den, die bei ei­nem Bör­sen­gang die Post­bank-Pa­pie­re zu über­neh­men be­reit wä­ren. Noch ste­hen ge­gen­wär­tig an­de­re In­sti­tu­te Schlan­ge, die sich die Post­bank ein­ver­lei­ben wol­len.

So hält es Phil­ipp Häß­ler, Bank­ana­lyst der Equi­net-Bank, für „nicht völ­lig un­wahr­schein­lich“, dass die Post­bank einst­wei­len bei der Deut­schen Bank blei­be. „Es wä­re zwar ein stra­te­gi­scher Schwenk“, sagt er, der aber letzt­end­lich nur ei­nem ex­ter­nen Fak­tor ge­schul­det sei, wenn al­so die Deut­sche Bank die Toch­ter „nicht zu ei­nem ver­nünf­ti­gen Preis ver­kau­fen kann.“Die Post­bank woll­te sich nicht äu­ßern.

De­men­tiert hat die Deut­sche Bank ges­tern Mel­dun­gen, sie den­ke an ei­ne stra­te­gi­sche Auf­tei­lung des Kon­zerns in ei­ne Pri­vat­kun­den­bank ei­ner­seits und ei­ne In­vest­ment­bank an­de­rer­seits. Das „Ma­na­ger Ma­ga­zin“hat­te be­rich­tet, die Deut­sche Bank ver­fol­ge mit ih­rem Pro­jekt „Ja­de“die Ab­sicht, die Bank in die­ser Form zu spal­ten. Dar­an ar­bei­te­ten Be­schäf­tig­te aus den Be­rei­chen Fi­nan­zie­rung, Ri­si­ko­kon­trol­le und Re­gu­lie­rung,. heißt es in dem Be­richt des Ma­ga­zins.

Nein, sa­gen da­zu Bran­chen­be­ob­ach­ter. Wenn „nur“die­se Ab­tei­lun­gen dar­über nach­däch­ten und der Vor­stands­vor­sit­zen­de John Cryan mit sei­nem Stab nicht be­tei­ligt sei, dann kön­ne man schon se­hen: Es ge­he nicht um stra­te­gi­sche Fra­gen. Of­fi­zi­ell ist von der Bank zu hören: „Beim Pro­jekt Ja­de geht es nicht dar­um, die Bank auf­zu­spal­ten. Es ist viel­mehr ein schon län­ger lau­fen­des Pro­jekt mit dem Ziel, die Deut­sche Bank in sich und ih­rer Struk­tur zu ver­ein­fa­chen.“Es ge­he bei­spiels- wei­se um die Fra­ge, ob drei Bu­chungs­zen­tren zu­sam­men­ge­legt wer­den könn­ten.

Die Bank hat­te schon ein­mal über die­se Auf­tei­lung nach­ge­dacht, die­se Ge­dan­ken­spie­le dann aber ver­wor­fen. Der ehe­ma­li­ge Fi­nanz­vor­stand Ste­fan Krau­se hat­te als Stra­te­gie­vor­stand ab En­de 2014 ein Jahr lang ent­spre­chen­de Vor­schlä­ge er­ar­bei­tet. Krau­se hat die Bank aber in­zwi­schen ver­las­sen – seit­her wur­de das The­ma auch nicht mehr öf­fent­lich dis­ku­tiert.

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