Ros­berg bleibt bei Mer­ce­des

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT - VON ECK­HARD CZE­KAL­LA

Der Füh­ren­de in der For­mel-1-WM, seit 2010 im Sil­ber­pfeil, ver­län­gert bis 2018. In Un­garn will er Ha­mil­tons Lauf stop­pen.

BUDAPEST/DÜSSELDORF Ni­co Ros­berg ist von Be­ginn an da­bei. Als Mer­ce­des zur Sai­son 2010 mit ei­nem Werks­team in die For­mel 1 zu­rück­kehr­te, bil­de­te er mit Micha­el Schu­ma­cher die „deut­sche Na­tio­nal­mann­schaft“. Auch der Ker­pe­ner, da­mals schon 41, hat­te sich zu­rück­ge­mel­det – nach drei Jah­ren Pau­se. Die Zeit des Auf­baus ist längst vor­bei. Und seit 2014 die For­mel-1-Renn­wa­gen von Hy­brid-Mo­to­ren an­ge­trie­ben wer­den, sind die Sil­ber­pfei­le nicht mehr nur da­bei, son­dern sie sind der Maß­stab.

In Budapest, wo vor 30 Jah­ren das ers­te For­mel-1-Ren­nen im da­ma­li­gen Ost­block statt­fand, ver­län­ger­te Ros­berg nun sei­nen Ver­trag bis En­de 2018. Der in Mon­te Car­lo in der­sel­ben Wohn­an­la­ge wie Te­am­ri­va­le Le­wis Ha­mil­ton le­ben­de Wies­ba­de­ner sprach von ei­nem ganz be­son­de­ren Mo­ment, die Zu­sam­men­ar­beit mit sei­nem Traum­team fort­set­zen zu kön­nen.

Die Ver­hand­lun­gen hat­te zu­letzt ein al­ter Be­kann­ter aus der For­mel 1 für ihn ge­führt. Ger­hard Ber­ger, in 210 Ren­nen ge­stähl­ter Fah­rer und ein knall­har­ter Part­ner in Ge­schäfts­din­gen, dürf­te den fi­nan­zi­el­len Rah­men et­was ver­grö­ßert ha­ben. Ge­mun­kelt wird von 22,5 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr (bis­her rund 18 Mil­lio­nen). Das wä­re mehr für Ros­berg, aber im­mer noch we­ni­ger als bei Ha­mil­ton, des­sen Ver­dienst man auf fast 30 Mil­lio­nen Eu­ro schätzt.

Doch die Ge­halts­er­hö­hung, in der sich auch ei­ne Wert­schät­zung wi­der­spie­gelt, ist es nicht, was Ros­berg zum Wei­ter­ma­chen be­wo­gen ha­ben dürf­te. Er möch­te wie sein fin­ni­scher Va­ter Ke­ke, der 1982 tri­um­phier­te, den WM-Ti­tel ge­win­nen. Und das kann er am Bes­ten in ei­nem Mer­ce­des, denn die Sil­ber­pfei­le sind die schnells­ten Au­tos im Feld, und sie blei­ben es auch wohl.

Im Trai­ning fuhr Ros­berg die Best­zeit, al­ler­dings ver­pass­te Ha­mil­ton fast die ge­sam­ten 90 Mi­nu­ten am Nach­mit­tag. Er knall­te mit sei­nem Au­to in die Stre­cken­be­gren­zung und ver­schaff­te sei­nen Mecha­ni­kern ei­ne Men­ge zu­sätz­li­che Ar­beit. Heu­te ab 14 Uhr will der En­g­län­der dann ver­su­chen, zum sieb­ten Mal in den dann elf Qua­li­fy­ings auf Start­platz eins zu fah­ren.

„Ich bin im­mer noch der Fah­rer, der die bis­lang bes­te Sai­son ab­sol­viert hat“, be­ton­te Ros­berg. Mit vier Sie­gen zu Sai­son­be­ginn hat­te er den WM-Kampf do­mi­niert. Doch von sei­nem Vor­sprung von 43 Punk­ten ist nur noch ein Zäh­ler üb­rig. Ha­mil­ton hat vier der zu­rück­lie­gen­den fünf Ren­nen ge­won­nen – und er hat sein manch­mal schon an Ar­ro­ganz gren­zen­des Selbst­be­wusst­sein zu- rück­ge­fun­den. „So­bald es dar­auf an­kommt, kann ich Ne­ga­ti­ves in Po­si­ti­ves um­wan­deln. Ich spü­re das Feu­er in mir lo­dern“, sag­te er ge­wohnt pa­the­tisch.

Seit Bar­ce­lo­na ist der Ti­tel­ver­tei­di­ger im Auf­wind. Da­bei hat­te Ros­berg in Spa­ni­en deut­lich ge­macht, dass die Zei­ten vor­bei sind, in de­nen er in kri­ti­schen Si­tua­tio­nen zu­rück­steckt. Als Ha­mil­ton ihn kurz nach dem Start über­ho­len woll­te, nahm er ei­nen Crash in Kauf, der im Aus- fall bei­der Au­tos gip­fel­te. Das Du­ell geht mor­gen wei­ter. Ob am En­de auch ei­ner von bei­den als Sie­ger, so wie Ha­mil­ton schon vier­mal vor sei­ner Zeit bei den Sil­ber­pfei­len, ge­fei­ert wird, bleibt ab­zu­war­ten. Ros­berg kam bei zehn Starts noch nie aufs Po­di­um. Noch nie sieg­te ein Mer­ce­des in Un­garn.

Der Kurs er­laubt Über­ra­schun­gen. Die Fah­rer von Red Bull und Fer­ra­ri mit Se­bas­ti­an Vet­tel und Ki­mi Räik­kö­nen ste­hen be­reit.

FO­TO: DPA

Sel­fie mit dem WM-Spit­zen­rei­ter: Ni­co Ros­berg beim Treff mit Fans an der Renn­stre­cke vor den To­ren Bu­da­pests.

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