Schon lan­ge Ge­rüch­te um Pe­tra Hinz’ Ju­ra-Stu­di­um

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON DET­LEV HÜWEL UND REIN­HARD KO­WA­LEW­SKY

ES­SEN/DÜS­SEL­DORF Mit dem Slo­gan „Ich will hier rein“wirbt die SPD in Es­sen auf ih­rer In­ter­net­sei­te um neue Mit­glie­der. Die Fra­ge ist der­zeit al­ler­dings, wie lan­ge die Par­tei Pe­tra Hinz noch in ih­ren Rei­hen dul­den will. In­zwi­schen meh­ren sich die Hin­wei­se, dass ih­re Vi­ta in der Par­tei schon seit län­ge­rer Zeit Rät­sel auf­ge­ge­ben hat.

Wie be­rich­tet, hat­te Hinz in der ver­gan­ge­nen Wo­che über ih­ren An­walt ein­ge­räumt, ih­ren Le­bens­lauf teil­wei­se ge­fälscht zu ha­ben. In Wirk­lich­keit ver­fügt sie we­der über die all­ge­mei­ne Hoch­schul­rei­fe noch kann sie das ers­te und zwei­te ju­ris­ti­sche Staats­ex­amen vor­wei­sen. Ihr Bun­des­tags­man­dat will die 54-Jäh­ri­ge nie­der­le­gen; als stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Es­se­ner SPD ist sie be­reits zu­rück­ge­tre­ten. Noch ist sie aber Vor­sit­zen­de des SPD-Orts­ver­eins Es­sen-Frohnhausen. „Nor­ma­ler­wei­se müss­te man von al­len Äm­tern zu­rück­tre­ten“, sag­te das Vor­stands­mit­glied der Es­sen-SPD, Ste­phan Du­da, un­se­rer Re­dak­ti­on. Zugleich be­schei­nig­te er Hinz, im Bun­des­tag und in der Par­tei „sehr gu­te Ar­beit ge­leis­tet“zu ha­ben.

„Es gab im­mer Zwei­fel und Ge­rüch­te über die be­ruf­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on von Pe­tra Hinz“, sag­te der ehe­ma­li­ge Es­se­ner SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Wil­li No­wack der Fun­ke Me­di­en­grup­pe. Auch Jus­tiz­mi­nis­ter Tho­mas Kut­scha­ty, der neue Chef der Es­se­ner SPD, weiß um sol­che Ge­rüch­te. „Als ich mich nach mei­nem Par­tei­ein­tritt in den 80er Jah­ren bei den Ju­sos en­ga­giert ha­be, ha­be ich mit­be­kom­men, dass die Fra­ge dis­ku­tiert wur­de, ob und was Pe­tra Hinz stu­die­re“, so Kut­scha­ty zur „Bild“-Zei­tung.

Auf die An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on, wann er von der Fäl­schung er­fah­ren ha­be, teil­te der Mi­nis­ter mit, er ha­be dies am Di­ens­tag­abend ver­gan­ge­ner Wo­che „beim Le­sen der In­ter­net­sei­te von Pe­tra Hinz er­fah­ren. Dort fand ich die Er­klä­rung ih­res An­walts“. Bei Kan­di­da­ten­auf­stel­lun­gen, so Kut­scha­ty, „las­sen wir uns kei­ne Zeug­nis­se zei­gen. Das hat et­was mit Ver­trau­en zu tun, wel­ches hier je­doch zu­tiefst ent­täuscht wur­de. Ich hat­te auch kei­nen An­lass, mit Pe­tra Hinz über vor­he­ri­ge be­ruf­li­che Tä­tig­kei­ten zu spre­chen“.

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