Aus­tra­li­en boy­kot­tiert Olym­pia-Dorf

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

hieß es vom Ver­band. „Wir glau­ben, dass sau­be­re Sport­ler das Recht ha­ben, in Rio an­zu­tre­ten.“Ges­tern zo­gen die Welt­ver­bän­de der Bo­gen­schüt­zen (WA) und der Ju­do­ka (IJF) nach. „84 Pro­zent al­ler für Olym­pia qua­li­fi­zier­ten Ath­le­ten sind bis ver­gan­ge­nen Di­ens­tag ge­tes­tet wor­den“, heißt es vom Ju­do-Ver­band. Auch die Rei­ter dür­fen an­tre­ten.

Tur­ner, Mo­der­ne Fünf­kämp­fer, Schüt­zen und Rin­ger sol­len eben­falls schon als fes­te Rio-Teil­neh­mer gel­ten. Ges­tern stan­den die Zei­chen je­den­falls für ei­ne po­si­ti­ve Ent­schei­dung der Ver­bän­de. Auf­fäl­lig: Die Rin­ger-Na­ti­on Russ­land hat in der Exe­ku­ti­ve des Welt­ver­bands (UWW) mit Michael Ma­mia­schwi­li und Na­ta­lia Ja­ri­gui­na zwei ein­fluss­rei­che Funk­tio­nä­re sit­zen.

Ein­zig der Schwimm­welt­ver­band (FI­NA) hat ges­tern ei­ne Sper­re aus­ge­spro­chen. Gleich sie­ben Schwim­mern bleibt die Olym­pia-Teil­nah­me in Rio ver­wehrt. Vier wa­ren al­ler­dings zu­vor von Russ­land zu­rück­ge­zo­gen wor­den, die an­de­ren drei Ath­le­ten tauch­ten im Do­ping-Re­port der WA­DA auf. Zu­vor wa­ren be­reits 68 rus­si­sche Leicht­ath­le­ten we­gen Do­pings vom Welt­fach­ver­band IAAF ge­sperrt wor­den. Russ­land bat ges­tern er­neut um ei­ne Son­der­er­laub­nis für die­se Ath­le­ten.

Gas­ge­ruch und nas­se Wän­de ma­chen die Ap­par­te­ments un­be­wohn­bar.

RIO DE JANEI­RO (sid/dpa) Bei der Er­öff­nung des Olym­pi­schen Dor­fes in Rio de Janei­ro hat es ei­nen Eklat we­gen des de­sas­trö­sen Zu­stands der Un­ter­künf­te ge­ge­ben. Die De­le­ga­ti­on Aus­tra­li­ens wei­ger­te sich, ihr Quar­tier zu be­zie­hen. Das Aus­tra­li­sche Olym­pi­sche Ko­mi­tee be­schwer­te sich über de­fek­te Was­ser­lei­tun­gen, ver­stopf­te Toi­let­ten und Gas­ge­ruch. Die „Vi­la dos At­le­tas“war am Sonn­tag of­fi­zi­ell er­öff­net wor­den – we­ni­ger als zwei Wo­chen vor Be­ginn der Olym­pi­schen Spie­le.

Das Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tee von Rio 2016 ver­sprach Lö­sun­gen. „Ar­bei­ter wer­den 24 St­un­den am Tag ar­bei­ten, bis die Pro­ble­me be­sei­tigt sind“, hieß es. Laut Me­dien­be­rich­ten sol­len bis zu 500 Per­so­nen zu­sätz­lich in dem Dorf ar­bei­ten. Nach ei­nem Be­richt des Por­tals „Fol­ha de S. Pau­lo“ha­ben un­ter an­de­rem die De­le­ga­tio­nen der USA, Nie­der­lan­de, Ita­li­en und Bra­si­li­en aus ei­ge­ner Ta­sche zu­sätz­li­che Spe­zi­al­trupps be­zahlt, um die Pro­ble­me zu lö­sen. Die aus­tra­li­sche De­le­ga­ti­ons­che­fin Kit­ty Chiller be­schrieb er­bärm­li­che Zu­stän­de. Es ge­be Lecks an den Lei­tun­gen, an ei­ni­gen Stel­len trop­fe Was­ser von der De­cke, auf dem Bo­den wür­den sich La­chen ne­ben Strom­ka­beln bil­den. Auch die De­le­ga­tio­nen Neu­see­lands und Groß­bri­tan­ni­ens mel­de­ten Pro­ble­me.

Für zu­sätz­li­chen Är­ger sorg­ten iro­ni­sche An­mer­kun­gen des Bür- ger­meis­ters von Rio. Da­mit sich die Aus­tra­li­er wohl fühl­ten, wür­den Kän­gu­rus be­sorgt, sag­te Edu­ar­do Pa­es. „Wir brau­chen kei­ne Kän­gu­rus, wir brau­chen Klemp­ner“, ent­geg­ne­te spä­ter laut dem Nach­rich­ten­por­tal „UOL“ein aus­tra­li­scher Spre­cher. „Es ist nicht al­les wirk­lich sau­ber und fer­tig, es ist halt et­was bra­si­lia­nisch“, sag­te Michael Trum­mer, Chef-Bun­des­trai­ner der deut­schen Ka­nu­ten. Von 99 Wohn­ein­hei­ten der Mann­schaft sei­en 40 be­wohn­bar. Die Au­ßen­an­la­gen et­wa sei­en noch nicht olym­pia­reif, aber das sei 2004 in At­hen nicht an­ders ge­we­sen, er­gänz­te Stefan Hen­ze, der Dis­zi­plin-Bun­des­trai­ner der Ka­jak-Da­men.

Am Sams­tag hat­ten die De­le­ga­ti­on ei­nen „Stress­test“in den Woh­nun­gen durch­ge­führt. Da­bei wa­ren al­le Was­ser­häh­ne und Toi­let­ten­spü­lun­gen auf meh­re­ren Eta­gen gleich­zei­tig be­dient wor­den. Da­nach sei Was­ser die Wän­de her­un­ter ge­lau­fen und es ha­be ei­nen star­ken Ge­ruch von Gas in ei­ni­gen Woh­nun­gen ge­ge­ben, klag­te Aus­tra­li­en.

FO­TO: DPA

Die rus­si­schen Tur­ne­rin­nen bei den Olym­pi­schen Spie­len im Jahr 2012 in Lon­don bei der Sie­ger­eh­rung.

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