BMW spei­chert Fahrt­da­ten sei­ner Au­tos

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

Ein Ge­richts­ur­teil in Köln bringt ans Licht, dass BMW Zu­griff auf Fahrt­da­ten der Dri­veNow-Flot­te hat.

DÜSSELDORF (bur) Ein Köl­ner Ge­richt hat En­de Mai ei­nen Au­to­fah­rer nach ei­nem Ver­kehrs­un­fall we­gen fahr­läs­si­ger Tö­tung ver­ur­teilt. Bei der Ent­schei­dung be­rief es sich nach ei­nem Be­richt des „Ma­na­ger Ma­ga­zin“auf Fahrt­da­ten des Au­tos, das der Un­fall­ver­ur­sa­cher vom BMW-ei­ge­nen Car­sha­ring-An­bie­ter Dri­veNow ge­mie­tet hat­te. Das Ge­richt hat­te die­se Da­ten zu­nächst bei Dri­veNow an­ge­for­dert, der die An­fra­ge an BMW wei­ter­lei­te­te.

Dass der Au­to­bau­er dann die Da­ten an das Ge­richt wei­ter­gab, hat Auf­re­gung und Dis­kus­sio­nen um den Da­ten­sc­nutz aus­ge­löst. BMW hat mit den In­fos zum Auf­ent­halts- ort des Fahr­zeugs aber nach ei­ge­ner Ein­schät­zung nicht ge­gen gel­ten­des Da­ten­schutz­recht ver­sto­ßen. „Wir er­stel­len kei­ne Be­we­gungs­pro­fi­le“, teil­te ei­ne BMW-Spre­che­rin auf An­fra­ge mit. Das zur Ur­teils­fin­dung not­wen­di­ge Pro­fil ha­be das Köl­ner Ge­richt aus den Fahr­zeug­da­ten von BMW und den Per­so­nen­da­ten von Dri­veNow zu­sam­men­ge­fügt. So­mit sei BMW nie im Be­sitz per­so­nen­be­zo­ge­ner Da­ten ge­we­sen, das Un­ter­neh­men ha­be dem Ge­richt le­dig­lich den Auf­ent­halts­ort „sei­nes“Fahr­zeugs zu ei­nem be­stimm­ten Zeit­punkt mit­ge­teilt.

Mög­lich macht das ein so­ge­nann­tes „Car­sha­ring Mo­dul“(CSM), das BMW in je­des Dri­veNow-Au­to ein­baut. Es samm­le „wäh­rend der Fahrt be­stimm­te Da­ten zum Fahr­zeug­zu­stand und -be­trieb“, die von BMW „nur im Ein­zel­fall“bei Kun­den­be­schwer­den oder tech­ni­schen Pro­ble­men ab­ge­ru­fen wür­den, sag­te die Spre­che­rin. Da das Köl­ner Land­ge­richt ei­ne staats­an­walt­schaft­li­che Auf­for­de­rung zur Her­aus­ga­be der Da­ten ge­stellt ha­be, ha­beBMW die Da­ten her­aus­ge­ge­ben. An­dern­falls hät­te man ei­ne po­li­zei­li­che Durch­su­chung ris­kiert.

Zu­griff auf die CSM-Da­ten hat auch Dri­veNow, nach ei­ge­nen An­ga­ben al­ler­dings nur auf je­ne, die zur Rech­nungs­stel­lung nö­tig sind. Da­zu zählt das Un­ter­neh­men Ab­fahrts- und An­kunfts­zeit­punkt so­wie die ent­spre­chen­den Or­te. Über­mit­telt wer­den die In­fos durch die Dri­veNow-App, die der Kun­de be­nö­tigt, um sich ein Au­to zu re­ser­vie­ren oder frei­zu­schal­ten.

Da­ni­el Strunk, Spre­cher der Lan­des­da­ten­schutz­be­auf­trag­ten NRW, be­tont, dass Da­ten von Fahr­zeug­ver­mie­tern und -her­stel­lern nur recht­mä­ßig er­ho­ben wer­den kön­nen, wenn sie „zur Durch­füh­rung ei­nes Ver­trags“nö­tig sei­en. Das ge­nau sieht BMW als ge­ge­ben. an. Für die Abrech­nung sei es auch wich­tig, wann und wie viel ein Kun­de in der Zeit ge­fah­ren sei.

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