Po­li­zist er­schießt Hund – Hal­ter for­dert 10.000 Eu­ro

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(wuk) Ein Hun­de­hal­ter aus Dins­la­ken will das Land NRW auf 10.000 Eu­ro Scha­dens­er­satz ver­kla­gen. Lothar Wit­tek (59) be­haup­tet, sei­ne Aus­tra­li­an She­pard Hün­din „Pi­per“sei vor drei Jah­ren nach ei­nem Ver­kehrs­un­fall un­nö­tig und rechts­wid­rig von ei­nem Po­li­zis­ten er­schos­sen wor­den. Er­mitt­lun­gen ge­gen den Be­am­ten wur­den ein­ge­stellt. An­wäl­tin An­na Knier­bein will die Kla­ge beim Land­ge­richt den­noch ein­rei­chen. Im Ide­al­fall soll das Land als Di­enst­herr der Po­li­zei 1200 Eu­ro für die to­te Pi­per zah­len plus 9000 Eu­ro für den Zucht­aus­fall mit der da­mals gera­de sechs Jah­re al­ten The­ra­pie­hün­din.

Pi­per hat­te gera­de zehn Wel­pen ge­wor­fen, als sie durch ein Tor aus Wit­tek Grund­stück aus­büx­te. „Sie war wohl hin­term Fuchs her“, ver­mu­tet der 59-Jäh­ri­ge, der da­mals bis tief in die Nacht mit Ta­schen­lam­pe nach ihr such­te. Da das Wit­tek-Haus na­he der Au­to­bahn liegt, ha­be er so­gar die Stand­strei­fen der Au­to­bahn ab­ge­sucht. Am nächs­ten Tag ha­be ein Po­li­zei­be­am­ter dann die trau­ri­ge Bot­schaft über­bracht: Pi­per sei auf der Au­to­bahn an­ge­fah­ren wor­den, ha­be sich da­bei das Rück­grat ge­bro­chen und sei des­we­gen er­schos­sen wor­den. „Es ging nicht an­ders“, ha­be der Po­li­zist er­klärt.

Doch Wit­tek ver­lang­te die Über­res­te des Hun­des, um sie in sei­nem Gar­ten zu be­gra­ben. „Pi­per soll­te nicht in die Tier­ver­wer­tungs­an­la­ge kom­men!“Nur wi­der­stre­bend ha­be der Po­li­zist ihn zur Stel­le na­he dem Wit­tek-Haus ge­führt, wo Pi­per be­reits ver­gra­ben war. Der Hund, so Wit­tek wei­ter, ha­be kei­ne Ver­let­zung der Wir­bel­säu­le ge­habt, doch fehl­ten ihm die Oh­ren. An­geb­lich ha­be der Po­li­zist sie ab­ge­schnit­ten, weil er dort den Ei­gen­tü­mer-Chip ver­mu­tet ha­be. Tat­säch­lich trug Pi­per den Chip in der Schul­ter. Und der Au­to­fah­rer, dem die aus­ge­büx­te Hün­din vors Au­to ge­lau­fen war, soll er­klärt ha­ben: Pi­per ha­be wohl un­ter Schock ge­stan­den und „ganz ru­hig“am Stra­ßen­rand ge­ses­sen. Wit­tek und sei­ne An­wäl­tin fol­gern: Ei­ne un­mit­tel­ba­re Ge­fahr, die den Po­li­zis­ten zum Schuss­waf­fen­ein­satz be­rech­tigt hät­te, kön­ne von Pi­per nicht aus­ge­gan­gen sein.

Al­so müs­se das Land NRW Er­satz leis­ten für die Hün­din und ei­nen Wurf, der dem Klä­ger Wit­tek durch die Tö­tung des Tie­res ent­gan­gen sei.

FO­TO. DPA

Flücht­lin­ge war­ten ge­mein­sam vor ei­ner gro­ßen Erst­auf­nah­me. Sie wer­den in der Un­ter­kunft auch von Me­di­zi­nern un­ter­sucht.

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