Skan­dal?

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

In der Welt geht es drun­ter und drü­ber, At­ten­ta­te, Putsch, Br­ex­it – und dann auch noch das: Der Düs­sel­dor­fer OB ist nicht bei der In­ves­ti­tur des Schüt­zen­kö­nigs er­schie­nen! Und wo war er statt­des­sen? In K ö l n !!! Die Kon­se­quenz kann nur ein so­for­ti­ger Rück­tritt des Stadt­ober­haup­tes sein. Aus­drück­lich zu be­grü­ßen ist die Ne­ben­wir­kung die­ses un­ge­heu­er­li­chen Vor­falls, näm­lich die Um­wand­lung der Rhei­ni­schen Post in ein Sa­ti­re­blatt. Die lie­ben Kol­le­gen soll­ten al­ler­dings bei ih­rem sa­ti­ri­schen Schaf­fen die Grö­ße der po­ten­zi­el­len Ziel­grup­pe im Au­ge be­hal­ten. Und viel­leicht auch mal er­klä­ren, was das denn ist, ei­ne ,In­ves­ti­tur’. Denn dum­mer­wei­se geht der ver­meint­li­che Skan­dal et­wa neun­zig Pro­zent der Düs­sel­dor­fer Be­völ­ke­rung an sämt­li­chen Kör­per­tei­len vor­bei. Man­ni Breuck­mann Düs­sel­dorf die glei­che Pro­ble­ma­tik fest­stel­len müs­sen. Seit ei­ni­gen Wo­chen ver­su­che ich über die Be­zirks­ver­wal­tungs­stel­le 10 die­sen Miss­stand zu be­he­ben und ha­be im Schrift­ver­kehr im Rah­men der Stra­ßen­rei­ni­gung dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Wild­wuchs an den Fahr­bah­nen, Geh­we­gen und Fuß­gän­ger­stra­ßen in un­se­rem Stadt­teil auch un­kon­trol­liert sprießt. Ge­mäß der städ­ti­schen Rei­ni­gungs­sat­zung soll­te die Rei­ni­gungs­pflicht durch städ­ti­sche Rei­ni­gungs­kräf­te er­fol­gen, zu­mal wir An­woh­ner nicht un­er­heb­li­che Rei­ni­gungs­ge­büh­ren zah­len. Der Wild­wuchs ent­steht haupt­säch­lich an Stel­len, die kei­ner pro­fes­sio­nel- len Rei­ni­gung zu­ge­ord­net sind. So z.B. die Rück­sei­ten der Ga­ra­gen­hö­fe. In dem Ant­wort­schrei­ben der Ver­wal­tungs­stel­le wur­de die Rei­ni­gungs­ver­pflich­tung durch die Be­hör­de ab­ge­lehnt und kom­men­tar­los den An­woh­nern zu­ge­ord­net. Auf mei­ne schrift­li­che Be­schwer­de wur­de mir die Rechts­grund­la­ge bei­ge­fügt, wo­nach ei­ne Be­zirks­ver­tre­tung we­der ent­schei­dungs- noch an­hö­rungs­be­fugt sei, um hier für den Stadt­teil ei­ne er­träg­li­che Lö­sung an­zu­stre­ben, ob­wohl ich der BV 10 den Wort­laut der Ge­mein­de­ord­nung als Trä­ger der öf­fent­li­chen Ver­wal­tung ge­mäß § 6a (1) zi­tiert ha­be. Dort heißt es: „Die Ge­mein­den sind in ih­rer Ver­wal­tungs­kraft ih­ren Ein­woh­nern bei der Ein­lei­tung von Ver­wal­tungs­ver­fah­ren be­hilf­lich, auch wenn für de­ren Durch­füh­rung ei­ne an­de­re Be­hör­de zu­stän­dig ist.“Edu­ard Schmitz Ga­rath

LESERFOTO: BERND K. SCHU­MA­CHER

Wu­chern­des Un­kraut wie in Hel­ler­hof är­gert vie­le.

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