Gauck-Nach­fol­ger soll über­par­tei­lich sein

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE -

Der Stutt­gar­ter Re­gie­rungs­chef Win­fried Kret­sch­mann warnt vor Par­tei­en­streit.

BER­LIN (mar/may-) Mit Win­fried Kret­sch­mann hat erst­mals ein Spit­zen­po­li­ti­ker der Grü­nen ei­nen par­tei­über­grei­fen­den Kon­sens bei der Wahl des neu­en Bun­des­prä­si­den­ten ge­for­dert. „Ich war­ne vor par­tei­tak­ti­schem Kal­kül bei der Prä­si­den­ten­wahl. Ich kann al­len Par­tei­en nur ra­ten, ei­nen par­tei­über­grei­fen­den Kon­sens zu fin­den“, sag­te Ba­denWürt­tem­bergs Mi­nis­ter­prä­si­dent un­se­rer Re­dak­ti­on.

Er wand­te sich ge­gen denk­ba­re Be­stre­bun­gen von SPD, Grü­nen, Lin­ken und Pi­ra­ten, ei­nen lin­ken Kan­di­da­ten bei der Neu­wahl des Prä­si­den­ten am 12. Fe­bru­ar 2017 durch­zu­set­zen. Die vier Par­tei­en hät­ten in der Bun­des­ver­samm­lung ei­ne Mehr­heit. Doch wür­de dies auch für Schwarz-Grün oder Schwarz-Rot gel­ten. Über die ge­naue Stim­men­ver­tei­lung ent­schei­den noch die bei­den Land­tags­wah­len in Ber­lin und Meck­len­burg-Vor­pom­mern im Sep­tem­ber. Prä­si­dent Joa­chim Gauck tritt nicht wie­der an.

Win­fried Kret­sch­mann

Die Bun­des­prä­si­den­ten­wahl wä­re ei­ne Vor­ent­schei­dung für die Bun­des­tags­wahl im Sep­tem­ber 2017, wenn der Kan­di­dat nicht ge­mein­sam von al­len Par­tei­en ge­wählt wür­de. Vie­le Grü­ne wol­len kei­ne Rich­tungs­ent­schei­dung. Auch Kretsch- mann sag­te mit Blick auf die Bun­des­tags­wahl: „Es gibt we­der rot-grü­ne noch schwarz-grü­ne Mehr­hei­ten. Des­halb müs­sen de­mo­kra­ti­sche Par­tei­en in je­de Rich­tung ko­ali­ti­ons­fä­hig sein.“Der Prä­si­dent müs­se „in der La­ge sein, für den Zu­sam­men­halt der Ge­sell­schaft zu kämp­fen, sie nicht zu spal­ten“.

Auch FDP-Chef Chris­ti­an Lindner sprach sich da­für aus, in­halt­li­che und nicht par­tei­tak­ti­sche Kri­te­ri­en in den Vor­der­grund zu stel­len. „Für uns ist das in­halt­li­che Pro­fil ent­schei­dend. Gera­de in die­sen Zei­ten muss es ei­ne Per­sön­lich­keit sein, die un­se­rem Land Mut macht und mit Über­zeu­gungs­kraft für die Wer­te un­se­res Grund­ge­set­zes wer­ben kann“, sag­te Lindner. Po­li­tik

„Der Prä­si­dent muss für Zu­sam­men­halt in der Ge­sell­schaft kämp­fen“

Mi­nis­ter­prä­si­dent Baden-Würt­tem­berg

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