Dort­mund ist deut­scher Trans­fer­meis­ter

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

Ges­tern wur­de An­dré Schürr­le ver­pflich­tet, der BVB hat im Som­mer 119 Mil­lio­nen Eu­ro aus­ge­ge­ben.

DORT­MUND (RP/sid/dpa) Den ers­ten Ti­tel der neu­en Sai­son hat Bo­rus­sia Dort­mund schon ge­won­nen. Der Bun­des­li­gist ist deut­scher Trans­fer­meis­ter. 107 Mil­lio­nen Eu­ro hat er in der Som­mer­pau­se an Ab­lö­se­sum­men ein­ge­nom­men, 119 Mil­lio­nen Eu­ro hat er in­ves­tiert. Fünf Wo­chen vor dem Start in die Meis­ter­schaft hol­te der BVB ges­tern An­dré Schürr­le vom VfL Wolfsburg nach West­fa­len. Am Don­ners­tag war die Rück­kehr von Ma­rio Göt­ze per­fekt ge­macht wor­den. Für Schürr­le sol­len 30 Mil­lio­nen Eu­ro nach Nie­der­sach­sen über­wie­sen wor­den sein, für Göt­ze 22 Mil­lio­nen nach Mün­chen zu den Bay­ern. Schürr­le er­hält ei­nen Ver­trag bis 2021.

Die Dort­mun­der ha­ben da­mit auf den Ab­gang ih­rer Stars Mats Hum­mels (zu den Bay­ern), Hen­rikh Mk­hi­ta­ryan (Man­ches­ter Uni­ted) und Il­kay Gün­do­gan (Man­ches­ter Ci­ty) vor al­lem mit der Stär­kung ih­rer oh­ne­hin schon nicht un­ter­be­setz­ten Of­fen­si­ve re­agiert. In Schürr­le und Göt­ze ha­ben sie die bei­den Fuß­bal­ler ver­pflich­tet, de- ren Zu­sam­men­spiel im WM-Fi­na­le von Rio vor zwei Jah­ren das Tor zum Ti­tel brach­te. Bei bei­den ge­riet die Kar­rie­re al­ler­dings ins Sto­cken. Sie müs­sen in Dort­mund wie­der in die Bahn fin­den.

Die BVB-Funk­tio­nä­re sind da­von über­zeugt, dass ih­nen das ge­lingt. „Bei Göt­ze ging es vor al­lem um das Sich-Auf­ge­ho­ben-Füh­len“, ur­teilt Trai­ner Tho­mas Tu­chel. Er ist si­cher, dass der WM-Tor­schüt­ze in der al- ten Hei­mat sei­nem Ruf als Welt­klas­se-Ta­lent wie­der ent­spre­chen kann. Und er ver­weist dar­auf, dass Göt­ze im­mer noch erst 24 Jah­re alt ist.

Auch Schürr­le fin­den die Dort­mun­der jung ge­nug, der Lauf­bahn wie­der die rich­ti­ge Rich­tung zu ge­ben. „An­dré Schürr­le ist ein deut­scher Na­tio­nal­spie­ler mit her­aus­ra­gen­dem Of­fen­siv­po­ten­zi­al, der zu­dem sehr pass­si­cher ist und sich auch in der De­fen­siv­ar­beit im­mer wie­der ge­schickt ein­bringt. Trotz sei­ner erst 25 Jah­re ver­fügt er über gro­ße in­ter­na­tio­na­le Er­fah­rung. Sei­ne Qua­li­tät wird für un­se­re Mann­schaft sehr wert­voll sein“, be­tont Bo­rus­sia Dort­munds Sport­di­rek­tor Micha­el Zorc in der sehr for­mel­len Spra­che der Me­di­en­mit­tei­lun­gen. Schürr­le gilt als Wunsch­spie­ler des Trai­ners, der mit dem Stür­mer schon in Mainz zu­sam­men­ar­bei­te­te.

Ein hal­bes Dut­zend BVB-Neu­lin­ge muss Tu­chel rasch in­te­grie­ren. Das macht ihm aber kei­ne Angst, ob­wohl er be­stimmt nicht da­mit ge­rech­net hat, be­reits in sei­nem zwei­ten Amts­jahr ei­nen per­so­nel­len Um­bruch mo­de­rie­ren zu müs­sen. Die Chan­ce die­ses Um­baus liegt in ei­ner star­ken Be­to­nung des An­griffs. Das ver­spricht Spek­ta­kel im ehe­ma­li­gen West­fa­len­sta­di­on, und das dürf­te nach dem Ge­schmack der Dort­mun­der Fans sein. Schürr­le kann es zu­min­dest kaum er­war­ten. „Bo­rus­sia Dort­mund ist ei­ner der Top-Ver­ei­ne in Eu­ro­pa mit ei­nem star­ken und ex­trem span­nen­den Ka­der“, sagt der Na­tio­nal­spie­ler, „ich weiß aus ei­ge­ner Er­fah­rung, wie viel Kraft der BVB durch das Zu­sam­men­spiel mit sei­nen Fans ent­wi­ckeln kann und freue mich schon jetzt, das al­les zum ers­ten Mal nicht als stau­nen­der Geg­ner, son­dern als Teil des Gan­zen er­le­ben zu dür­fen.“

Span­nend wird auch sein, wie Tu­chel sei­ne Of­fen­si­ve auf­stellt. Denn Schürr­le, Göt­ze und Ous­ma­ne Dem­bé­lé sind gleich drei Spie­ler, die sich um den ei­nen Platz be­wer­ben, den Mk­hi­ta­ryan frei ge­macht hat. Und sie sind na­tür­lich Kon­kur­ren­ten für Shin­ji Ka­ga­wa und Mar­co Reus. Das wird bei­den mäch­tig Bei­ne ma­chen. Das wie­der­um ist Tu­chel si­cher recht.

FO­TO: DPA

Da war er noch Wolfs­bur­ger: An­dré Schürr­le

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