An­schlag in Mün­chen – min­des­tens neun To­te

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE -

MÜN­CHEN (RP) Bei Schüs­sen am Olym­pia-Ein­kaufs­zen­trum (OEZ) in Mün­chen sind nach Er­kennt­nis­sen der Po­li­zei min­des­tens acht Men­schen ums Le­ben ge­kom­men. Au­ßer­dem wur­de ei­ne nicht be­kann­te An­zahl an Per­so­nen ver­letzt. Bei ei­nem neun­ten To­ten, den man in der nä­he­ren Um­ge­bung des OEZ fand, han­delt es sich of­fen­bar um ei­nen der Tä­ter. In ei­ner Pres­se­kon­fe­renz teil­te ein Po­li­zei­spre­cher mit, man su­che nach bis zu drei Män­nern im Stadt­ge­biet. Der Po­li­zei­ver­tre­ter sprach von ei­ner „aku­ten Ter­ror­la­ge“, weil die Tä­ter über meh­re­re Ge­weh­re ver­füg­ten, die nach­ge­la­den wer­den könn­ten. Über 100 Men­schen, die das Ge­sche­hen er­lebt hat­ten, wur­den in ei­nem na­he­lie­gen­den Ge­bäu­de psy­cho­lo­gisch be­treut. Das OEZ wur­de ge­räumt.

Die Po­li­zei for­der­te die Be­völ­ke­rung auf, in den Häu­sern zu blei­ben. Der ge­sam­te öf­fent­li­che Nah­ver­kehr wur­de ein­ge­stellt. Der Münch­ner Haupt­bahn­hof wur­de eva­ku­iert. Die Po­li­zei rief für die Groß­re­gi­on Mün­chen den Son­der­fall we­gen ei­ner Amok­la­ge aus. Das ent­spricht ei­nem Groß­alarm. Mün­chens Ober­bür­ger­meis­ter Die­ter Rei­ter (SPD) eil­te in die Ein­satz­zen­tra­le der Münch­ner Po­li­zei. Der von der Stadt aus­ge­ru­fe­ne Son­der­fall be­deu­te, dass jetzt al­le Di­ens­te der Stadt zu­sam­men­ar­bei­te­ten, sag­te er. Die Men­schen in Mün­chen wer­den auf ei­ner Smart­pho­ne-App über die Maß­nah­men der Be­hör­den in­for­miert. Der baye­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Horst See­ho­fer (CSU) kam mit In­nen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann und an­de­ren Si­cher­heits­po­li­ti­kern zu ei­ner Kri­sen­sit­zung in der Münch­ner Staats­kanz­lei zu­sam­men. Spä­ter such­te der In­nen­mi­nis­ter die Po­li­zei­ein­satz­zen­tra­le auf. Das Bun­des­ka­bi­nett stell­te sich auf ei­ne Kri­sen­la­ge ein. Ei­ne Sit­zung des Si­cher­heits­ka­bi­netts wur­de für heu­te an­ge­setzt. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re brach ei­ne US-Rei­se vor­zei­tig ab, um nach Berlin zu­rück­zu­keh­ren. Bun­des­prä­si­dent Joa­chim Gauck sag­te: „Der mör­de­ri­sche An­griff in Mün­chen ent­setzt mich zu­tiefst.“

Auch in der Münch­ner In­nen­stadt gab es ei­nen Groß­ein­satz der Po­li­zei, nach­dem dort Men­schen schrei­end und in Pa­nik ge­flo­hen wa­ren. Dies stell­te sich laut Po­li­zei je­doch als Fehl­alarm her­aus. Der Ein­satz der Po­li­zei kon­zen­trier­te sich auf die Ge­gend um das OEZ. Vor dem Ein­kaufs­zen­trum wa­ren zahl­rei­che Ein­satz­fahr­zeu­ge der Po­li­zei, der Feu­er­wehr und der Ret­tungs­diens­te zu se­hen. Über der gan­zen Stadt kreis­ten Hub­schrau­ber. Auch die Münch­ner In­nen­stadt wur­de spä­ter völ­lig ge­sperrt.

