Netz­agen­tur stoppt Post-Wer­bung

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

Der Kon­zern ar­bei­tet aus Sicht der Be­hör­de mit ei­nem Dum­ping-An­ge­bot.

BONN (dpa) Die Bun­des­netz­agen­tur hat der Deut­schen Post un­ter­sagt, Un­ter­neh­men Wer­be­brie­fe für Neu­kun­den zu Dum­ping-Prei­sen an­zu­bie­ten. Die Post be­hin­de­re mit ih­rem nicht kos­ten­de­cken­den An­ge­bot „Im­puls­post“die Chan­cen an­de­rer An­bie­ter auf dem oh­ne­hin wett­be­werbs­schwa­chen Brief­markt, kri­ti­sier­te die Auf­sichts­be­hör­de. Bei ei­nem Ver­stoß ge­gen das Ver­bot droht dem Kon­zern ein Buß­geld bis 500.000 Eu­ro. Die Post kün­dig­te recht­li­che Schrit­te ge­gen die Ver­fü­gung der Auf­sichts­be­hör­de an.

Bei dem seit Mo­na­ten schwe­len­den Streit geht es um ein An­ge­bot, mit dem die Post Wer­be­trei­ben­den die Mög­lich­keit ge­ben woll­te, Neu­kun­den zu er­heb­lich nied­ri­ge­ren Prei­sen an­zu­schrei­ben als Be­stands­kun­den. Mit 14 bis 24 Cent soll­ten die Ent­gel­te für die „Im­puls­post“zum Teil mehr als die Hälf­te un­ter den Prei­sen für „nor­ma­le“Wer­be­brie­fe lie­gen. Die Wett­be­werbs­be­hör­de hat­te be­reits im Ju­ni be­män­gelt, dass die­se Prei­se nicht kos­ten­de­ckend sei­en, und die Post auf­ge­for­dert, dies zu än­dern. Of­fen­bar oh­ne Er­folg. Der Vi­ze­prä­si­dent der Bun­des­netz­agen­tur, Pe­ter Fran­ke, be­ton­te ges­tern: „Die Post ist un­se­rer Auf­for­de­rung nicht nach­ge- kom­men, das Pro­dukt so an­zu­pas­sen, dass die Wett­be­werbs­chan­cen an­de­rer An­bie­ter nicht be­ein­träch­tigt wer­den. Da­her müs­sen wir das Pro­dukt nun un­ter­sa­gen.“

Das Un­ter­neh­men wi­der­sprach der Ein­schät­zung. Ein Spre­cher be­ton­te, aus Sicht der Post kön­ne von ei­ner Kos­ten­un­ter­de­ckung kei­ne Re­de sein. Au­ßer­dem be­män­gel­te der Kon­zern, dass die Wett­be­werbs­be­hör­de kei­ne kor­rek­te Be­trach­tung des re­le­van­ten Mark­tes vor­ge­nom­men ha­be. Die Post wer­de des­halb recht­li­che Schrit­te ein­lei­ten.

Die „Im­puls­post“wur­de laut Netz­agen­tur von der Post bis­lang nur mit ei­nem aus­ge­wähl­ten Kun­den­kreis ge­tes­tet. Um die Un­ter­sa­gung über­wa­chen zu kön­nen, for­der­te die Be­hör­de das Un­ter­neh­men auf, ihr bis An­fang Au­gust Kun­den und Um­fang wei­te­rer ge­plan­ter Aus­sen­dun­gen mit­zu­tei­len.

FO­TO: DPA

Der Fir­men­sitz der Deut­schen Post in Bonn.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.