Ver­si­che­rung will Au­tos in Düs­sel­dorf ver­kau­fen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER WIRTSCHAFT - VON THORS­TEN BREITKOPF

Die HUK Coburg tes­tet den Ein­stieg ins Ge­schäft mit Ge­braucht­wa­gen. Die Pi­lot­fi­lia­le soll in Düs­sel­dorf ent­ste­hen. Die Händ­ler sind skep­tisch.

Den Düs­sel­dor­fer Au­to­händ­lern droht ei­ne neue gro­ßer Kon­kur­renz zu er­wach­sen. Der Ver­si­che­rungs­kon­zern HUK Coburg plant, in den Markt mit Ge­braucht­wa­gen ein­zu­stei­gen. Zu­nächst soll das aber nicht flä­chen­de­ckend ge­sche­hen. „Wir se­hen das als Feld­ver­such, und als Ver­suchs­stand­ort ha­ben wir Düs­sel­dorf, kon­kret die Adres­se Lie­ren­fel­der Stra­ße 51, aus­ge­sucht“, sagt Tho­mas von Mal­linck­rodt, Spre­cher von HUK Coburg. Das Ge­län­de be­her­berg­te bis­lang schon ei­nen frei­en Ge­braucht­wa­gen­händ­ler. „Den Stand­ort ha­ben wir aus­er­ko­ren we­gen sei­ner Nä­he zur Au­tomei­le Hö­her­weg“, sagt Von Mal­linck­rodt. Da­von ist der neue Stand­ort der HUK et­wa 1000 Me­ter ent­fernt.

Mit dem neu­en Ge­schäfts­zweig möch­te der größ­te deut­sche Au­to­Ver­si­che­rungs­kon­zern, der je­den zwei­ten Eu­ro im KfZ-Be­reich um­setzt, sei­ne Leis­tungs­pa­let­te deut­lich aus­wei­ten. Bis­her schon bie­tet die HUK Coburg bei Ver­trags­ab­schluss güns­ti­ge Ta­ri­fe an, so­fern die Kun­den Un­fall­schä­den auf Kas­ko in ei­ner der 1400 ver­trag­lich ge­bun­de­nen Werk­stät­ten re­pa­rie­ren las­sen. Zu­dem soll bis En­de 2018 die Zahl der Werk­stät­ten, die ex­klu­siv für HUK-Kun­den ver­bil­lig­te Leis­tun­gen wie et­wa Haupt- und Ab­gas­un­ter­su­chun­gen, Rei­fen- und Bat­te­rie­checks im Pro­gramm ha­ben, auf rund 300 stei­gen.

Be­reits in zwei Mo­na­ten soll der Pi­lot­stand­ort der HUK Coburg an der Lie­ren­fel­der Stra­ße star­ten. Ver­kauft wer­den sol­len dort Ge­braucht­fahr­zeu­ge mit ei­nem Al­ter von we­ni­gen Jah­ren oder Mo­na­ten, al­so jün­ge­re Ge­brauch­te. „Der Ver­si­che­rungs­markt ist sehr kom­pe­ti­tiv, und Au­to­häu­ser bie­ten auch Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen an. Mit der HUK-Au­to­welt wol­len wir neue Ge­schäfts­fel­der er­schlie­ßen.“Der Stand­ort soll laut dem Spre­cher Platz für 80 bis 100 Ge­brauch­te bie­ten. Bei der HUK be­tont man: „Das wird kein pro­fit-ma­xi­mier­ter Be­trieb, wir wol­len kei­ne Ver­lus­te ma­chen“, sagt Mal­linck­rodt. In Köln hat­te man mit ei­nem noch klei­ne­ren Stand­ort be­reits vor­ge­tes­tet.

Die Bran­che der Düs­sel­dor­fer Au­to­händ­ler sieht die Plä­ne von HUK mit gro­ßer Skep­sis. Nicht, weil dort ei­ne gro­ße Kon­kur­renz er­wach­se, son­dern weil man an die­ses Ge­schäfts­mo­dell nicht glau­be. „Das Ri­si­ko des Schei­terns ist groß“, sagt BMW-Händ­ler Tho­mas Tim­mer­manns. Mit Ge­braucht­wa­gen wer­de man nicht zum Mil­lio­när. „Au­tos sind so ei­ne ver­derb­li­che Wa­re wie Ge­mü­se oder Blu­men, wenn sie meh­re­re Wo­chen auf dem Hof ste­hen, ver­ur­sa­chen sie Ver­lus­te, die Be­stän­de müs­sen sehr schnell ge­dreht wer­den“, sagt der In­ha­ber von vier BMW-Au­to­häu­sern. Au­ßer­dem glaubt Tim­mer­manns, das Haus sei mit 80 oder 100 Fahr­zeu­gen zu klein, um wirt­schaft­lich be­trie­ben wer­den zu kön­nen. Ähn­lich hat­te sich kürz­lich der be­kann­te Au­to-Ex­per­te Fer­di­nand Du­den­höf­fer von der Uni Duis­burg-Es­sen ge­äu­ßert.

Andreas Kra­e­mer, Ge­schäfts­füh­rer des Mehr­mar­ken-Händ­lers P&A Au­to­mo­bi­le, teilt Tim­mer­manns und Du­den­höf­fers Ein­schät­zung – weit­ge­hend. Die Fir­ma hat auch Nie­der­las­sun­gen an der Au­tomei­le Hö­her­weg. „Au­to­häu­ser bie­ten heu­te be­reits ne­ben den Au­tos selbst und Ser­vice oder Ver­si­che­run­gen auch Bank­kre­di­te an. Die Ban­kleis­tung ist Schlüs­sel zur Ver­mark­tung“, sagt Kra­e­mer. Auch er ist skep­tisch, ob HUK in der La­ge ist, ge­rin­ge Stand­zei­ten bei den Ge­brauch­ten zu schaf­fen. Au­ßer­dem sei ge­ra­de der Markt mit mit­tel­al­ten Ge­brauch­ten um­kämpft, nicht mit jun­gen.

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