„Ga­me­de­sign“: Spie­lend stu­die­ren

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - HOCHSCHULE - VON JESSICA BALLEER

Mo­du­le wie „Le­vel­de­sign“oder „Spiel­füh­rung“gibt es mitt­ler­wei­le an vie­len deut­schen Hoch­schu­len.

KÖLN Der Ver­kauf von On­line-Stra­te­gie­spie­len boomt. Es sind nicht nur Ju­gend­li­che, längst „zo­cken“auch jun­ge Er­wach­se­ne viel und ger­ne. Re­gel­mä­ßig fin­den sich die Neu­er­schei­nun­gen auf den Lis­ten der am häu­figs­ten her­un­ter­ge­la­de­nen Apps. Nun ha­ben es die Vi­deo­spie­le auch in die deut­schen Hoch­schu­len ge­schafft. „Spie­lend stu­die­ren“heißt es zum Bei­spiel an der Me­dia­de­sign Hoch­schu­le Berlin, die um Stu­die­ren­de wirbt. Wer an­ge­nom­men wer­den will muss aber mehr als ein ver­sier­ter Zo­cker sein.

In sei­ner An­tritts­vor­le­sung „The Dark Si­de of Ga­me­de­sign“spann­te der be­kann­te Spie­leent­wick­ler Pro­fes­sor Uke Bos­se vor ei­ni­gen Wo­chen im Au­di­max der Me­dia­de­sign Hoch­schu­le in Berlin den Bo­gen von Ga­mi­fi­ca­ti­on über die Mo­ne­ta­ri­sie­rung von Free-to-play-Spie­len. Auch die Ana­ly­se ethisch frag­wür­di­ger Spiel­me­cha­nis­men war ein The­ma. Bos­se en­de­te mit dem Ap­pell, als Spie­leent­wick­ler un­ter dem Ge­sichts­punkt der mo­ra­li­schen, künst­le­ri­schen Ver­ant­wor­tung zu han­deln. Er ist ei­ne Ko­ry­phäe im Be­reich der Vi­deo­spie­le – und gibt nun in Berlin sein Wis­sen wei­ter. Stu­die­ren­de des Fachs „Ga­me­de­sign“kön­nen ei­ge­ne Ide­en in Com­pu­ter-, Han­dy- und Vi­deo­spie­len ver­wirk­li­chen. Seit ei­ni­gen Mo­na­ten un­ter­rich­tet Uke Bos­se die Mo­du­le „Le­vel­de­sign und Spie­ler­füh­rung“so­wie „Grund­la­gen des Ga­me­de­signs“an der Ber­li­ner Hoch­schu­le, de­ren wei­te­re Stand­or­te Düs­sel­dorf und München sind.

Doch nicht nur in der Haupt­stadt kann man ei­nen Ba­che­lor in dem in­no­va­ti­ven Stu­di­en­gang ab­schlie­ßen. Ne­ben Stuttgart oder Darm­stadt, gibt es auch an der TH Köln ein Stu­di­en­fach, das sich den Vi­deo­spie­len wid­met. In der Dom­stadt kann man „Di­gi­tal Ga­mes“in sie­ben Se­mes­tern stu­die­ren – und an­schlie­ßend noch den kon­se­ku­ti­ven Mas­ter of Arts „Ga­me De­ve­lop­ment and Re­se­arch“fol­gen las­sen. Die Un­ter­richts­spra­che ist Eng­lisch, ei­ne Zu­las­sungs­be­schrän­kung gibt es nicht. Wer „Di­gi­tal Ga­mes“stu­die­ren will, muss sich al­ler­dings ei­nem Eig­nungs­test un­ter­zie­hen.

Je­des Se­mes­ter be­inhal­tet dann ein Pra­xis­pro­jekt, das die Stu­die­ren­den in Grup­pen be­treu­en. The­men- schwer­punk­te sind un­ter an­de­rem Sto­ry­tel­ling, Au­dio­vi­su­el­les De­sign, Animation, Pro­gram­mie­rung und Tech­no­lo­gie. Ab dem drit­ten Se­mes­ter er­folgt die Ver­tie­fung im je­wei­li­gen Fach­ge­biet. Krea­ti­vi­tät und Com­pu­ter­kennt­nis­se, Theo­rie und Pra­xis sind al­so ge­fragt, wenn es am „Co­lo­gne Ga­me Lab“im Stadt­teil Köln-Mühl­heim um das Fach „Di­gi­tal Ga­mes“geht.

Der Voll­zeit­stu­di­en­gang be­ginnt im­mer zum je­wei­li­gen Win­ter­se­mes­ter. Die An­zahl der Stu­di­en­plät­ze für den Ba­che­lor ist al­ler­dings be­grenzt, um ei­ne ho­he Be­treu­ungs­dich­te für al­le Stu­die­ren­den zu ga­ran­tie­ren.

FO­TO: SUNFLOWERS

Tech­no­lo­gi­sche Fä­hig­kei­ten und Fan­ta­sie ste­cken hin­ter Spiel­sze­nen wie die­ser aus „An­no 1701“. Spie­leent­wick­ler ge­ben ihr Wis­sen wei­ter.

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