200-Ki­lo-Mann we­gen Über­ge­wichts ge­kün­digt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(wuk) Die Kün­di­gung ei­nes 200Ki­lo-Man­nes, der we­gen sei­ner Lei­bes­fül­le im Gar­ten­bau an­geb­lich nicht mehr ein­setz­bar sei, be­schäf­tigt das Lan­des­ar­beits­ge­richt. Vor sechs Mo­na­ten hat­te sich der 48Jäh­ri­ge, der un­ter Adi­po­si­tas (Fett­lei­big­keit) lei­det, beim Ar­beits­ge­richt er­folg­reich ge­gen den Raus­schmiss ge­wehrt. Doch die Fir­ma zieht mor­gen in die nächs­te In­stanz, um den Mit­ar­bei­ter nach 30 Jah­ren im Be­trieb doch noch los­zu­wer­den.

Für Gr­a­ben- und Ka­nal­ar­bei­ten sei der 48-Jäh­ri­ge nicht ein­setz­bar, weil er in die Grä­ben nicht hin­ein­pas­se. Auch kön­ne er Fir­men­klein­las­ter nicht si­cher steu­ern, weil er kaum noch hin­ters Lenk­rad pas­se. Ein Lkw-Tritt­brett sei un­ter der Last des Man­nes gar ab­ge­bro­chen. Und pas­sen­de Ar­beits- oder Schutz­klei­dung sei für ihn nir­gend­wo auf­zu- trei­ben. So hat­te der Bau- und Gar­ten­be­trieb die Ent­las­sung be­grün­det. Doch das Ar­beits­ge­richt hat­te das nicht gel­ten las­sen und die Ent­las­sung für un­wirk­sam er­klärt. Die Fir­ma ha­be „nicht aus­rei­chend kon­kret“dar­ge­legt, wie­so der be­leib­te Mit­ar­bei­ter sei­ne Ar­beit nicht auch künf­tig leis­ten könn­te.

Ein Ge­sund­heits­pro­gramm in ei­nem Adi­po­si­tas-Zen­trum ha­be zwar nicht zur Ge­wichts­re­du­zie­rung ge­führt, der Mann be­teu­er­te aber, er kön­ne „al­le Ar­bei­ten aus­füh­ren“. Da­bei hat­te der 48-Jäh­ri­ge auch mo­niert, er füh­le sich als Be­hin­der­ter dis­kri­mi­niert, was sei­nen Ar­beit­ge­ber nun 6000 Eu­ro Ent­schä­di­gung kos­ten sol­le. Hier hat­te das Ar­beits­ge­richt aber ab­ge­winkt: Wer sich als voll ar­beits­fä­hig dar­stel­le, kön­ne nicht im nächs­ten Atem­zug ei­ne Ent­schä­di­gung ein­for­dern.

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