Dort­mund holt Göt­ze zu­rück

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

Der Of­fen­siv­spie­ler er­hält beim Fuß­ball-Bun­des­li­gis­ten ei­nen Ver­trag bis 2020.

DORT­MUND/DÜS­SEL­DORF (pet) Na­tür­lich be­ginnt al­les mit tie­fen Ver­beu­gun­gen. „Wenn ich nun in mei­ne Hei­mat zu­rück­keh­re, möch­te ich ver­su­chen, al­le Men­schen – ge­ra­de auch die, die mich nicht mit of­fe­nen Ar­men emp­fan­gen – durch Leis­tung zu über­zeu­gen“, sagt Ma­rio Göt­ze. „Ich freue mich sehr, dass Ma­rio sich für Bo­rus­sia Dort­mund ent­schie­den hat. Ich ha­be seit sei­nem Weg­gang im Jahr 2013 im­mer ge­hofft, dass er ei­nes Tages zu uns zu­rück­keh­ren wird“, er­klärt BVB-Ge­schäfts­füh­rer Hans-Joa­chim Watz­ke. Dort­mund holt Göt­ze nach dem drei­jäh­ri­gen Aus­flug zu Bay­ern München zu­rück. Der 24-Jäh­ri­ge er­hält ei­nen Vier­jah­res­ver­trag. Die Ab­lö­se­sum­me wird auf 22 Mil­lio­nen Eu­ro ge­schätzt.

Für die Münch­ner ist das ein sat­ter Ver­lust. Sie hat­ten 2013 rund 37 Mil­lio­nen Eu­ro an den BVB über­wie­sen, und sie wa­ren über­zeugt da­von, dass es ei­ne In­ves­ti­ti­on in ei­ne Welt­kar­rie­re war. Göt­ze war da­von eben­falls über­zeugt. Er fand den Schritt zu den Bay­ern lo­gisch, er pass­te in ei­ne nüch­ter­ne Kar­rie­re­pla­nung. Aber er pass­te den vie­len Tra­di­tio­na­lis­ten beim BVB über­haupt nicht. Sie un­ter­stell­ten dem gro­ßen Ta­lent eben­so gro­ßen eis­kal­ten Ge­schäfts­sinn. Sie pfif­fen Göt­ze bei sei­nen Gast­spie­len in West­fa­len mit un­ver­gleich­li­cher Hin­ga­be und Laut­stär­ke aus.

Des­halb führ­ten die Ver­eins­bos­se vor al­lem mit den ein­fluss­rei­chen Ul­tra-Grup­pen vor der Rück­kehr des ver­lo­re­nen Soh­nes sehr in­ten­si­ve Ge­sprä­che, in de­nen sie Über­zeu­gungs­ar­beit für den Wech­sel leis­ten woll­ten. Dass es den­noch vie­le Fans ge­ben wird, die Göt­zes Ver­pflich­tung zu­min­dest mit kri­ti­scher Dis­tanz se­hen, steht fest.

Göt­ze wirbt da­her um Sym­pa­thiePunk­te. „Als ich 2013 vom BVB zum FC Bay­ern ge­wech­selt bin, war das ei­ne be­wuss­te Ent­schei­dung, hin­ter der ich mich heu­te nicht ver­ste­cken will“, er­klärt er, „drei Jah­re spä­ter und mit in­zwi­schen 24 Jah­ren, bli­cke ich mit an­de­ren Au­gen auf mei­nen da­ma­li­gen Ent­schluss. Ich kann gut ver­ste­hen, dass vie­le Fans mei­ne Ent­schei­dung nicht nach­voll­zie­hen konn­ten. Ich wür­de sie so heu­te auch nicht mehr tref­fen.“

Fest steht: Göt­ze muss sei­ner Kar­rie­re nun den ent­schei­den­den Schub ge­ben. In München hat er sein Ver­spre­chen, das größ­te Ta­lent des deut­schen Fuß­balls zu sein, nicht ein­lö­sen kön­nen. Er war in den wich­ti­gen Spie­len al­len­falls ein Er­gän­zungs­spie­ler, oft war er gar nicht da­bei. Die Dort­mun­der sind von sei­nen Fä­hig­kei­ten den­noch über­zeugt, nicht zu­letzt, weil er tat­säch­lich noch ein jun­ger Kerl ist. Das ver­gisst man manch­mal, weil er schon so lan­ge da­bei ist.

FO­TO: DPA

Meis­ter­fei­er mit Dort­mund 2011: Ma­rio Göt­ze

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