Nach Ur­laub vor ver­schlos­se­ner Tür Lan­ge Schlan­gen am Flug­ha­fen Köln

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON ANDREAS KUN­ZE

So lässt sich Ab­zo­cke beim Schlüs­sel­dienst ver­mei­den.

Ver­di wirft der Si­cher­heits­fir­ma Köt­ter vor, zu we­nig Per­so­nal ein­zu­set­zen.

DÜS­SEL­DORF Egal ob man mü­de aus dem Ur­laub zu­rück­kehrt oder von ei­ner Par­ty: Ohne Schlüs­sel vor ver­schlos­se­ner Woh­nungs­tür zu ste­hen, ist ein Hor­ror. Wer ei­nen Schlüs­sel­dienst ruft, soll­te küh­len Kopf be­wah­ren, um nicht ab­ge­zockt zu wer­den. Rech­nun­gen über 500 Eu­ro sind kei­ne Sel­ten­heit. Vor al­lem un­ter den Not­diens­ten für nachts oder an Wo­che­n­en­den tum­meln sich schwar­ze Scha­fe, zei­gen Er­fah­run­gen von Ver­brau­cher­zen­tra­len. So kann man sich schüt­zen. Not­dienst-Adres­se Ei­ne be­lieb­te Ma­sche be­steht dar­in, in Bran­chen­bü­chern den Ge­schäfts­sitz zu ver­schwei­gen. Wird ein Auf­trag er­teilt, kommt der Hand­wer­ker von ei­nem weit ent­fern­ten Ort und be­rech­net er­heb­li­che An­fahrts­kos­ten. Des­halb: Nur Hand­wer­ker mit be­kann­ter Adres­se be­auf­tra­gen. No­t­ruf-Num­mer Eben­so tü­ckisch ist es, wenn ei­ne ört­li­che Ruf­num­mer ge­nannt wird, die Fir­ma aber weit ent­fernt sitzt und ho­he An­fahrts­kos­ten be­rech­nen will. Spä­ter wird das da­mit ge­recht­fer­tigt, un­ter der Orts­ruf­num­mer sit­ze le­dig­lich ein Call-Cen­ter. Gut zu wis­sen: Ohne An­ga­be ei­ner be­ste­hen­den Ruf­wahl­um­lei­tung in ein an­de­res Orts­netz ist das wett­be­werbs­wid­ri­ges Ver­hal­ten, ent­schied das Land­ge­richt Kleve (Az.: 8 O 166/01) Preis­an­ga­ben Vor­sicht, wenn die Fir­ma am Te­le­fon un­kon­kre­te Angaben zu den Prei­sen macht. Sie kann zu­min­dest die An­fahrts­kos­ten so­wie den St­un­den­satz be­zif­fern. In der Bran­che gel­ten St­un­den­sät­ze von 40 bis 75 Eu­ro als üb­lich, die Auf­schlä­ge für Nacht- oder Wo­che­n­end-Ein­sät­ze be­tra­gen im Schnitt 50 Pro­zent. Mehr als 30 Mi­nu­ten braucht ein Pro­fi nor­ma­ler­wei­se selbst bei ge­si­cher­ten Tü­ren nicht. Ein te­le­fo­ni­scher Kos­ten­vor­an­schlag ist ge­ne­rell gül­tig (Amts­ge­richt Le­ver­ku­sen, Az: C 366/96). Fest­preis Am bes­ten wä­re ein Fest­preis, was ei­ne ge­naue Be­schrei­bung des Schlos­ses vor­aus­setzt. Ab­zo­cker nen­nen ei­nen güns­ti­gen Fest­preis, füh­len sich aber hin­ter­her nicht dar­an ge­bun­den: „Es war viel schwie­ri­ger als be­schrie­ben.“Der Kun­de soll­te ei­nen Zeu­gen ha­ben, wel­che Angaben er über die Tür und das Schloss ge­macht hat. Schloss-Zer­stö­rung Ist die Tür nur ins Schloss ge­fal­len, kann ein se­riö­ser Hand­wer­ker sie in we­ni­gen Mi­nu­ten öff­nen. Un­se­riö­se Hand­wer­ker in­des wol­len ge­ne­rell das Schloss aus­bau­en oder auf­bre­chen – um dann ein teu­e­res Er­satz­schloss in Rech­nung zu stel­len. Bei le­dig­lich zu­ge­fal­le­ner Tür soll­te der Kun­de dar­auf be­har­ren, dass ein Schloss­aus­tausch nicht not­wen­dig ist. DÜS­SEL­DORF (ma­xi) Das Pro­blem mit dem feh­len­den Si­cher­heits­per­so­nal am Flug­ha­fen Köln/Bonn hält of­fen­bar an. Vor den Si­cher­heits­kon­trol­len kam es auch ges­tern wie­der zu lan­gen War­te­schlan­gen. Grund da­für ist nach Angaben der Di­enst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di, dass die Si­cher­heits­fir­ma Köt­ter, die im Auf­trag der Bun­des­po­li­zei die Flug­gäs­te kon­trol­liert, nicht aus­rei­chend Per­so­nal ha­be. Die Es­se­ner Fir­ma selbst woll­te sich auf An­fra­ge ges­tern nicht äu­ßern.

