We­ni­ger Kir­mes-Be­su­cher als er­hofft

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER RHEINKIRMES - VON MARC INGEL

Die Or­ga­ni­sa­to­ren der Rheinkirmes zie­hen ei­ne durch­wach­se­ne Bi­lanz. Der Ter­ror in Niz­za und der Amok­lauf in Mün­chen hät­ten sich in den Be­su­cher­zah­len nie­der­ge­schla­gen. 3,5 Mil­lio­nen Be­su­cher ka­men auf die Rhein­wie­sen.

Bi­lanz Die Kir­mes stand in die­sem Jahr un­ter kei­nem gu­ten Stern. Der Ter­ror­an­schlag in Niz­za an dem ers­ten und der Amok­lauf in Mün­chen an dem zwei­ten Frei­tag hat­ten auch Ein­fluss auf das Volks­fest in Düsseldorf. „Ganz ehr­lich, ich bin froh, dass es vor­bei ist, und bei uns nichts pas­siert ist“, sagt Kir­mes­ar­chi­tekt Tho­mas Kö­nig, als am letz­ten der zehn Ta­ge ges­tern vor­zei­tig Bi­lanz ge­zo­gen wur­de. Die Angst vor Ter­ror, aber auch Hit­ze und Un­wet­ter­war­nun­gen hät­ten da­zu ge­führt, dass mit ge­schätz­ten 3,5 Mil­lio­nen Be­su­cher rund ei­ne hal­be Mil­li­on we­ni­ger als noch im Vor­jahr ka­men. Den­noch: „Un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Um­stän­de fällt un­ser Fa­zit po­si­tiv aus. Es war ein Fei­ern mit an­ge­zo­ge­ner Hand­brem­se“, so Kö­nig. Si­cher­heit Auch für die Po­li­zei sei­en es „ex­trem her­aus­for­dern­de Ta­ge“ge­we­sen, sagt Spre­cher Mar­kus Nie­sc­ze­ry. Die ho­he Prä­senz der Po­li­zei auf dem Fest­platz ha­be die er­hoff­te Wir­kung aber nicht ver­fehlt – auch und ge­ra­de am Frei­tag, als we­gen der un­über­sicht­li­chen Si­tua­ti­on in Mün­chen das Auf­ge­bot an Ein- satz­kräf­ten mas­siv ver­stärkt wor­den sei. Ge­naue Zah­len nennt er zwar nicht, „aber wir ha­ben an den neur­al­gi­schen Ta­gen die Per­so­nen­la­ge im Ver­gleich zu den Vor­jah­ren ver­dop­pelt und am Frei­tag noch mal drauf­ge­sat­telt“. Zah­len Der Er­folg der Stra­te­gie las­se sich auch an den Kri­mi­na­li­täts­zah­len ab­le­sen, sagt Nie­sc­ze­ry. So ha­be es nur ein Raub­de­likt ge­ge­ben, 19 Ta­schen­dieb­stäh­le sei­en ver­zeich­net wor­den. Au­ßer­dem ha­be es kei­ne gro­ße Schlä­ge­rei auf der Kir­mes ge­ge­ben, nur klei­ne­re Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Als be­son­ders er­folg­reich be­zeich­net er die Ge­fähr­deran­spra­che (86, nur 45 in 2015), al­so das früh­zei­ti­ge In­ter­ve­nie­ren mit di­rek­ter per­sön­li­cher Ver­war­nung bei po­ten­zi­el­len Chao­ten. So sei auch bei Hells-An­gels-Mit­glie­dern ver­fah­ren wor­den, die sich dar­auf­hin ru­hig ver­hal­ten hät­ten. Den­noch sei­en 104 Platz­ver­wei­se (81 in 2015) aus­ge­spro­chen wor­den, in 18 (20) Fäl­len ha­be auch das nicht ge­fruch­tet, und die Be­trof­fe­nen sei­en für ei­ne Nacht au­ßer Ge­fecht ge­setzt und in Po­li­zei­ge­wahr­sam ge­nom­men wor­den. Die Zahl der Se­xu­al­de­lik­te be­zif­fert Nie­sc­ze­ry auf vier, „da war aber nichts Gra­vie­ren­des bei, es blieb bei un­sitt­li­chem An­fas­sen oder Be­lei­di­gun­gen“. Und: In al­len Fäl­len sei­en die Tä­ter iden­ti­fi­ziert und an­ge­zeigt wor­den. Ret­tungs­diens­te Laut Tho­mas Huss­mann von der Feu­er­wehr ha­be es zum Glück kei­ne grö­ße­ren Ein­sät­ze bei den Ret­tungs­diens­ten ge­ge­ben. 650 me­di­zi­ni­sche Hil­fe­leis­tun­gen sei­en in den zehn Ta­gen vor­ge­nom­men wor­den, in 154 Fäl­len wur­den Per­so­nen in ein Kran­ken­haus (Al­ko­hol, Kreis­lauf usw.) trans­por­tiert.

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