Ka­len­der­blatt 22. Ju­li 1946

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: GETTY IMAGES

Das 1931 er­öff­ne­te King-David-Ho­tel in Je­ru­sa­lem ist heu­te ei­nes der be­kann­tes­ten Lu­xus­ho­tels der Welt. 1946 wa­ren dort Tei­le der bri­ti­schen Man­dats­ver­wal­tung un­ter­ge­bracht. Auch des­halb wur­de das Ho­tel Ziel der At­ten­tats­plä­ne der zio­nis­ti­schen Or­ga­ni­sa­ti­on Ir­gun. Die Ir­gun kämpf­te un­ter der Füh­rung von Me­nach­em Be­gin für die Un­ab­hän­gig­keit Is­ra­els und ge­gen die bri­ti­sche Man­dats­ver­wal­tung. Am 22. Ju­li 1946 ver­klei­de­ten sich Ir­gun-Mit­glie­der als ara­bi­sche Ar­bei­ter. Die Grup­pe fuhr am Lie­fe­ran­ten­ein­gang vor und gab vor, Milch­kan­nen aus­zu­lie­fern. Doch in den Kan­nen be­fand sich Spreng­stoff. Ein Si­cher­heits­mann und ein Mit­ar­bei­ter des Ho­tels woll­ten sich nach dem Grund für die gro­ße Lie­fe­rung er­kun­di­gen – sie wur­den er­schos­sen. Spä­ter er­klär­te die Ir­gun, mit drei An­ru­fen vor dem An­schlag ge­warnt zu ha­ben. Doch die Mel­dun­gen wur­den nicht ernst ge­nom­men. Nur weil der gro­ßen Ex­plo­si­on ei­ne klei­ne­re vor­aus­ging, konn­ten ei­ni­ge Men­schen noch recht­zei­tig aus dem Ho­tel flie­hen. Der An­schlag for­der­te min­des­tens 91 To­des­op­fer. Je nach Qu­el­le wa­ren es mög­li­cher­wei­se so­gar noch mehr. Be­gin be­reu­te sei­ne Ver­ant­wor­tung für das At­ten­tat nie. Nach der Grün­dung Is­ra­els mach­te er po­li­ti­sche Kar­rie­re in der Che­rut-Par­tei, die spä­ter Teil des kon­ser­va­ti­ven Li­kud-Blocks wur­de. Von 1977 bis 1983 war Be­gin Mi­nis­ter­prä­si­dent des Lan­des Is­ra­el.

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