Lu­co­qui ist fuß­ball­be­ses­sen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT - VON THO­MAS SCHUL­ZE

Der 18 Jah­re al­te De­fen­siv­spie­ler hat in Of­fen­bach mit der Vor­be­rei­tung des Füh­rungs­tref­fers und ei­nem Tor bes­te Wer­bung in ei­ge­ner Sa­che be­trie­ben. Selbst­be­wusst nennt er Welt­klas­se­spie­ler Ala­ba als sein Vor­bild.

In den Test­spie­len will Fortu­nas Trai­ner Fried­helm Fun­kel al­le Spie­ler se­hen. Des­halb wech­selt er auch kräf­tig durch. Da kommt es ihm we­ni­ger dar­auf an, ein gol­de­nes Händ­chen zu be­wei­sen. In Of­fen­bach war es trotz­dem der Fall. In der 72. Mi­nu­te brach­te er beim Stand von 0:0 An­der­son Lu­co­qui. Der lin­ke Ver­tei­di­ger in­ter­pre­tier­te sei­ne Rol­le of­fen­siv, be­rei­te­te sechs Mi­nu­ten nach sei­ner Ein­wechs­lung das Füh­rungs­tor vor und schoss vier Mi­nu­ten vor Schluss das 3:0. Dann wur­de er durch ein Foul ge­stoppt. Ein Pfer­de­kuss, der aber be­son­ders schmerz­haft war, weil er we­ni­ge Ta­ge zu­vor be­reits ei­nen Schlag auf die­sel­be Stel­le be­kom­men hat­te. Ges­tern in Wegberg-Beeck (Be­richt un­ten auf der Sei­te) stand er den­noch in der Start­elf.

An­der­son Lu­co­qui, des­sen El­tern aus An­go­la stam­men, ist in Deutsch­land ge­bo­ren und in Le­ver­ku­sen auf­ge­wach­sen. Von klein auf woll­te er Fuß­bal­ler wer­den. „Ich war schon mit drei Jah­ren fuß­ball­be­ses­sen“, er­zählt er. „In Su­per­märk­ten woll­te ich im­mer in die Spiel­zeu­go­der Sport­ab­tei­lung. Ich hat­te schon zehn Bäl­le zu Hau­se, aber ich woll­te noch ei­nen ha­ben.“Den Ball will er auch heu­te, ob im Trai­ning oder im Spiel.

Ge­än­dert hat sich in sei­nem Le­ben nicht viel, viel­mehr ist die Ent­wick­lung stim­mig. Fuß­ball ist Lu­co­quis gro­ße Lei­den­schaft, da­für ver­zich­tet er auf viel. „Ob in Le­ver­ku­sen, Köln oder Düsseldorf – es wird über­all das glei­che ge­for­dert. Man muss dis­zi­pli­niert sein, früh auf­ste­hen, kann sich nicht so oft mit Freun­den tref­fen, muss auf die Er­näh­rung ach­ten“, sagt er. Das Le­ben an­de­rer 18-Jäh­ri­ger sieht an­ders aus. Doch Lu­co­qui übt ger­ne Ver­zicht, denn er weiß wofür. „Ich lie­be die Ar­beit mit der Mann­schaft, das To­re schie­ßen und ge­win­nen.“Des­halb hat ihn das Füh­rungs­tor in Of­fen­bach auch be­son­ders ge­freut: „Weil wir es im Trai­ning ge­nau so ein­stu­diert hat­ten. Und es war ein schö­nes Ge­fühl, dass ich der Mann­schaft hel­fen konn­te.“Er, der Nach­wuchs­ki­cker.

Sein per­sön­li­ches Ziel für die kom­men­de Sai­son for­mu­liert er be­schei­den: „Im ers­ten Jahr will ich mir vie­les ab­gu­cken und im­mer mehr da­zu ler­nen.“Was die Mann­schaft be­trifft, ist er op­ti­mis­tisch. „Die hat sich kom­plett ver­än­dert“, sagt er. „Al­le sind hung­rig, man spürt rich­tig Feu­er im Trai­ning. Und wir wol­len bes­ser sein als in der ver­gan­ge­nen Sai­son.“Das wird ge­wiss nicht leicht, ist al­ler­dings drin­gend not­wen­dig, denn an­sons­ten wä­re der Sturz in die drit­te Li­ga nicht zu ver­mei­den.

Lu­co­qui kon­zen­triert sich nach be­stan­de­nem Abitur jetzt ganz auf den Fuß­ball. Schnel­lig­keit, Zwei­kampf­stär­ke und Ehr­geiz nennt er als Stär­ken und fügt selbst­be­wusst hin­zu: „Die Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen mo­der­nen Au­ßen­ver­tei­di­ger ha­be ich.“Doch ler­ne er je­den Tag hin­zu, Ant­wor­ten auf neue Spiel­si­tua­tio­nen zu fin­den. Ei­ni­ges schaut er er sich bei Lu­kas Schmitz ab, der er­fah­ren ist und auf der lin­ken Ab- wehr­sei­te oder im de­fen­si­ven Mit­tel­feld spie­len kann. Vor al­lem aber ori­en­tiert sich Lu­co­qui an Da­vid Ala­ba, dem ös­ter­rei­chi­schen Na­tio­nal­spie­ler von Bay­ern Mün­chen. „Er ist ein Welt­klas­se­spie­ler, aber ich ha­be die glei­chen An­la­gen“, sagt der For­tu­ne, der Ala­ba auch per Vi­deo­auf­nah­men stu­diert.

Auch in punc­to Lieb­lings­ver­ein ori­en­tiert sich Lu­co­qui in­ter­na­tio­nal: „Chel­sea, von klein auf, weil ich je­den Som­mer mit mei­nem Va­ter Ver­wand­te in Lon­don be­sucht ha­be.“

FO­TO: HOMÜ

An­der­son Lu­co­qui (mi.) fei­ert beim Test­spiel in Wegberg-Beeck zu­sam­men mit Axel Bel­ling­hau­sen, Em­ma­nu­el Iyo­ha, Adam Bod­zek und Tay­lan Du­man (v. li).

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