Städ­ti­schen Büh­nen in Frankfurt droht der Ab­riss

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - KULTUR - VON THO­MAS MAI­ER

FRANKFURT/MAIN (dpa) Erst we­ni­ge Ta­ge ist Frank­furts neu­er Ma­gis­trat im Amt, da ist die Stadt in hel­ler Auf­ruhr. Ober­bür­ger­meis­ter Pe­ter Feld­mann (SPD) und sein Stell­ver­tre­ter Uwe Be­cker (CDU) ha­ben ei­nen neu­en Stand­ort für Schau­spiel und Oper ins Spiel ge­bracht. Da die Städ­ti­schen Büh­nen für meh­re­re hun­dert Mil­lio­nen Eu­ro sa­niert wer­den müs­sen, wä­re ein Ab­riss und Neu­bau in der Nä­he des Haupt­bahn­hofs nicht ab­we­gig, lau­tet die Über­le­gung. Als Stand­ort kä­me das al­te Po­li­zei­prä­si­di­um zwi­schen Bahn­hof und Mes­se an der stark be­fah­re­nen Fried­rich-Eber­tAn­la­ge in Fra­ge. Das Land Hes­sen will das Ge­län­de schon lan­ge los­wer­den.

Der OB sei „völ­lig of­fen“in der Dis­kus­si­on, sag­te Feld­mann-Spre­cher Ralph Klin­ken­borg ges­tern. „Es wird kei­ne Ent­schei­dung ge­gen die Kul­tur ge­ben.“Die­se Wor­te sol­len die In­ten­dan­ten von Oper und Schau­spiel be­sänf­ti­gen, die ih­rer Em­pö­rung über die Po­li­tik in den ört­li­chen Me­di­en laut­stark Luft ge­macht ha­ben.

Die Idee, die Oper vom tra­di­ti­ons­rei­chen Stand­ort am Wil­ly-Brandt- Platz in der In­nen­stadt weg­zu­ver­pflan­zen, hat Opern-In­ten­dant Bernd Lo­e­be als „Schlag ins Ge­sicht“be­zeich­net. Sein Wort hat Ge­wicht: Er hat die wie­der­holt aus­ge­zeich­ne­te Büh­ne zu ei­ner der bes­ten Deutsch­lands ge­macht. Auch der aus Bochum kom­men­de Schau­spiel-In­ten­dant An­selm We­ber spart nicht mit Kri­tik: Über den ka­ta­stro­pha­len Zu­stand des Hau­ses sei er nie un­ter­rich­tet wor­den. We­ber wird ab der Spiel­zeit 2017/18 das Schau­spiel über­neh­men.

Un­s­trit­tig ist, dass der Sa­nie­rungs­be­darf der 1963 ge­bau­ten Dop­pel-Thea­ter­an­la­ge groß ist. Nicht nur Kli­ma- und Hei­zungs­tech­nik gel­ten als ma­ro­de. Auch der Grund­stock des Ge­bäu­des mit sei­ner mar­kan­ten über 100 Me­ter lan­gen Glas­fas­sa­de hat gro­ße Män­gel. Im Fun­da­ment sind noch die Res­te des im Krieg zer­stör­ten Grün­der­zeit­hau­ses ver­baut.

Ei­ne Mach­bar­keits­stu­die zur Sa­nie­rung soll im Ja­nu­ar 2017 vor­lie­gen. Doch ers­te De­tails der seit über ei­nem Jahr lau­fen­den Be­gut­ach­tung sind be­reits an die Öf­fent­lich­keit ge­langt. Nach In­for­ma­tio­nen der „Frank­fur­ter Rund­schau“wer­den die Sa­nie­rungs­kos­ten auf rund 300 Mil­lio­nen Eu­ro be­zif­fert.

Die Sa­nie­rung der ma­ro­den Thea­ter­an­la­ge von 1963 kos­ten rund 300 Mil­lio­nen Eu­ro

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