Dem Flug­ha­fen zu­fol­ge muss­ten Rei­sen­de 45 Mi­nu­ten am Ter­mi­nal 2 war­ten. „Aktuell feh­len Köt­ter 50 Be­schäf­tig­te“, sag­te Ver­di-Ge­werk­schafts­se­kre­tär Özay Ta­rim un­se­rer Re­dak­ti­on. Und der Don­ners­tag sei noch nicht ein­mal der ver­kehrs­reichs­te Tag der Wo­che. Auch heu­te kön­ne es er­neut zu Pro­ble­men kom­men, warnt der Ver­di-Mann. „Köt­ter hat ver­sucht, 80 Be­schäf­tig­te aus Düs­sel­dorf mit ei­ner Prä­mie in Hö­he von 40 Pro­zent des Ge­halts nach Köln zu lo­cken. Nach un­se­rem Kennt­nis­stand hat sich bis­lang al­ler­dings nur ein Be­schäf­tig­ter be­reit­er­klärt, zu kom­men.“

Das Pro­blem ist seit ei­nem Jahr be­kannt. Meh­re­re Spit­zen­ge­sprä­che bei der Bun­des­po­li­zei­di­rek­ti­on in Berlin brach­ten für Köln/Bonn bis­lang aber kei­ne Ab­hil­fe.

Ta­rim kri­ti­sier­te, dass der Staat se­hen­den Au­ges die Si­cher­heit aufs Spiel set­ze. „Ge­ra­de in ei­ner so an­ge­spann­ten Zeit wie heu­te in Kauf zu neh­men, dass zu we­nig Si­cher­heits-Be­schäf­tig­te im Ein­satz sind, ist fahr­läs­sig. Wenn die ver­blie­be­nen Kräf­te über meh­re­re St­un­den im Dau­er­ein­satz sind, lei­det die Kon­zen­tra­ti­on. Hier muss drin­gend et­was pas­sie­ren.“

Ei­ne Spre­che­rin des Flug­ha­fens er­klär­te auf An­fra­ge, lan­ge Schlan­gen vor den Si­cher­heits­schleu­sen mit War­te­zei­ten von 45 Mi­nu­ten sei­en in der Fe­ri­en­zeit nichts Un­ge­wöhn­li­ches: „Das kann im­mer mal wie­der vor­kom­men, wenn vie­le Pas­sa­gie­re zeit­gleich kom­men, löst sich dann in der Re­gel aber auch wie­der auf.“Auch für den Frei­tag kön­ne sie nicht aus­schlie­ßen, dass es wie­der zu län­ge­ren War­te­zei­ten kom­me, so die Spre­che­rin. Tat­säch­lich be­ru­hig­te sich die La­ge am Abend wie­der.

FO­TO: VER­DI

Rei­sen­de war­ten am Flug­ha­fen Köln/ Bonn vor den Kon­trol­len.

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