Ein Mu­se­um, in dem sich al­le Gäs­te ken­nen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER RHEINKIRMES - VON NI­CO­LE ESCH

Beim Som­mer­fest des Bon­sai-Mu­se­ums tra­fen sich am Wo­che­n­en­de Freun­de der Mi­nia­tur­bäu­me zum Fach­sim­peln und fei­ern.

HAMM Für vie­le ist ei­ne Fahrt ins länd­li­che Hamm wie ei­ne Rei­se in die Ver­gan­gen­heit. Be­sucht man an der Ham­mer Dorf­stra­ße das Bon­sai-Mu­se­um, kann man auch noch in ei­ne an­de­re Kul­tur ein­tau­chen. Am Wo­che­n­en­de lu­den die Mit­ar­bei­ter des Mu­se­ums und der Bon­sai-Werk­statt zum Som­mer­fest ein. Wer­ner Busch und sei­ne Mit­ar­bei­ter woll­ten das „bes­te Som­mer­kleid“der Bon­sai fei­ern. Da­bei bo­ten sie Füh­run­gen, Vor­trä­ge, Ge­grill­tes und Ku­chen. Da die meis­ten Be­su­cher „al­te Bon­sai-Ha­sen“wa­ren, gab es kei­ne Work­shops „Die Leu­te hier ken­nen sich. Wir woll­ten zu­sam­men­kom­men, ein we­nig fei­ern und Fach­ge­sprä­che füh­ren“, er­klär­te Busch, der Vor­sit­zen­de des Mu­se­ums und Grün­der der Werk­statt.

Busch führ­te die Be­su­cher durch das Mu­se­um, gab sein Wis­sen preis und er­zähl­te auch Über­ra­schen­des. Möch­te man sich ei­nen Bon­sai an­schaf­fen, kön­ne man auch ein­fach in der Na­tur ei­nen zu klein ge­blie­be­nen al­ten Baum su­chen. Der Vor­sit­zen­de warn­te aber auch di­rekt, Bäu­me ein­fach aus­zu­gra­ben, sei ver­bo­ten. Der Be­sit­zer des Lan­des müs­se im­mer ge­fragt wer­den. Leich­ter sei es, ein­fach mal in den Ab­fall­hau­fen auf den Fried­hö­fen nach­zu­schau­en. Dort lan­den die Bäu­me, die nach 30 Jah­ren von den Grä­bern ent­fernt wer­den.

Her­mann Qui­ter war ex­tra aus Bel­gi­en zum Som­mer­fest an­ge­reist. Seit zehn Jah­ren be­schäf­tigt er sich mit der Bon­sai-Zucht. „Ich ha­be lei­der viel zu spät da­mit an­ge­fan­gen“, sag­te der ehe­ma­li­ge Düs­sel­dor­fer. Der 75-Jäh­ri­ge hat sehr viel Spaß an sei­nem zeit­auf­wen­di­gen Hob­by. Ganz be­son­ders ge­fällt ihm die Zucht ei­ge­ner Jung­pflan­zen. So hat er schon Gink­go-Bäum­chen ge­züch­tet. „Das ist mein Lieb­lings­baum. Die ha­ben ei­ne al­te Tra­di­ti­on“, er­klär­te Qui­ter. „Das sind die ein­zi­gen Bäu­me, die Hi­ro­shi­ma über­stan­den ha­ben“. Mit Be­dau­ern gab der ur­sprüng­li­che El­le­ra­ner al­ler­dings zu: „Man macht auch ei­ne Men­ge Feh­ler. Ich ha­be zu viel ge­wäs­sert, da ist vie­les ein­ge­gan­gen.“Qui­ter ließ sich von Busch er­klä­ren, wie man die Bon­sai in Form schnei­det. „Ich kann nicht ge­stal­ten, da ha­be ich ein­fach kein Au­ge für“, er­zähl­te der 75-Jäh­ri­ge.

Ro­land Blank war durch Zu­fall bei der Füh­rung da­bei. „Ich woll­te ei­gent­lich nur Dün­ger kau­fen“, be­rich­te­te er. Ob­wohl Busch ihm ei­gent­lich nichts Neu­es er­zähl­te, hör­te Blank des­sen le­ben­di­gem Vor­trag ger­ne zu. Für al­le, die In­ter­es­se dar­an ha­ben, sich ei­nen „Mi­ni-Baum“an­zu­schaf­fen, hat Busch ei­nen wich­ti­gen Rat. „Al­le Bon­sai soll­ten drau­ßen ste­hen. Das sind kei­ne Zim­mer­pflan­zen. Der ein­zi­ge Bon­sai, der sich drin­nen hält, ist der Fi­cus.“

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