Ka­len­der­blatt 23. Ju­li 1164

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - UNTERHALTUNG - TEXT: JENI / FO­TO: DPA

Als Erz­bi­schof Rai­nald von Das­sel am 23. Ju­li 1164 die Ge­bei­ne drei­er Män­ner nach Köln brach­te, war der Ju­bel groß. Nie­mand be­zwei­fel­te, dass Das­sel im Be­sitz der Re­li­qui­en der Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge war. Der Le­gen­de nach hat­te He­le­na, die Mut­ter des rö­mi­schen Kai­sers Kon­stan­tin, die Ge­bei­ne im drit­ten Jahr­hun­dert nach Chris­tus auf­ge­fun­den. Der­sel­ben He­le­na wird auch zu­ge­schrie­ben, sie ha­be das Kreuz und das Gr­ab Je­sus Chris­tus in Je­ru­sa­lem ent­deckt. Die Re­li­qui­en der Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge ge­lang­ten über Um­we­ge nach Mai­land. 1162 er­ober­te Kai­ser Fried­rich Bar­ba­ros­sa die Stadt und mit ihr die Ge­bei­ne. Bar­ba­ros­sa schenk­te die­se sei­nem Be­ra­ter Rai­nald von Das­sel – mög­li­cher­wei­se brach­te sich der Erz­bi­schof auch ge­gen den Wil­len des Kai­sers in den wert­vol­len Be­sitz, ganz ein­deu­tig ist die Über­lie­fe­rung in die­sem Punkt nicht. Das­sel ließ die Ge­bei­ne nach Köln brin­gen und be­auf­trag­te den Gold­schmied Ni­ko­laus von Ver­dun, ei­nen Gold­schrein an­zu­fer­ti­gen. Der Schrein (Fo­to) wur­de ab 1164 im Hil­de­bold-Dom auf­ge­stellt. Doch die Kir­che wur­de der Be­deu­tung der neu­en Re­li­quie nicht mehr ge­recht. Wall­fah­rer aus ganz Eu­ro­pa woll­ten die Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge be­su­chen. Al­so wur­de mit dem Bau ei­nes neu­en Got­tes­hau­ses be­gon­nen: des Köl­ner Doms. Dort wird der Schrein, in dem bei nä­he­ren Un­ter­su­chun­gen tat­säch­lich die Ske­let­te drei­er Män­ner ge­fun­den wur­den, bis heu­te auf­be­wahrt.

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