Thea­ter­zelt wird an der Kö auf­ge­baut

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER STADTPOST - VON DENISA RICH­TERS

Beim Pro­jekt Kö-Bo­gen II sind die mit Stree­tart be­sprüh­ten Ge­bäu­de am Gründ­gens-Platz be­reits teils ab­ge­ris­sen. Das be­nach­bar­te Schau­spiel­haus zieht wäh­rend der Ar­bei­ten aus – bis Ok­to­ber auch in ein Zelt auf dem Cor­ne­li­us­platz.

Es tut sich et­was auf dem Cor­ne­li­us­platz am nörd­li­chen En­de der Kö­nigs­al­lee. Jah­re­lang war der Platz mit Bau­con­tai­nern der Wehr­hahnLi­nie zu­ge­stellt, seit ei­ni­gen Mo­na­ten nur ei­ne Brach­flä­che, auf der mun­ter das Un­kraut sprieß­te. Und jetzt? Wie­der Con­tai­ner. Doch dies­mal geht es um kul­tu­rel­le Auf­bau­ar­beit. Das macht schon das Lo­go auf dem wei­ßen Qua­der klar: Tha­lia steht dar­auf. Denn das Zelt, das dort bis über­mor­gen auf­ge­baut wird, ist ei­ne Leih­ga­be der Ham­bur­ger Spiel­stät­te an das Düs­sel­dor­fer Schau­spiel­haus.

Das wie­der­um muss den an­ge­stamm­ten Sitz am 200 Me­ter Luft­li­nie ent­fern­ten Gus­taf-Gründ­gen­sPlatz räu­men. Der Grund ist die an­ste­hen­de Groß­bau­stel­le di­rekt vor der Tür: Bei dem zwei­ten Teil des Pro­jekts Kö-Bo­gen ent­steht am Gründ­gens-Platz das so ge­nann­te „In­gen­ho­ven-Tal“. Da­bei sol­len nach ei­nem Ent­wurf des Ar­chi­tek­ten Chris­toph In­gen­ho­ven am Rand des Plat­zes ein Ge­bäu­de­rie­gel und da­ne­ben ein glä­ser­ner Pa­vil­lon mit Ra­sen­dach ent­ste­hen. Durch Schrä­gen der Fas­sa­de so­wie des Pa­vil­lonDachs soll laut In­gen­ho­ven ei­ne Art Tal den Blick auf das Schau­spiel­haus frei­ge­ben.

Der Ab­riss der Be­stands­ge­bäu­de, die beim Ur­ban-Art-Fes­ti­val 2015 mit künst­le­ri­schen Graf­fi­ti ge­stal­tet wur­den, läuft. Der Mit­tel­teil ist na­he­zu kom­plett weg, der Rest soll fol­gen – mit Aus­nah­me ei­nes Trakts, der noch ei­nen an­de­ren Ei­gen­tü­mer hat. Auch die Tief­ga­ra­ge un­ter dem Platz soll ab­ge­ris­sen und neu ge­baut wer­den. Vor dem Schau­spiel­haus wird über Mo­na­te ei­ne rie­si­ge Bau­gru­be klaf­fen. Ein Thea­ter­be­trieb ist so nicht mög­lich. Über den Be­bau­ungs­plan soll der Stadt­rat in ei­ner sei­ner nächs­ten Sit­zun­gen ent­schei­den. Die Po­li­tik hat da­für zur Be­din­gung ge­macht, dass sich Stadt und In­ves­tor auf ei­nen städ­te­bau­li­chen Ver­trag ei­ni­gen. Dar­in soll von Bau­de­tails über die künf­ti­ge Nut­zung und Gestal­tung des Plat­zes bis zur Be­grü­nung der neu­en Ge­bäu­de al­les de­tail­liert ge­re­gelt sein.

Der Ter­min für den Wie­der­ein­zug des Schau­spiel­hau­ses in das denk­mal­ge­schütz­te Ge­bäu­de am Gründ­gens-Platz wur­de mehr­mals ver­scho­ben. Ak­tu­ell geht man von Früh­jahr 2018 aus. Für den gera­de von Dresden nach Düsseldorf ge­wech­sel­ten In­ten­dan­ten Wil­fried Schulz ist das ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung, der er und sein Team aber mit Krea­ti­vi­tät be­geg­nen. Jetzt zieht das Thea­ter, das Schulz D’Haus nennt, eben in und durch die Stadt. Das ur­sprüng­lich als Pro­be­büh­ne ge­nutz­te Cen­tral am Haupt­bahn­hof wird zum Zen­trum, an­sons­ten setzt man auf un­kon­ven­tio­nel­le Büh­nen.

Das Zelt auf dem Cor­ne­li­us­platz ist ei­ne da­von. Dort be­gin­nen laut Spre­che­rin Mar­ti­na Aschmies am 10. Au­gust die Pro­ben. Zum NRWFest am 27. Au­gust gibt es Kost­pro­ben der Ins­ze­nie­run­gen „In 80 Ta­gen um die Welt“und „Gil­game­sh“. Bei „Faust to go“tritt das En­sem­ble stadt­weit an ver­schie­de­nen Spiel­stät­ten auf. Und im März wird auch das Dreischei­ben­haus zum Thea­ter mit ver­schie­de­nen Sta­tio­nen. Da­bei geht es um ei­nen spek­ta­ku­lä­ren Mord oh­ne Lei­che, den Tod des KöMul­ti­mil­lio­närs Ot­to-Erich Si­mon: „Die drit­te Haut – der Fall Si­mon“.

RP-FO­TOS: ANDRE­AS ENDERMANN

Ein Con­tai­ner des Tha­lia-Thea­ters steht auf dem Cor­ne­li­us­platz. Dort wird das Zelt auf­ge­baut, das sich das Düs­sel­dor­fer Schau­spiel­haus von dem Ham­bur­ger Thea­ter ge­lie­hen hat und das bis Ok­to­ber ei­ne Spiel­stät­te ist.

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