Bis zu 1500 Kin­der oh­ne Ki­ta-Platz

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER STADTPOST - VON CHRIS­TI­AN HERRENDORF

Die Stadt schafft 1000 neue Ki­ta-Plät­ze pro Jahr, kann da­mit die ge­stie­ge­ne Nach­fra­ge aber nicht de­cken. Bis zum Herbst sol­len fünf wei­te­re Ki­tas er­öff­net wer­den.

Das Schaf­fen von Ki­ta-Plät­zen scheint die Si­sy­phos-Ar­beit des Düs­sel­dor­fer Ver­wal­tungs­han­delns zu sein. 1000 neue Plät­ze bringt das Ju­gend­amt pro Jahr an den Start, am En­de aber steht die­sel­be Lü­cke zwi­schen An­ge­bot und Nach­fra­ge wie zwölf Mo­na­te zu­vor. Wie im Som­mer 2015 feh­len auch zum Start des neu­en Kin­der­gar­ten­jahrs am 1. Au­gust vor­aus­sicht­lich wie­der rund 1500 Plät­ze. Die Stadt hat des­halb ihr 1000-neue-Plät­ze-pro-Jahr-Pro­gramm bis zum Kin­der­gar­ten­jahr 2020/21 ver­län­gert. „Wir hof­fen, dass wir dann dem Be­darf ent­spre­chen kön­nen“, sagt Ju­gend­amts­lei­ter Jo­han­nes Horn. Flücht­lings­kin­der spie­len nach sei­nen An­ga­ben als Ur­sa­che kei­ne be­son­de­re Rol­le. Viel­mehr sei der stei­gen­de Be­darf Aus­druck ei­ner er­folg­rei­chen Zu­zugs­po­li­tik der Stadt.

Horn und Stadt­di­rek­tor Hintz­sche er­war­ten, dass die ge­nann­te Lü­cke im Lau­fe des Spät­som­mers noch schrumpft. Nach An­ga­ben des Ju­gend­am­tes wer­den zum 1. Au­gust rund 700 Ta­ges­pfle­ge­plät­ze frei. Dar­über hin­aus wer­den in den nächs­ten fünf Mo­na­ten noch wei­te­re Ta­ges­pfle­ge-Plät­ze ent­ste­hen so­wie neue Ki­tas er­öff­nen. Ak­tu­ell ist die Re­de von fünf Ein­rich­tun­gen. Dies wür­de zwi­schen 350 und 450 zu­sätz­li­che Plät­ze be­deu­ten.

Die Schwie­rig­keit, die Un­ter­de­ckung ge­nau zu be­nen­nen, hängt eng mit dem wich­tigs­ten In­stru­ment der Ver­ga­be zu­sam­men: dem Ki­ta-Na­vi­ga­tor. Auf der da­zu­ge­hö­ri­gen In­ter­net-Sei­te kön­nen sich El­tern als su­chend ein­tra­gen und er­hal­ten dar­über ei­ne Nach­richt, ob ihr Kind ei­nen Platz er­hält. Ob die El­tern den Platz dann aber wirk­lich neh­men oder die Ki­ta nur ei­ne von meh­re­ren Be­treu­ungs-Op­tio­nen war oder der Platz aus an­de­ren Grün­den nicht ge­fällt, ist dann noch of­fen. Des­halb läuft der Ver­ga­beund-Neu­ver­ga­be-Pro­zess im­mer wei­ter.

Die Lü­cke be­trifft auch die U3Plät­ze, auf die El­tern seit drei Jah­ren ei­nen Rechts­an­spruch ha­ben. Laut Ju­gend­amt ha­ben et­was mehr als die Hälf­te der El­tern von Un­terD­rei­jäh­ri­gen In­ter­es­se an ei­nem Platz ge­äu­ßert, zur Ver­fü­gung ste­hen aber et­wa zehn Pro­zent­punk­te we­ni­ger. Be­trof­fe­ne könn­ten sich ei­ne Be­treu­ung ju­ris­tisch er­strei­ten, bis­her wur­de aber in al­len Fäl­len ein Weg ge­fun­den, zum Bei­spiel in ei­ner Ta­ges­pfle­ge.

Mar­cel Peuk­schat, Vor­sit­zen­der des Ju­gend­amts­el­tern­bei­rats, be­stä­tigt, dass die Stadt aus der Sicht des Gre­mi­ums al­le An­stren­gun­gen un­ter­nom­men hat, neue Plät­ze zu schaf­fen. „Das gilt so­wohl für die Qua­li­tät als auch die Quan­ti­tät der Plät­ze.“Auch bei der U3-Be­treu­ung stün­de Düsseldorf mit sei­ner Quo­te bes­ser da als vie­le Kom­mu­nen. Der Bei­rat for­dert aber, den Ki­ta-Na­vi­ga­tor wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Er hofft, dass das Vor­ha­ben, auch die Ta­ges­pfle­ge in den Na­vi­ga­tor auf­zu­neh­men, um­ge­setzt wer­den, und wünscht sich mehr Pl­an­bar­keit. „Für die El­tern soll­ten die Zei­t­räu­me, in de­nen sie er­fah­ren, ob sie ei­nen Platz er­hal­ten, kon­kre­ter wer­den, da­mit sie und die Ta­ges­el­tern bes­ser pla­nen kön­nen“, sagt er.

Al­len, die un­be­dingt auf ei­nen Be­treu­ungs­platz an­ge­wie­sen sind, rät Peuk­schat, di­rekt auf das Ju­gend­amt zu­zu­ge­hen. Die Er­fah­rung zei­ge, dass dann meist ei­ne Lö­sung ge­fun­den wer­de.

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