Die Schie­ße­rei be­gann nach An­ga­ben der Po­li­zei an ei­nem Schnell­re­stau­rant am OEZ. Sie sei um 17.52 Uhr los­ge­gan­gen. Nach An­ga­ben der ARD sol­len die Tä­ter dann auch im Ein­kaufs­zen­trum ge­schos­sen ha­ben. Das Olym­pia-Ein­kaufs­zen­trum liegt mit­ten in ei­nem Wohn­ge­biet, zwei U-Bahn-Sta­tio­nen vom Olym­pia­sta­di­on ent­fernt. Mit 135 Ge­win­nen Sie ei­ne Wo­che Well­ness­ur­laub für zwei Per­so­nen im Sau­er­land.

Sei­te A 8 Die baye­ri­sche Po­li­zei spricht von ei­ner „aku­ten Ter­ror­la­ge“. An­geb­lich ha­ben drei Tä­ter an ei­nem Ein­kaufs­zen­trum in der Nä­he des Münch­ner Olym­pia­parks min­des­tens acht Men­schen er­schos­sen. Of­fen­bar tö­te­te sich ein Tä­ter selbst.

Ge­schäf­ten ist es ei­ne der größ­ten Shop­ping-Mei­len in Mün­chen.

Nach der Sper­rung des Haupt­bahn­hofs flüch­te­ten vie­le Men­schen über die Schie­nen in Si­cher­heit. Ärz­te und Schwes­tern wur­den in­zwi­schen zu Münch­ner Kran­ken­häu­sern ge­ru­fen. Ei­nes der Op­fer, ein 15-jäh­ri­ges Mäd­chen, starb im Kli­ni­kum rechts der Isar an sei­nen Schuss­wun­den. Dort wur­de der Ka­ta­stro­phen­fall aus­ge­löst. Kin­der mit Schuss­ver­let­zun­gen lie­gen in an­de­ren Kran­ken­häu­sern.

Die baye­ri­sche Po­li­zei hat meh­re­re Spe­zi­al­ein­hei­ten an­de­rer Bun­des­län­der an­ge­for­dert. Die An­ti­Ter­ror­ein­heit der Bun­des­po­li­zei, die GSG 9, war am spä­ten Abend eben­falls in Mün­chen im Ein­satz. Die Po­li­zei kon­trol­lier­te auch Au­to­bahn- aus­fahr­ten und gro­ße Aus­fall­stra­ßen. Al­le Au­to­fah­rer soll­ten die Au­to­bah­nen ver­las­sen.

Auch für die NRW-Po­li­zei gilt Hoch­alarm. „Das Land NRW hat an­läss­lich der Vor­fäl­le in Mün­chen al­le Si­cher­heits­maß­nah­men des Lan­des mit so­for­ti­ger Wir­kung hoch­ge­fah­ren“, sag­te Re­gie­rungs­spre­cher Tho­mas Breustedt un­se­rer Re­dak­ti­on. Es ge­he da­bei um Flug­hä­fen, den Schutz von Groß­ver­an­stal­tun­gen und den Schutz von Men­schen­an­samm­lun­gen. Bei der Düs­sel­dor­fer Kir­mes wur­de die Po­li­zei­prä­senz deut­lich er­höht. Die Strei­fen auf der Kir­mes tru­gen am Abend Ma­schi­nen­pis­to­len. Mehr als 300 Po­li­zis­ten sorg­ten für die Si­cher­heit. Leit­ar­ti­kel Sei­te A 2 Son­der­sei­te A4

FO­TO: GET­TY

Po­li­zei­be­am­te durch­su­chen mit ge­zo­ge­nen Waf­fen das Olym­pia Ein­kaufs­zen­trum in Mün­chen.

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