Was man an den letz­ten Kir­mes­ta­gen nicht ver­pas­sen soll­te

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER RHEINKIRMES - VON LAU­RA IH­ME UND AR­NE LIEB

Das gro­ße Feu­er­werk an­schau­en Zum Kir­messtart vor ei­ner Wo­che gab es aus­nahms­wei­se be­reits ein Feu­er­werk – heu­te folgt nun das tra­di­tio­nel­le Spek­ta­kel zum zwei­ten Frei­tag. Und das soll um ei­ni­ges be­ein­dru­cken­der wer­den: Die Se­bas­tia­nus-Schüt­zen – der Ver­an­stal­ter der Kir­mes – ver­spre­chen ei­nen „Feu­er­zau­ber der Spit­zen­klas­se“mit Ef­fek­ten wie ei­nem „lang­zie­hen­den Was­ser­fall“, ei­nem „Wa­gen­rad“aus Tai­wan und gro­ßen Ku­geln, die auf 200 Me­ter stei­gen. Ei­ne ge­schla­ge­ne hal­be St­un­de soll das Feu­er­werk dau­ern – dop­pelt so lang wie das vor ei­ner Wo­che. Erst­mals wer­den so­gar Ra­ke­ten von ei­nem Schiff aus ab­ge­schos­sen, um gro­ße Kra­cher wie ei­ne „sil­ber­ne Blu­me“aus Ita­li­en zün­den zu kön­nen. Los geht es ge­gen 22.30 Uhr. Zum Feu­er­werk sind Kir­mes, Alt­stadt und Brü­cken in der Re­gel rap­pel­voll – al­so früh ei­nen Platz si­chern. Mi­chi Beck (Fan­tas­ti­sche Vier) als DJ bei Fran­ken­heim er­le­ben Für die Par­ty am Sams­tag­abend hat der „Hei­matstrand“der Braue­rei Fran­ken­heim ech­te Pro­mi­nenz ver­pflich­tet: Mi­chi Beck von den Fan­tas­ti­schen Vier ist als DJ in dem Bier­zelt zu se­hen und zu hören. Der 48-Jäh­ri­ge hat­te in den 1990er Jah­ren auch als Teil des Du­os „Turn­ta­ble­ro­cker“Er­folg. Jün­ge­re Men­schen ken­nen ihn vor al­lem als Teil der Ju­ry der Cas­ting-Show „The Voice of Ger­ma­ny“. Ab 20 Uhr soll er die Par­ty­gäs­te zum Tan­zen brin­gen. Sich doch noch auf „In­fi­ni­ty“trau­en Seit Ta­gen strei­fen wir un­si­cher um sie her­um. Wer­fen ei­nen Blick nach oben, ver­fol­gen mit un­se­ren Köp­fen die Pen­del­be­we­gung der Schau­kel. Und wenn dann der Mo­ment des Über­schlags ge­kom­men ist, hal­ten wir den Atem an. Nur selbst ha­ben wir uns noch nicht auf „In­fi­ni­ty“ge­traut. Die Rie­sen­schau­kel ist für uns die letz­te un­er­forsch­te Neu­heit auf dem Platz. Das muss sich än­dern. Sonst wer­den wir es be­reu­en. Sich im Pho­to­pa­last ab­lich­ten las­sen – oder zu­min­dest bei ei­ner Pho­toSes­si­on zu­gu­cken Sie woll­ten schon im­mer ein Fo­to ha­ben, auf dem sie aus­se­hen wie ein Mensch des 19. Jahr­hun­derts? Oder sie wol­len an­de­ren Men­schen da­bei zu­se­hen, wie sie sich bei 30 Grad im Schat­ten in war­me Ko­s­tü­me zwän­gen, um für ein Fo­to zu po­sie­ren? Bei­des ist im Pho­to­pa­last mög­lich. Die At­trak­ti­on ist nach län­ge­rer Pau­se zum ers­ten Mal wie­der da. Der Stand be­fin­det sich schräg ge­gen­über dem Schüt­zen-Fest­zelt. Noch schnell ein Mi­ni­on ge­win­nen Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­te je­de Los­bu­de auf dem Platz noch Dut­zen­de der klei­nen gel­ben Mons­ter aus dem Ani­ma­ti­ons­film „Ich – Ein­fach un­ver­bes­ser­lich“in ih­rem Fun­dus. In die­sem Jahr hat die Men­ge der gel­ben Plü­schmons­ter hin­ge­gen ra­sant ab­ge­nom­men. Wer im­mer noch kei­nes hat, aber un­be­dingt noch ein Ge­schenk für ei­nen Freund, der ei­gent­lich kei­ner ist, braucht, kann je­doch noch schnell ein Mi­ni­on ge- win­nen. Und zwar an der Hong­kong-Los­bu­de (auf der Rhein-Seite in der Nä­he der Kon­ga-Schau­kel). Mit den le­gen­dä­ren Kir­mes­bands ab­ro­cken An al­len ver­blei­ben­den Aben­den gibt es in den Zel­ten der Braue­rei­en na­tür­lich Li­ve-Mu­sik. Zum Ab­schluss ro­cken auch noch ein­mal ei­ni­ge Bands, die seit Jah­ren zum In­ven­tar der Kir­mes ge­hö­ren – und das aus gu­tem Grund. Por­no al For­no ver­ab­schie­den die Kir­mes am Sonn­tag ab 18 Uhr im Schlüs­selZelt. Bei Schlös­ser sind dann gleich zwei Düs­sel­dor­fer Kult­bands zu er­le­ben: Die Fisch­ge­sich­ter (ab 16 Uhr) und „Der Letz­te Schrei“(ab 19.30 Uhr). Mit den Woun­ded Ducks spielt heu­te ein wei­te­rer Kir­mes-Dau­er­gast bei Schu­ma­cher. Höl­len­blitz fah­ren Die Ach­ter­bahn im Dun­keln mit der be­ein­dru­cken­den Fas­sa­de (die einst ein Düs­sel­dor­fer Künst­ler ge­stal­tet hat) wech­selt sich mit der Olym­pia­Ach­ter­bahn ab. Das heißt: Im kom­men­den Jahr wird sie feh­len. Wer sie noch er­le­ben will, soll­te das al­so schnell tun. Beim Ka­mel­ren­nen ab­räu­men Bei der Kir­mes wird je­des Jahr viel über die gro­ßen Ka­rus­sells und Ach­ter­bah­nen ge­spro­chen. In Wahr­heit sind es aber die klei­nen At­trak­tio­nen, die den meis­ten Spaß brin­gen. Ein Kir­mes­abend ist nur gut, wenn man min­des­tens die Hälf­te sei­nes Bud­gets beim Ka­mel­ren­nen oder Frö­sche fan­gen auf den Kopf haut, bis man ir­gend­wann tat­säch­lich ein­mal Glück hat und ein Stoff­tier ge­winnt. Pro­bie­ren Sie es aus.

