EU stellt Po­len Ul­ti­ma­tum im Streit um Jus­tiz­re­form

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK -

BRÜS­SEL (dpa) Die EU-Kom­mis­si­on ver­langt von Po­len bin­nen drei Mo­na­ten Än­de­run­gen an der um­strit­te­nen Jus­tiz­re­form. Die Be­hör­de treibt da­mit das zum ers­ten Mal an­ge­wand­te Ver­fah­ren zum Schutz der Rechts­staat­lich­keit vor­an. „Die grund­le­gen­den Be­den­ken sind wei­ter­hin nicht aus­ge­räumt“, sag­te der Vi­ze­chef der Brüs­se­ler Be­hör­de, Frans Tim­mer­m­ans. Die EU-Kom­mis­si­on be­män­gelt ins­be­son­de­re Ent­schei­dun­gen, die die Ar­beit des Ver­fas­sungs­ge­richts be­hin­dern. Wenn die pol­ni­sche Re­gie­rung nicht ein­lenkt, könn­te die EU-Kom­mis­si­on die An­wen­dung von Ar­ti­kel 7 der EU-Ver­trä­ge vor­schla­gen. Er sieht vor, dass bei ei­ner „schwer­wie­gen­den und an­hal­ten­den Ver­let­zung“der im EU-Ver­trag ver­an­ker­ten Wer­te ei­nem Mit­glieds­land in letz­ter Kon­se­quenz auch die Stimm­rech­te ent­zo­gen wer­den kön­nen. Die EUKom­mis­si­on ver­langt von Po­len ins­be­son­de­re die Um­set­zung meh­re­rer Ur­tei­le des Ver­fas­sungs­ge­richts.

Die na­tio­nal­kon­ser­va­ti­ve Re­gie­rung Po­lens un­ter Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Bea­ta Szydlo hat­te kurz nach der Par­la­ments­wahl im Ok­to­ber 2015 das Ver­fas­sungs­ge­richt durch ein Re­form­ge­setz prak­tisch ent­mach­tet.

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