Flug­ha­fen: 741 nächt­li­che Lan­dun­gen in drei Mo­na­ten

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON REIN­HARD KO­WA­LEW­SKY

DÜSSELDORF Am Flug­ha­fen Düsseldorf lan­den im­mer mehr Flug­zeu­ge zu sehr spä­ter St­un­de nach 23 Uhr oder kom­men prak­tisch noch in der Nacht zwi­schen fünf Uhr und sechs Uhr früh an. Dies hat der al­le drei Mo­na­te er­schei­nen­de Nacht­flug­re­port des Flug­ha­fens er­ge­ben. Da­nach sind zwi­schen April und Ju­ni 741 Ma­schi­nen in die­sem Zei­t­raum am Air­port an­ge­kom­men – deut­lich mehr als in je­dem an­de­ren Quar­tal seit 2013. 30 Ma­schi­nen ka­men in den drei Mo­na­ten zwi­schen Mit­ter­nacht und fünf Uhr früh an.

Wie ernst die La­ge ist, zeigt auch ei­ne ges­tern ver­öf­fent­li­che Sta­tis­tik der Initia­ti­ven ge­gen den Flug­lärm, die auf Da­ten aus zwei Mess­sta­tio­nen in Kaarst (über­wie­gend Starts) und in Essen (über­wie­gend Lan­dun­gen) ba­sie­ren: Da­nach gin­gen im Ju­ni ins­ge­samt 456 Jets erst nach 23 Uhr auf die Lan­de­bahn run­ter, 300 mehr als noch vor ei­nem Jahr im Ju­ni. „Wir er­le­ben ei­nen trau­ri­gen Re­kord“, sagt Wer­ner Kinds­mül­ler, Vor­sit­zen­der des Ver­eins „Kaars­ter ge­gen Flug­lärm“. Er rech­net vor, dass pro Tag rund 15 Ma­schi­nen erst nach 23 Uhr her­un­ter­kom­men – mit der von den Be­hör­den an­ge­streb­ten weit­ge­hen­den Nacht­ru­he ab die­ser Uhr­zeit ha­be das nichts zu tun.

Auch dem Ma­nage­ment des Flug­ha­fens ist die Ent­wick­lung un­an­ge- nehm. Es er­klärt auf An­fra­ge, man sei mit den Wer­ten des zwei­ten Quar­tals ins­ge­samt „auch nicht zu­frie­den“. Haupt­ur­sa­che der spä­ten Lan­dun­gen sei­en aber „Grün­de, die wir als Air­port nicht be­ein­flus­sen kön­nen“. Da­zu wür­den Ver­spä­tun­gen we­gen vie­ler Hit­ze­ge­wit­ter und we­gen „zahl­rei­che Streiks in ganz Eu­ro­pa“ge­hö­ren.

Die Flug­ha­fen­geg­ner neh­men die Sta­tis­ti­ken zum An­lass, zu for­dern, dass die Lan­des­re­gie­rung die ge- plan­te Ka­pa­zi­täts­er­wei­te­rung um 16 Pro­zent am Flug­ha­fen nicht er­laubt. „Je mehr Flü­ge, um­so mehr Ver­spä­tun­gen“, warnt Kinds­mül­ler. Kon­kret ge­plant ist, dass pro St­un­de statt 45 Starts und Lan­dun­gen 60 Flug­be­we­gun­gen er­laubt sein sol­len.

Der Flug­ha­fen ar­gu­men­tiert um­ge­kehrt: Mit mehr Ka­pa­zi­tä­ten kön­ne er mehr Ma­schi­nen schnel­ler ab­fer­ti­gen, al­so könn­te es even­tu­ell we­ni­ger Ver­spä­tun­gen ge­ben.

FO­TO: RAT­HAUS

Edith Sey­farth (88) und Al­fons Vier (90) ha­ben sich ges­tern im Stan­des­amt von Neukirchen-Vluyn das Ja-Wort ge­ge­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.