Bun­des­po­li­zei ir­ri­tiert mit Mel­dung über Sy­rer

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER STADTPOST - VON STE­FA­NI GEILHAUSEN

Mit der Mel­dung über ei­nen jun­gen Mann, der mit ei­nem Mo­fa durch die Bahn­hofs­hal­le fah­ren woll­te, hat die Bun­des­po­li­zei am Düs­sel­dor­fer Haupt­bahn­hof ges­tern für Ir­ri­ta­tio­nen ge­sorgt. Bei dem 28-jäh­ri­gen Mo­fa­fah­rer, den Be­am­te der Bun­des­po­li­zei ge­stoppt hat­ten, han­del­te es sich laut der Mel­dung um ei­nen Sy­rer, dem nicht be­wusst ge­we­sen sei, dass es nicht er­laubt sei, das Ge­bäu­de zu be­fah­ren. Wört­lich heißt es dann wei­ter: „Zu­ge­ge­ben, in Sy­ri­en be­fin­den sich kei­ne Bahn­hofs­ge­bäu­de, die den hie­si­gen auch nur an­nä­hernd in Aus­maß und Netz­struk­tur äh­neln. Auch die ,Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung’ fin­det dort ih­re ganz ei­ge­ne Aus­le­gung. Wo­her soll­te er es al­so wis­sen?“

Nicht sach­dien­lich und un­an­ge­mes­sen nann­ten In­te­gra­ti­ons­fach­leu­te die­se Kom­men­tie­rung ei­nes ein­fa­chen po­li­zei­li­chen Sach­ver- halts. „Ich ge­he da­von aus, dass man auch in Sy­ri­en weiß, wo man fah­ren darf und wo nicht. Sy­ri­en war bis zum Be­ginn des Bür­ger­kriegs ein zi­vi­li­sier­tes Land“, sagt et­wa der Lei­ter des städ­ti­schen Amts für In­te­gra­ti­on, Roland Busch­hau­sen.

Im In­te­gra­ti­ons­mi­nis­te­ri­um des Lan­des woll­te man sich un­ter Hin­weis auf die Zu­stän­dig­keit – die Bun­des­po­li­zei un­ter­steht dem Bun­des­in­nen­mi­nis­ter – nicht zu der Mel­dung äu­ßern. In der heißt es wei­ter, der 28-Jäh­ri­ge ha­be we­der ei­ne Mofa­prüf­be­schei­ni­gung vor­wei­sen kön­nen, noch ha­be Ver­si­che­rungs­schutz für das Mo­fa be­stan­den. Und wört­lich: „Das gibt es in Sy­ri­en (zu­min­dest für Mo­fas) üb­ri­gens auch nicht.“

Of­fen­bar scherz­haft ge­meint hieß es wei­ter, der Mann ha­be auf­grund der Ge­schwin­dig­keit des Elek­trorol­lers die Ver­bots­schil­der nicht wahr­ge­nom­men. Wie schnell der Rol­ler tat­säch­lich fuhr, wur­de of­fen­bar nicht fest­ge­stellt. Er kön­ne aber ei­ne „Spit­zen­ge­schwin­dig­keit von 20 km/h er­rei­chen“.

Die Bun­des­po­li­zei­di­rek­ti­on in St. Au­gus­tin teil­te auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on mit, die For­mu­lie­run­gen der Pres­se­mit­tei­lung ent­sprä­che nicht „dem Stan­dard un­se­rer Be­hör­de“. Man ha­be sie des­halb „un­mit­tel­bar aus dem In­ter­net ent­fer­nen“las­sen. Man be­daue­re den ent­stan­de­nen Ein­druck und ha­be den Vor­fall „nach­be­rei­tet“.

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