Die Rh­ein­kir­mes 2016 nä­hert sich schon ih­rem En­de – aber vor­her ste­hen noch ei­ni­ge Hö­he­punk­te auf dem Pro­gramm. Das sind die Emp­feh­lun­gen un­se­rer Re­dak­ti­on.

Zu­schau­en, wie Leu­te in der Box­bu­de ver­mö­belt wer­den Das Prin­zip ist sim­pel: In der Box­bu­de von Char­ly Schultz kön­nen Lai­en ge­gen Pro­fi-Bo­xer an­tre­ten. Sind sie sieg­reich, er­hal­ten sie ei­ne Prä­mie. Bloß: Meist ge­win­nen die Pro­fis. Vor al­lem dann, wenn durch Al­ko­hol ver­lang­sam­te Teil­neh­mer von Jung­ge­sel­len­ab­schie­den zum Kampf an­tre­ten oder jun­ge Heiß­spor­ne, die ih­re Mus­keln durch Bo­dy­buil­ding ge­stählt, aber nie ge­lernt ha­ben, wie man tat­säch­lich ei­ne Faust ins Ziel be­kommt. Ein Ver­gnü­gen so alt wie die Kir­mes selbst – und durch kei­ne tech­ni­sche Neue­rung zu er­set­zen.

RP-FO­TO: AN­NE ORTHEN

Schon vor ei­ner Wo­che gab es ein Feu­er­werk bei der Kir­mes – aber das heu­ti­ge soll noch schö­ner wer­den.

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