Be­hör­den in­for­mie­ren per App

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - TERROR IN MÜNCHEN - VON HEN­NING RA­SCHE

Über „Kat­warn“er­fuhr die Münch­ner Be­völ­ke­rung von der Si­cher­heits­la­ge.

MÜN­CHEN Als die baye­ri­schen Si­cher­heits­be­hör­den sich ges­tern Abend an die Be­völ­ke­rung in Mün­chen wen­den, blin­ken die Smart­pho­nes auf. Aus den Han­dy­Laut­spre­chern er­tönt ei­ne Si­re­ne, und auf der Land­kar­te bei Mün­chen färbt es sich vio­lett. Über die Ka­ta­stro­phen­warn-App „Kat­warn“, die erst seit ei­ni­gen Mo­na­ten über­haupt in Be­trieb ist, schrei­ben die Be­hör­den: „Zu Ih­rer Si­cher­heit Plät­ze und Stra­ßen mei­den; Tä­ter flüch­tig; Bahn- und Bus­ver­kehr ein­ge­stellt; Ra­dio und Fern­se­her ein­schal­ten.“Die Lan­des­haupt­stadt Mün­chen hat­te nach den Schie­ße­rei­en von ei­ner „aku­ten Ter­ror­la­ge“ge­spro­chen und ei­nen „Son­der­fall“aus­ge­ru­fen. Die Po­li­zei hat­te emp­foh­len, Häu­ser und Woh­nun­gen nicht zu ver­las­sen.

Doch wie funk­tio­niert das Pro­gramm, des­sen Na­me ei­ne Ab­kür­zung für „Ka­ta­stro­phen­war­nung“ist? Die Er­kennt­nis­se von Po­li­zei, Feu­er­wehr und In­nen­mi­nis­te­ri­um wer­den in der App ge­bün­delt. Sie kön­nen so über ei­ne In­ter­net­ver­bin­dung ei­ne größt­mög­li­che An­zahl an Men­schen er­rei­chen, die sich in Ge­bie­ten auf­hal­ten, in de­nen es ge­fähr­lich wird. Vor­aus­set­zung al­ler­dings ist, dass die Men­schen die App in­stal­liert ha­ben. Das Fraun­ho­fer-In­sti­tut hat­te die Ap­pli­ka­ti­on für Be­dro­hun­gen al­ler Art ent­wi­ckelt, al­so auch für Na­tur­ka­ta­stro­phen, Groß­brän­de – oder Ter­ror­an­schlä­ge und Amok­läu­fe. Sämt­li­che Mel­dun­gen wer­den ver­knüpft und an die Nut­zer wei­ter­ge­lei­tet. Die App ist kos­ten­los und für iPho­nes, An­dro­id­und Win­dows-Ge­rä­te ver­füg­bar.

In Zu­sam­men­ar­beit mit dem Bun­des­amt für Be­völ­ke­rungs­schutz und Ka­ta­stro­phen­hil­fe hat auch das nord­rhein-west­fä­li­sche In­nen­mi­nis­te­ri­um im ver­gan­ge­nen Jahr ein flä­chen­de­cken­des Ka­ta­stro­phenWarn­sys­tem ein­ge­führt. Die App heißt „Mo­was“– kurz für „Mo­du­la­res Warn­sys­tem“. Nach dem hef­ti­gen Sturm „Ela“war Düsseldorf ei­ne von zwei Pi­lot­städ­ten für die­se Smart­pho­ne-App.

SCREEN­SHOT: RP

„Son­der­fall“– so stellt sich die La­ge in der App dar.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.